News Bild „Viele Menschen mit Behinderung sind genauso leistungsfähig wie andere auch“:

„Viele Menschen mit Behinderung sind genauso leistungsfähig wie andere auch“:

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(kjf) „Mitleid darf kein Einstellungskriterium sein“, unter diesem Leitsatz stand ein Pressegespräch, in dem am 5. Juli der Integrationsfachdienst Regensburg/ Schwandorf (ifd) über seine Arbeit informierte. Der ifd, eine Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge, setzt auf die Qualifikation und Fähigkeiten behinderter Menschen, die er vermittelt. In enger Kooperation mit den Agenturen für Arbeit in Regensburg und Schwandorf sowie dem Integrationsamt der Oberpfalz konzentriert sich der ifd darauf, Arbeitsplätze zu finden, an denen der oder die Bewerber/in volle Leistung bringen kann. Für Unternehmen nicht nur finanziell ein Vorteil: Das oft aufwendige Personalauswahlverfahren erübrigt sich, der ifd begleitet den Einarbeitungsprozess. Das Konzept überzeugt: Trotz angespannter Arbeitsmarktlage fanden im letzten Jahr 88 Menschen mit Behinderung eine feste Stelle; damit stieg die Vermittlungsquote des ifd um 91 Prozent.

Im Jahr 2002 fanden 46 behinderte Menschen mit Hilfe des Integrationsfachdienstes Regensburg/ Schwandorf einen Arbeitsplatz, ein Jahr später waren es bereits 88 Bewerber/innen. Das entspreche einer Steigerung von 91 Prozent, legte Manina Sobe, Leiterin des ifd, dar: „Unser Verständnis von Arbeitsvermittlung wird honoriert. Wir nehmen uns Zeit, finden gemeinsam mit den Menschen, die wir betreuen, heraus, welche Tätigkeiten in Frage kommen. Unternehmen können sich darauf verlassen, dass wir Ihnen nur Leute empfehlen, die auch für die offene Stelle passen. Aus Mitleid einstellen, damit ist niemandem gedient.“

Michael Eibl, Sprecher der Katholischen Jugendfürsorge, führte diesen Erfolg nicht zuletzt auf die enge Kooperation mit den Agenturen für Arbeit in Regensburg und Schwandorf und dem Integrationsamt der Oberpfalz zurück: „Schwer behinderte Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, das kann nur gemeinsam gehen. Wenn die Potenziale und Bedürfnisse der Arbeitsuchenden im Mittelpunkt stehen und nicht etwa das Abklären irgendwelcher Zuständigkeiten, dann kommt, wie wir hier sehen, etwas Gutes dabei heraus.“ Auch anderen sozialen Partnern wie dem Bayerischen Landesverband für die Wohlfahrt Gehörgeschädigter e.V., dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V., dem BFW Eckert, dem Diakonischen Werk e.V., dem BFZ Nürnberg sowie der LVA und BfA sei an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit gedankt.

Mit Peter Smolarczyk, Teamleiter bei der Agentur für Arbeit Regensburg, war sich auch Kurt Seggewiß, Teamleiter bei der Agentur für Arbeit Schwandorf einig: „Dank der engagierten Arbeit des ifd konnte die Arbeitslosigkeit bei schwer behinderten Menschen in unserer Region beeindruckend reduziert werden. Die Mittel der Ausgleichsabgabe sind hier sinnvoll eingesetzt, um Menschen, die es nicht leicht haben, eine neue Perspektive für die Zukunft zu eröffnen.“ Erich Bierler, Arbeitsbereichsleiter beim Integrationsamt der Oberpfalz, bezeichnete die Eingliederungserfolge des IFD als „erfreulich, vor allen Dingen unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“. Um bestehende Arbeitsverhältnisse zu sichern, unterstütze das Integrationsamt Arbeitgeber wie schwerbehinderte Arbeitnehmer durch persönliche Beratung oder finanzielle Leistungen. Hierzu gehörten insbesondere auch die Berufsbegleitenden Dienste, die eng mit dem IFD kooperieren.