News Bild „Weil Gott selbst sich in Jesus Christus ganz und gar für die Menschen hingegeben hat, ist es möglich, vertretbar und lebbar, seinem Ruf mit ganzer Hingabe zu entsprechen“ – Pontifikalamt mit Bischof Voderholzer mit Gebet um geistliche Berufe

„Weil Gott selbst sich in Jesus Christus ganz und gar für die Menschen hingegeben hat, ist es möglich, vertretbar und lebbar, seinem Ruf mit ganzer Hingabe zu entsprechen“ – Pontifikalamt mit Bischof Voderholzer mit Gebet um geistliche Berufe

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Am gestrigen Priesterdonnerstag hat Bischof Rudolf Voderholzer gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen, Angehörigen geistlicher Berufe und Priesterseminaristen in der Regensburger Niedermünsterkirche ein Pontifikalamt mit Gebet um geistliche Berufe gefeiert. Weihbischof Reinhard Pappenberger und der Regens des Priesterseminars, Mons. Martin Priller konzelebrierten bei dem Gottesdienst. Die musikalische Gestaltung der Feier übernahmen die Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Kathrin Giehl.

In seiner Predigt ging Bischof Rudolf vom Tagesheiligen Athanasius von Alexandrien aus. Dieser hatte als Diakon und Begleiter seines Onkels, des Bischofs von Alexandrien, am Konzil von Nicäa (325) teilgenommen. Das Konzil war einberufen worden, um die Irrlehre des Arius, der Logos sei nicht ewig sondern ein Geschöpf und Jesus Christus somit nicht wahrer Gott, zu beenden. Ist in Jesus der Gottessohn von Ewigkeit her Mensch geworden oder ist er letztlich nur ein Geschöpf wie wir, das durch eine besondere Nähe zu Gott herausragt? Wäre das Letztere der Fall, hätte er uns nicht erlösen können und die Taufe wäre nicht unsere Heiligung und Annahme an Kindes statt, so der Bischof in Erläuterung des Glaubensbekenntnisses von Nicäa. Athanasius, der ab 328 als Bischof von Alexandrien wirkte, verteidigte – als Kenner des Buchstabens und des Geistes des Konzils von Nicäa – auch in der Folgezeit die ewige Gottheit des Sohnes, der Mensch geworden war und nahm dafür Schmähung und Verbannung auf sich. Neben seinen Reden und Streitschriften gegen den Arianismus verdanken wir Athanasius auch die Lebensbeschreibung des Mönchsvaters Antonius, der in der Wüste das Einsiedlermönchtum begründete. Die Vita Antonii fand auch in der Westkirche große Verbreitung und hat viel zur Belebung des Mönchtums beigetragen. Am 2. Mai 373 ist Athanasius hochbetagt nach einem überaus bewegten Leben gestorben. Wir feiern seinen Todestag als den wahren Geburtstag zum ewigen Leben.

„Die Situation von heute unterscheidet sich natürlich von der Zeit des Athanasius“, sagte der Bischof. „Dennoch wird auch heute die Gottheit Jesu Christi von verschiedenen Seiten in Frage gestellt. Diese Zweifel und das Infragestellen der wahren Gottheit Jesu wirkt sich auch auf die Akzeptanz und die Begeisterungsfähigkeit für geistliche Berufe aus.“ Der Glaube der Kirche lebe jedoch von der Überzeugung, dass der menschgewordene Gott das Zentrum jeder liturgischen Feier sei, so der Bischof weiter. „Und Gottesdienst feiern, bedeutet tatsächlich Gottes Dienst an uns feiern. Doch das setzt natürlich den Glauben voraus, dass in Jesus Christus Gott selbst handelt.“ Nur, wenn Jesus wirklich ganz Mensch und ganz Gott ist, kann er seine Verheißung erfüllen und in der Eucharistiefeier der Kirche leibhaftig gegenwärtig werden. Und nur dann hat auch das sakramentale Priestertum seinen Sinn: Der Priester als Vorsteher der Eucharistiefeier handelt in der Person Jesu Christi, des Auferstandenen. Er repräsentiert Christus als das Haupt im Gegenüber zur Gemeinde. So wird Kirche als Volk Gottes vom Leib Christi her aufgebaut.

Auch im Hinblick auf die evangelischen Räte ist der Glaube an die Gottheit Jesu Christi entscheidend. Nur er kann der radikalen Nachfolge 30-, 60-, ja 100-fachen Ersatz für den Verzicht verheißen und darüber hinaus das ewige Leben. „Weil Gott selbst sich in Jesus Christus ganz und gar für die Menschen hingegeben hat, ist es möglich, vertretbar und lebbar, seinem Ruf mit ganzer Hingabe zu entsprechen“, so der Bischof. Deswegen setzt Berufungspastoral auch die Verkündigung des Glaubens und seiner zentralen Inhalte voraus.

Zum Abschluss des Gottesdienstes beteten die Gläubigen gemeinsam mit Bischof Rudolf darum, dass alle Berufenen den Willen Gottes erkennen und ihn sich zu eigen machen mögen. So dass sie bereit werden für alle Menschen, die ihrer helfenden Hände bedürfen.