News Bild Was er Euch sagt, das tut! - Durch Maria handelt immer auch Jesus! - Festgottesdienst zu 100 Jahre „Patrona Bavariae“ im Schönstattzentrum

Was er Euch sagt, das tut! - Durch Maria handelt immer auch Jesus! - Festgottesdienst zu 100 Jahre „Patrona Bavariae“ im Schönstattzentrum

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Am 1. Mai feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit zahlreichen Gläubigen einen Pontifikalgottesdienst im Schönstattzentrum beim Canisiushof nahe Kösching. Anlass war die Bayernwallfahrt zum Jubiläum „100 Jahre Patrona Bavariae“, 100 Jahre Maria als Schutzfrau Bayerns.

 

Angesichts des wechselhaften Wetters waren der Rosenkranz und der Festgottesdienst in die Scheunenkirche verlegt worden. Dort betete Monsignore Otto Maurer den Rosenkranz, wobei er zu den fünf Gesetzen Wissenswertes aus der Dogmatik oder der Kirchengeschichte vermittelte. Der hochbetagte Priester baute ab 1965 als Direktor des Ingolstädter Canisius-Konvikts im Canisiushof das Schönstatt-Zentrum auf und hat dabei auch die 1925 errichtete und landwirtschaftlich genutzte Scheune zu einer Kirche umgebaut. Da das Schönstatt-Zentrum an der Grenze der Bistümer Eichstätt und Regensburg liegt und Bezüge zu beiden Diözesen hat, waren Wallfahrer aus beiden Diözesen angereist.

Zu Beginn des Gottesdienstes, den die Rabl-Bläser musikalisch gestalteten, begrüßte der Eichstätter Domkapitular Alfred Rottler neben den Konzelebranten die Fußwallfahrer und den Hauptzelebranten und Prediger Bischof Voderholzer. Den Gottesdienst sah er auch als „Vorstufe zur großen Feier mit den Bistümern am 13. Mai in München“. Auf das Jubiläumsjahr wies auch der Bischof in seinen Wilkommensworten hin, aber auch auf die Entstehungsmotive: Bitte des bayerischen Königs Ludwigs III. während des Ersten Weltkriegs an Papst Benedikt XV., die Gottesmutter Maria zur Patronin Bayerns zu erklären und sie mit einem eigenen Fest zu verehren. Am 14. Mai 1917 wurde dann, so Bischof Rudolf, erstmals in ganz Bayern dieses Gedenken begangen. Er erinnerte aber auch an die Marienerscheinung der Kinder in Fatima am Abend zuvor (13. Mai 1917). „Die bayerische Schönstatt-Familie hat als erste den 1. Mai als Feiertag erklärt“, kam der Bischof schließlich auch auf die Bedeutung der Schönstattbewegung zu sprechen.

 

Zahlreiche Darstellungen heben Marienverehrung hervor

In seiner Predigt machte Bischof Voderholzer anhand bekannter Wallfahrtsorte deutlich, dass es schon lange vor 1917, zum Teil sogar seit dem frühen Mittelalter, Marienverehrung gegeben habe, diese aber stets mit der Christianisierung und der Christusanbetung verbunden war. Ebenso würden neben kurfürstlichen bzw. königlichen Marienbildern und -figuren (z.B. Mariensäule in München) vielerorts Statuen in Nischen oder an Hauswände gemalte Mariengemälde von Marienfrömmigkeit zeugen. „Schätzen wir diese Kleindenkmäler als Zeichen der Marienverehrung“, zollte der Oberhirte Anerkennung.

Gottesmutter erinnert an Jesus Christus

Aber er fragte auch, ob bzw. inwieweit die Gottesmutter Maria vor 100 Jahren, in größter Notzeit durch Krieg und Hunger, sich als Helferin erwiesen hat? Die russische Revolution noch im Herbst 1917 und die damit folgende Unterdrückung (nicht nur) des kirchlichen Lebens, der Zweite Weltkrieg mit unsagbarem Leid und der Teilung Europas und der Welt für mehrere Jahrzehnte seien, so Bischof Voderholzer, nicht im Kontext der Hilfe Marias zu sehen. Man dürfe die Hilfe der Gottesmutter nicht unmittelbar verstehen, sondern vor dem Hintergrund der Worte Mariens bei der Hochzeit zu Kana: „Was er Euch sagt, das tut!“ Dies verdeutlichte der Bischof anhand Papst Johannes Pauls II., der durch sein Pontifikat und auch seine Liebe zur Marienverehrung mit zum Ende des Kommunismus beigetragen habe.

 

„Die Gottesmutter hat geholfen, überraschend anders als zunächst erwartet, aber gründlich und weitsichtiger. Und sie wird uns auch weiter mit ihrer mütterlichen Sorge begleiten“, fasste der Oberhirte zusammen. Und alle Erscheinungen – auch die in Fatima – würden darauf hinauslaufen, dass die Gottesmutter an Jesu Wort erinnert: Was er Euch sagt, das tut! Betet, kehrt um, bemüht Euch um ein heiligmäßiges Leben! Angesichts vieler Auseinandersetzungen und Kriege auch heute noch empfahl der Bischof den Gläubigen, „die Gottesmutter zu bitten, ihre schützende Hand über uns zu halten“.