News Bild Vom Asamfresko bis zum Rosenspitz – Pfarrer Hermann Sturm erhält Denkmalschutzmedaille 2018 für gelungene Innenraumrestaurierung von St. Jakobus in Ensdorf

Vom Asamfresko bis zum Rosenspitz – Pfarrer Hermann Sturm erhält Denkmalschutzmedaille 2018 für gelungene Innenraumrestaurierung von St. Jakobus in Ensdorf

Home / News

Nach dreijähriger Restaurierung und rechtzeitig zum 300-jährigen Bestehen der ehemaligen Abteikirche erstrahlt die Katholische Pfarrkirche St. Jakobus im oberpfälzerischen Markt Ensdorf seit Oktober 2017 in neuem alten Glanz. Vor Freude strahlt auch der Bauherr Pfarrer Hermann Sturm, der die Renovierung begleitete. Stellvertretend für die Katholische Kirchengemeinde wurde ihm in der Säulenhalle der Alten Münze des Bayerischen Landesamtes in München am 28. Juni 2018 die diesjährige Denkmalschutzmedaille zusammen mit einer Urkunde von der Bayerischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Prof. Dr. Marion Kiechle persönlich überreicht.

 

Der Preis gilt als die höchste Auszeichnung in der Denkmalpflege. Er ist sozusagen der "Oscar" der Denkmalpflege, wie der Chef des Hauses, Generalkonservator Mathias Pfeil in seinem Grußwort zur Verleihung der 40. Denkmalschutzmedaille betont. Die Silber-Medaille ziert das Porträt König Ludwig I., der mit der 1835 eingeführten "Generalinspection plastischer Denkmäler des Reiches" die Entwicklung des Denkmalschutzes in Bayern einläutete. Dieser seit 1978 jährlich ausgelobte Preis wird vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst vergeben und ehrt Personen oder Vereinigungen, die mit besonderem Engagement das kulturelle Erbe in Bayern bewahren, zu welchem im Boden nicht sichtbare Denkmäler genauso zählen wie Häuserlandschaften formende Baudenkmäler, die der Heimat ihr unverwechselbares Gesicht geben. Von den insgesamt rund 100 eingereichten Vorschlägen, wurden in diesem Jahr 30 ausgewählt und prämiert. Die Bandbreite der teilweise vor dem Verfall geretteten Objekte reichte vom Brückenbau über Burgruine, Bauernhaus, Villa, Schloss, Kirche, Synagoge bis zur Holocaustgedenkstätte.

Pfarrer Hermann Sturm ist einer von insgesamt rund 1000 Trägern der Denkmalschutzmedaille. Im Wortlaut der von Prof. Dr. Marion Kiechle verlesenen Laudatio heißt es: "Im Mittelpunkt der Instandsetzung der katholischen Pfarrkirche St. Jakobus stand ihre hochwertige Ausstattung. Die denkmalpflegerische Maßnahme wurde mit höchstem konservatorischem Anspruch verfolgt. Sollten Sie einmal nach Ensdorf kommen, werfen Sie unbedingt einen Blick auf das Deckengemälde über dem Hochaltar."

 

Der zwischen 1695 bis 1717 an der Stelle des romanischen Vorgängerbaus des ehemaligen Benediktinerklosters Ensdorf errichtete Neubau gilt als bedeutendes Werk der Barockzeit und ist eine Station auf dem Pilgerweg der Oberpfalz. Das im Zusammenspiel von Architektur, Skulptur und Malerei  alle Sinne des Menschen ansprechende Gesamtkunstwerk prägt vor allem die freskierten Deckengemälde. Sie tragen nicht nur die frühe Handschrift des Meisters Cosmian Damian Asam, sondern auch die Handschrift von dessen Vater Hand Georg Asam (im Deckengemälde über dem Hauptaltar). Als besondere Maßnahme der Inneninstandsetzung zu werten ist neben der Reinigung und Konservierung der polychromen und holzsichtigen Ausstattung auch die Freilegung des bauzeitlichen Fußbodens, der so genannte Solnhofener Rosenspitz.

 

Dass sich das 21. Jahrhundert durchaus auch mit der Geschichte verträgt, zeigt das Beispiel der neu gestalteten liturgischen Orte in St. Jakobus. Hierfür wurde ein Künstlerwettbewerb ausgelobt, der von dem Künstler Josef Sailsdorfer gewonnen wurde. Minimalistisch und klare Kante zeigend, gestaltete Sailsdorfer Ambo, Volksaltar, Kredenz, Sedilien und den Sockel des Taufbeckens. Zum Gelingen beigetragen haben auch viele freiwillige Helfer aus der Kirchengemeinde, betont die an der Renovierung beteiligte Regensburger Architektin Carola Setz: "Ihr schneller, kompetenter und oft auch spontaner Einsatz erleichterte uns Planer und auch den beteiligten Firmen die Durchführung der Maßnahme ungemein." Dieses ehrenamtliche Engagement war auch ein Kriterium bei der Entscheidungsfindung für die Preisvergabe.

 

Text + Foto: Angelika Irgens-Defregger