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Zur Neuigkeit
Weltflüchtlingstag am 20. Juni: missio München mahnt
Fluchtursachen besser bekämpfen
München / Regensburg, 18. Juni 2026
Kriege, politische Krisen, die Folgen des Klimawandels und fehlende Zukunftsperspektiven zwingen weltweit mehr und mehr Menschen zur Flucht. Besonders dramatisch ist die Lage in vielen Ländern Ostafrikas. Darauf weist das internationale katholische Hilfswerk missio München anlässlich des Weltflüchtlingstags der Vereinten Nationen am 20. Juni hin.
„Wer über Flucht spricht, darf nicht erst an den Grenzen Europas beginnen“, mahnt missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber. „Millionen Menschen in Afrika verlassen ihre Heimat nicht freiwillig. Sie fliehen vor Gewalt, Hunger, Perspektivlosigkeit und zunehmend auch vor den Folgen des Klimawandels. Wenn wir Fluchtursachen ernsthaft bekämpfen wollen, müssen wir besonders jungen Menschen Zukunftsperspektiven in ihren Heimatländern ermöglichen.“
missio München arbeitet in Afrika und Asien mit kirchlichen Partnerorganisationen und Ordensleuten zusammen und unterstützt unter anderem Projekte des Jesuitenflüchtlingsdienstes in Ostafrika. Gerade dort verschärft sich die Lage zunehmend. In Ländern wie Sudan, Südsudan, Uganda, Kenia und Äthiopien sind Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gleichzeitig geraten Hilfsorganisationen durch weltweite Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit immer stärker unter Druck.
Dramatische Entwicklung
Atsu André Agbogan, Regionaldirektor des Jesuitenflüchtlingsdienstes (JRS) für Ost- und Südafrika und Projektpartner von missio München, beobachtet seit Jahren eine dramatische Entwicklung: „In der gesamten Region leben heute mehr als 6 Millionen Flüchtlinge und über 17 Millionen Binnenvertriebene. Die Herausforderungen wachsen kontinuierlich, gleichzeitig wird die Finanzierung humanitärer Hilfe immer schwieriger.“
Besonders alarmierend sei die Situation junger Menschen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Afrikas ist unter 25 Jahre alt. Viele hätten kaum Zugang zu guter Bildung, Arbeitsplätzen oder grundlegender Versorgung. „Die meisten wünschen sich vor allem ein besseres Leben: bessere Bildung, mehr Sicherheit und echte Zukunftschancen“, sagt Atsu André Agbogan. „Wenn diese Perspektiven fehlen, sind viele junge Menschen bereit, große Risiken einzugehen und ihre Heimat zu verlassen.“
Vor allem junge Menschen verlassen Familien und vertraute soziale Strukturen oft unter lebensgefährlichen Bedingungen. „Während der gesamten Flucht ist die Hoffnung auf ein besseres Leben oft das Einzige, was Menschen trägt“, erklärt der JRS-Regionaldirektor. „Wenn diese Hoffnung enttäuscht wird, erleben wir häufig schwere psychische Krisen, Angststörungen oder Depressionen.“
„Kirche ist präsent, wo der Staat versagt“
Für missio München zeigt sich gerade in dieser Situation die besondere Bedeutung kirchlicher Netzwerke weltweit. Monsignore Wolfgang Huber betont: „Die Kirche ist oft dort präsent, wo staatliche Systeme versagen oder internationale Unterstützung ausbleibt. Unsere Partner vor Ort leisten nicht nur Nothilfe, sondern schenken Menschen Würde, Hoffnung und konkrete Zukunftsperspektiven.“
missio München ruft deshalb dazu auf, die internationale Flüchtlingshilfe langfristig zu stärken und besonders Bildungs- und Zukunftsprojekte für junge Menschen stärker zu fördern. Denn nachhaltige Hilfe beginne nicht erst bei der Versorgung von Geflüchteten, sondern dort, wo Menschen die Chance erhalten, ihre Zukunft in ihrer eigenen Heimat aufzubauen.
Text: Barbara Brustlein
(sig)
Weitere Infos
Unser Bild zeigt Monsignore Wolfgang Huber.
Wer den Jesuitenflüchtlingsdienst vor Ort unterstützen möchte, kann das hier tun.
Das komplette Interview mit Atsu André Agbogan lesen Sie im aktuellen missio Magazin.




