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Weltweite Gebetsinitiative „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ in Schwandorf

Wenn Perlen durch die Finger gleiten

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Schwandorf, 18. Oktober 2022

Die Rosenkranzgesätze beleuchten das Wirken Jesu und markieren die zentralen Aspekte des christlichen Glaubens: Weihnachten, Karfreitag und die österliche Vollendung. Diese Botschaft vermittelte Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt beim Pontifikalgottesdienst zu der vom Kirchlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ seit 2005 durchgeführten Gebetsinitiative „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“. Die Eucharistiefeier und die Rosenkranzandacht zuvor fanden auf dem Schwandorfer Kreuzberg in der Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau statt.

Monsignore Thomas Schmid, Leiter der Fachstelle für Missionarische Pastoral im Bistum Regensburg, hatte die Aktion in Schwandorf mitvorbereitet.

Weltumspannende Gebetsaktion

Bei der Rosenkranzandacht, die wie die Eucharistiefeier von Radio Horeb übertragen wurde, brachten Mädchen fünf Bilder von Marien-Wallfahrtsorten zu den Seitenaltären. Hier entzündete Monsignore Thomas Schmid, Leiter der Fachstelle für Missionarische Pastoral im Bistum Regensburg, jeweils eine Kerze. Das Ave Maria beteten Schülerinnen in den Sprachen der Länder, aus denen die Bilder stammten (Portugal, Polen, Frankreich, Spanien und England). Begleitet von wiederkehrenden Liedern („Totus tuus, Maria“ und „Wir singen voll Freude zur Ehre des Herrn“) wurden Szenen aus dem Umfeld des freudenreichen Rosenkranzes vorgestellt, die Marienbilder verehrt und dazu das „Ave Maria“ gebetet. „Wir sind damit Teil einer weltumspannenden Gebetsaktion“, betonte Florian Ripka, Geschäftsführer des kirchlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ in seiner Einführung, da Radio Horeb ja international gehört werde.

Mariendarstellungen aus verschiedenen berühmten Wallfahrtsorten wurden aufgestellt.

Erst zur Ruhe kommen, sich sammeln, dann beten

Bischof Rudolf Voderholzer erzählte, dass er bei seinen Pastoralbesuchen stets den Ministrantinnen und Ministranten den sogenannten Regensburger Rosenkranz schenkt sowie einer kleinen Gebrauchsanweisung. Denn die richtige Anwendung sei wichtig, also das gleichzeitige Gleiten der Perlen durch die Finger und das Beten der einzelnen Gesätze, die auf Szenen aus dem Leben Jesu hinweisen, und das Ganze dann auf sich wirken lassen. Bischof Rudolf wies auf die traditionellen drei Rosenkranzinhalte (freudenreicher – Weihnachten; schmerzhafter – Passion, Karfreitag; glorreicher – österliche Vollendung) hin und erklärte auch die jüngste Gruppe von Rosenkranzgeheimnissen, den lichtreichen Rosenkranz (Wundertaten, Einsetzung der Eucharistie usw.). „Bei der Betrachtung und Lektüre der Bibel sind noch viele weitere eigene Rosenkranzgesätze denkbar. Bilder aus dem Neuen Testament werden damit lebendig“, motivierte er die Gottesdienstbesucher, besonders die Kinder und Jugendlichen, zu entsprechender Kreativität. Doch er gab auch zu, dass das Beten des Rosenkranzes „zwar ein einfaches zugleich aber schweres Gebet“ sei. „Man muss zur Ruhe finden, die Gedanken sammeln und diese in Verbindung mit dem Wirken Gottes bringen“, empfahl er. Grundsätzlich seien individuelle Rosenkranzgesätze für das private Gebet, bei öffentlichen Rosenkranzandachten stünden die bekannten Gesätze im Mittelpunkt.

Wann immer sich die Gelegenheit bietet, überreicht Bischof Rudolf Gläubigen den "Regensburger Rosenkranz" Foto: ©Kirche in Not).

Rosenkranzgebet für den Frieden auf dieser Welt

Als einen „besonderen Freudentag für die Pfarrei bezeichnete der Prior des örtlichen Konvents der Unbeschuhten Karmeliten Pater Francis Lawrence OCD diese Aktion. Er dankte besonders der Katholischen Schulstiftung mit Direktor Günter Jehl an der Spitze für die Vorbereitung sowie den Schülerinnen und Schülern, Lehrern und Eltern. Bischof Voderholzer erinnerte in seiner Begrüßung an den Satz von Papst Franziskus: „Wo eine Million Kinder den Rosenkranz beten, da wird die Welt verändert.“ Außerdem empfahl er, neben den fünf Marienbildern den Blick auch auf das Maria-Hilf-Bild in diesem Gotteshaus zu richten. Schließlich solle, so der Bischof, diese besondere Rosenkranzandacht auch dem Frieden in der Welt dienen.

Weltweit nahmen 840.000 Menschen an der Aktion teil, wie hier Kinder in Australien, teilte Kirche in Not mit (Foto: ©Kirche in Not).

Über 840.000 Teilnehmer beteten den Rosenkranz

Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat im Nachgang eine positive Bilanz seiner Gebetskation „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ am 18. Oktober gezogen: In 140 Ländern haben über 840.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene daran teilgenommen. Die Zahl umfasst die Registrierungen auf der offiziellen Internetseite der Kampagne, so dass die tatsächliche Teilnehmerzahl noch höher sein dürfte, teilte das Hilfswerk mit.  „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“, Dr. Thomas Heine-Geldern. „Weltweit kamen Kinder zusammen, um für den Frieden zu beten – sogar in Ländern, in denen derzeit Krieg herrscht.“ So habe zum Beispiel die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine mitgeteilt, dass die Gebetsaktion in allen ihren Pfarreien durchgeführt worden sei. „Wir haben auch Bilder von betenden Kindern aus der Provinz Pemba in Mosambik bekommen, die seit Jahren stark vom Terrorismus betroffen ist“, teilte Heine-Geldern mit.

Text und Fotos: Markus Bauer (jas)