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Zur Neuigkeit
Vor 85 Jahren opferte Maximilian Kolbe sein Leben
In den Tod für einen Familienvater
Regensburg, 14. August 2026
Heute gedenkt die Kirche des heiligen Maximilian Kolbe, der vor 85 Jahren im nationalsozialistischen Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz nach einem Martyrium im Hungerbunker mit einer Giftspritze ermordet wurde. Der polnische Ordensmann war freiwillig an die Stelle eines zum Hungertod „verurteilten“ Familienvaters getreten.
„Durch seine heroische Liebestat hat Pater Maximilian Kolbe das Lebensrecht eines Unschuldigen verteidigt und das ausschließliche Recht des Schöpfers auf das Leben des Menschen bekräftigt. Er ist dadurch in einer besonderen Weise Christus ähnlich geworden, der sein Leben am Kreuz für uns hingegeben hat“, sagte Papst Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung am 10. Oktober 1982 in seiner Predigt auf dem Petersplatz.
Kolbe war Ende Mai 1941 aus dem Warschauer Pawiak-Gefängnis nach Auschwitz gebracht worden und erhielt dort die Häftlingsnummer 16670. Zunächst musste er Kies für den Bau eines Zauns beim Krematorium fahren, später kam er zu einem Kommando in Babice. Nach kurzer Zeit verfiel er gesundheitlich und wurde in den Lagerkrankenbau eingeliefert. Mitgefangene kümmerten sich um ihn und drängten ihn nach der Besserung geradezu wieder hinaus, aus Furcht, er werde dort getötet.
Ende Juli 1941 floh der Häftling Zygmunt Pilawski. Zur Vergeltung wählte der stellvertretende Lagerkommandant Karl Fritzsch am 29. Juli bei einem Appell zehn Männer aus und verurteilte sie zum Hungertod. Als einer von ihnen, Franciszek Gajowniczek, verzweifelt darüber klagte, dass er Frau und Kinder zurücklasse, trat Kolbe aus der Reihe und bot an, an seiner Stelle zu sterben. Fritzsch nahm das Angebot an.
Wer bei diesen Vergeltungsaktionen ausgewählt wurde, kam in eine Zelle im Keller von Block 11 und erhielt weder Nahrung noch Wasser. Nach einigen, oft auch nach mehr als zehn Tagen starben die Eingeschlossenen unter furchtbaren Qualen. Kolbe lebte nach zwei Wochen noch. Am 14. August 1941 tötete ihn der deutsche Kriminalhäftling Hans Bock mit einer Phenolspritze. Überliefert ist, dass man den Priester tagelang aus dem Bunker singen und beten hörte. „Jeder Mensch hat im Leben seinen Sinn, denn er hat sein Leben erhalten zum Wohle der anderen Menschen. Deswegen spricht auch hier im Lager die göttliche Vorsehung mit“, sagte Kolbe im Lager zu dem protestantischen Lagerarzt.
Geboren wurde Kolbe 1894 in Zduńska Wola als Rajmund Kolbe, Sohn eines Webers. Mit 17 Jahren trat er in Lemberg bei den Franziskaner-Minoriten (OFMConv) ein und nahm den Ordensnamen Maximilian Maria an. Ab 1912 studierte er in Rom und promovierte in Philosophie und in Theologie. Dort gründete er 1917 gemeinsam mit sechs Mitbrüdern die Militia Immaculatae, die „Miliz der Unbefleckten Empfängnis“. Dieser marianisch-apostolischen Gebetsgemeinschaft gehörten im Lauf der Jahre Millionen Menschen an.
1927 gründete Kolbe in Teresin westlich von Warschau das Klosterdorf Niepokalanów, die Stadt der Unbefleckten, mit einer großen Druckerei, einer Radiostation und einem eigenen Bahnhof. Zeitweise lebten dort bis zu 700 Mitbrüder, zu 90 Prozent Laienbrüder. Der Konvent wurde damit zum größten katholischen Kloster der Welt. Die von Kolbe 1922 gegründete Zeitschrift Rycerz Niepokalanej, „Ritter der Unbefleckten“, erreichte 1938 eine Auflage von einer Million Exemplaren, dazu kam eine Tageszeitung mit 250.000 Exemplaren. Wegen dieser publizistischen Arbeit gilt Kolbe als Patron der Journalisten.
Für sein priesterliches Leben wählte er zwei Leitworte: „Soweit wie möglich heilig sein“ und „die ganze Welt der Makellosen unterwerfen“. 1930 ging Kolbe als Missionar nach Japan, wo er bei Nagasaki das Kloster „Mugenzai no Sono“ gründete, den Garten der Unbefleckten Empfängnis. Sechs Jahre später kehrte er nach Polen zurück und übernahm erneut die Leitung von Niepokalanów. Am 17. Februar 1941 verhafteten ihn die Deutschen dort zum zweiten Mal.
Papst Paul VI. sprach Kolbe am 17. Oktober 1971 selig, allerdings nicht als Märtyrer, sondern als Bekenner. Vor der Heiligsprechung baten dann Bischöfe aus Polen und aus Deutschland darum, ihn als Märtyrer heiligzusprechen. Johannes Paul II. verfügte 1982, dass Kolbe von nun an auch als Märtyrer verehrt werde. Als Märtyrer der Liebe von Auschwitz hatte ihn bereits Paul VI. bezeichnet, worauf sein Nachfolger in der Predigt eigens hinwies.
Gajowniczek überlebte den Krieg und war 1982 bei der Heiligsprechung in Rom zugegen. Er starb 1995 im Alter von 94 Jahren in Brzeg und wurde auf dem Klosterfriedhof der Franziskaner in Niepokalanów beigesetzt.
Text: CNA Deutsch
(sig)




