News Bild Weihbischof Reinhard Pappenberger feierte mit zahlreichen Gläubigen Festmesse zum Hochfest des Diözesanpatrons St. Wolfgang

Weihbischof Reinhard Pappenberger feierte mit zahlreichen Gläubigen Festmesse zum Hochfest des Diözesanpatrons St. Wolfgang

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Mit einer Festmesse in der Basilika St. Emmeram gedachte Weihbischof Reinhard Pappenberger des Diözesanpatrons St. Wolfgang, zu der zahlreiche Gläubige am Mittwochabend gekommen waren. Die Konzelebranten waren neben dem neuen und alten Pfarrer von St. Emmeram, Pfarrer Roman Gerl und Prälat Robert Thummerer sowie viele Mitglieder des Domkapitels. Die Diözesanleitung war vertreten durch den ständigen Vertreter des Diözesanadministrators, Prälat Michael Fuchs. Der kirchenmusikalische Rahmen der Festmesse wurde vom Chor der Basilika St. Emmeram und dem Harmonischen Orchester Regensburg unter der Gesamtleitung von Matthias Schlier gegeben, wobei die „Missa brevis“ in C-Dur - auch bekannt als Spatzenmesse - aufgeführt wurde, ihr Schöpfer ebenfalls ein Wolfgang, nämlich Wolfgang Amadeus Mozart. Zwei Regensburger Einrichtungen, die an diesem Tag sozusagen auch ihren Namenstag feiern konnten nahmen ebenfalls recht zahlreich an der Festmesse teil. Das war zum einen das Priesterseminar St. Wolfgang mit der Hausleitung und den Seminaristen, die seit 1872 am Bismarckplatz zu Hause sind. Zum anderen war die Komturei des Ordens der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem, die seit ihrer Gründung 1975 unter dem Patronat des Hl. Wolfgang steht, anwesend.

Heiligenverehrung richtig verstanden
Seine Predigt leitete Weihbischof Reinhard Pappenberger in einer etwas unkonventionellen Art und Weise ein, er griff die fehlerhafte Formulierung eines Journalisten auf, der im Zusammenhang mit den Anna Schäffer-Feierlichkeiten in Mindelstetten davon berichtet hatte, das der Weihbischof das Reliquiar der Heiligen angebetet hätte. „Soli deo gloria“ - „Alleine Gott die Ehre, die Anbetung“, erwiderte er darauf hin, das sei auch ein ganz wichtiger Aspekt im Blick auf die Heiligenverehrung in der Katholischen Kirche. Erzbischof Gerhard Ludwig Müller habe im Lexikon für Theologie und Kirche darauf hingewiesen, dass die Verehrung der Heiligen eine tiefe Verbindung darstelle zwischen denen, die noch auf dem Weg zu Gott seien, und zu denen, die schon bei ihm angekommen seien. Beziehung zu Gott zu haben, schließe aber auch immer mit ein, Anteil an der Freude und dem Leid anderer zu tragen, daraus erwachse das Handeln des einen für den anderen, egal ob im Himmel oder auf der Erde. Kirche sei immer, so der Weihbischof weiter, die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen den Gläubigen und den Heiligen. Bereits das Konzil von Trient (1545 -1563) habe festgehalten, es sei und bleibe rechtens, die Heiligen anzurufen und zu verehren, um so von Gott Hilfe zu erlangen. Das Vatikanum II (1962-1965) habe dies bekräftigt, das die, die beim Herrn gegenwärtig seien, nicht aufhörten, für uns bei ihm Fürsprache einzulegen. In den vergangen Jahren seine in Deutschland zahlreiche Menschen seliggesprochen worden, ob in Würzburg, Dresden oder Lübeck, darunter auch einige Priester, die auf Grund der Treue zu ihrem Glauben Opfer des NS-Regimes wurden. Neben den drei katholischen Lübecker Priestern sei auch der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink am 10. November 1943 enthauptet worden. Bei der Seligsprechung der Priester am 25. Juni 2011, bei der katholische wie evangelische Christen gleichermaßen anwesend waren, habe der evangelische Bischof von Hamburg von „vier Blutzeugen für Christus“ gesprochen, welch ein kostbares Zeichen für die Ökumene, so Weihbischof Pappenberger. Die Heiligen seien „lebendiges Evangelium“ - „gelebtes Evangelium“ und damit unverzichtbar für beide christliche Konfessionen. Die Heiligen ständen der Anbetung Gottes nicht im Wege, sondern sie seien Wegweiser zu ihm, getreu dem anfangs zitierten Satz: „Soli deo gloria!“

Mit dem Bistumspatron auf Augenhöhe
Nach dem Pontifikalsegen durch Weihbischof Reinhard Pappenberger zog dieser mit allen Konzelebranten, der gesamten Seminargemeinschaft und den Rittern und Damen des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in die Wolfgangskrypta. Seit über 1000 Jahren haben hier die sterblichen Überreste des Heiligen ihre letzte Ruhestätte gefunden. Fast 60 Jahre nach Bischof Wolfgangs Tod waren seine Gebeine von Papst Leo IX. am 7. Oktober 1052 gemeinsam mit denen von Bischof Erhard in Regensburg feierlich erhoben worden, was einer Heiligsprechung im heutigen Sinne gleichkommt. Seit dieser Zeit ruhen sie in der Wolfgangkrypta und wurden im Jahre 1877 in einen vergoldeten Reliquienschrein übertragen. Dort wurden vor dem Wolfgangsaltar, unter dessen Altartisch der Schrein seinen Platz hat, die letzten Worte des Bischofs Wolfgang von einem Seminaristen vorgetragen: „Möge Gott mir armen Sünder gnädig sein bei meinem Tode und ebenso einem jeden, der meinen Tod mit Furcht und Zittern betrachtet.“ Zum Ende dieser Andacht hielt der Weihbischof Fürbitte bei dem Heiligen Bischof Wolfgang, dem Schutzpatron des Bistums Regensburg, der in den Fürbitten u.a. als „Mann des Gebetes und der Betrachtung“, „Freund der Slawischen Völker und Missionar des Ostens“ oder „Schutzpatron vor plötzlichem Tod“ angerufen wurde.