News Bild Vermittlung von Kritikfähigkeit ist wichtige Basis für Religionslehrer - 46 Referendare erhalten die Missio Canonica

Vermittlung von Kritikfähigkeit ist wichtige Basis für Religionslehrer - 46 Referendare erhalten die Missio Canonica

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Mit einem feierlichen Gottesdienst sowie der festlichen Überreichung der Urkunden erfolgte in der Waldetzenberger Pfarrkirche St. Markus die Verleihung der Missio Canonica. Heuer bekamen 46 Referendare an weiterführenden Schulen diese kirchliche Beauftragung zur Erteilung des Religionsunterrichts.

Domdekan Prälat Johannes Neumüller begrüßte in seiner Eigenschaft als Schulreferent der Diözese die jungen Lehrkräfte und deren Angehörige sowie die Seminarlehrer und die Ministerialbeauftragten der drei Schulgattungen.  Den jungen Lehrerinnen und Lehrern wünschte der Schulreferent viel Freude bei dem nun eigenverantwortlich gestalteten und geprägten Religionsunterricht und dankte ihnen für die "Bereitschaft am gemeinsamen Dienst an der Schule".

 

 

Religionsunterricht ist etwas Besonderes

"Ich schätze den Religionsunterricht außerordentlich. Ich habe selbst einen hervorragenden Religionsunterricht erfahren. Ich danke Ihnen für diesen Dienst und für die Ausbildung. Durch die Taufe und Firmung sind Sie mit dem Heiligen Geist gestärkt und damit eigenverantwortlich zu Zeugen des Glaubens bestellt. Aber die Kirche hält den Religionsunterricht für etwas ganz Besonderes, weshalb sie zu dessen Erteilung die Missio Canonica vorsieht", beschrieb Bischof Voderholzer in seiner Begrüßung den Gehalt dieser Aussendung.

 

 

Heute wird viel geglaubt

In seiner Predigt ging der Oberhirte auf das Phänomen "Glauben" in heutiger Zeit ein. "Noch nie musste man so viel glauben wie heute", stellte der Bischof einleitend fest und verwies auf die Nachrichten- und Informationsvielfalt in den Printmedien, in Rundfunk, Fernsehen und Internet. Im Blick auf die junge Generation sprach er das gefährlich-große Vertrauen in die sozialen Medien und Netzwerke an und empfahl den angehenden Religionslehrern, den Kindern und Jugendlichen in diesem Kontext "größere Kritik bzw. ein Maß an Misstrauen mit auf den Weg zu geben". Aber auch in der Wissenschaft werde viel geglaubt, solange keine Falsifizierung vorliege. Nicht zu vergessen die Werbung, ja selbst im religiösen Bereich gebe es Inhalte, bei denen "jeder Rationalitätsanspruch beiseite gelassen" werde, so Bischof Voderholzer exemplarisch die Esoterik (Seelenwanderung, Wiedergeburt etc.) nennend.

Ebenso sprach er die vermeintliche Unvereinbarkeit von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und christlichem Glauben an, was für viele Menschen ein Problem sei. "Ich bin so froh, dass ich in der Schule durch einen guten Physik-, Geschichts- und Religionsunterricht von der Vereinbarkeit der beiden Aspekte überzeugt wurde. Die Bibel muss nicht wortwörtlich genommen werden, sie ist kein naturwissenschaftliches Auskunftsbuch. Die Heilige Schrift will uns sagen, wie wir in den Himmel, zu Gott kommen und nicht wie das Firmament entstanden ist. Wir brauchen keine Angst vor einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung haben. Wenn die Leute kritikfähiger wären, würden sie mehr in die Kirche gehen", appellierte Bischof Voderholzer an die jungen Lehrkräfte und verband dies mit dem Wunsch, stärkere Kritikfähigkeit auch als Basis ihrer Tätigkeit zu sehen.

 

 

Mit gutem Religionsunterricht kann Hoffnung und Mut zum Leben geschenkt werden

Nach dem Glaubensbekenntnis aller Gottesdienstbesucher legten die 46 Lehrer ihr Versprechen ab. Danach beauftragte sie Bischof Voderholzer zur Erteilung des Religionsunterrichts. Die Referendare brachten sich auch aktiv in die Gestaltung des Gottesdienstes ein - als Lektoren bei der Lesung und den Fürbitten. Aus den Händen von Bischof Voderholzer, Schulreferent Neumüller und der jeweiligen Seminarlehrer erhielten die Lehrer nach dem Gottesdienst ihre Urkunden. Die eigene religiöse Verankerung der angehenden Pädagogen sah Schulreferent Neumüller in seinem Grußwort als wichtige Basis. Mit einem guten Religionsunterricht könne den Kindern und Jugendlichen Hoffnung gemacht und Mut zum Leben geschenkt werden. Das Vorbild der Lehrkräfte betonte auch die scheidende Ministerialbeauftragte für die Realschulen in der Oberpfalz, Leitende Realschuldirektorin Maria Kinzinger. Bei Herausforderungen wie Globalisierung und Digitalisierung sei die Vermittlung von Werten - Empathie, Toleranz, Solidarität - wichtig.