News Bild „Unterwegs zu Dir“ - Stadtdekan Roman Gerl wirbt zusammen mit dem RVV für Gottesdienste

„Unterwegs zu Dir“ - Stadtdekan Roman Gerl wirbt zusammen mit dem RVV für Gottesdienste

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In einem aktuellen Werbeclip des RVV, Regensburger Verkehrsverbund, lädt Stadtdekan Roman Gerl die Menschen ein, die Gottesdienstfeiern in den Kirchen von Regensburg zu besuchen. Ein ungewöhnlicher Weg, Gläubige anzusprechen? Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

 

Herr Stadtdekan, wie kam es zu der Idee, in einem kommerziellen Werbeclip die Feier der Heiligen Messe zu bewerben?

Jochen List, Leiter einer Marketingagentur, kam auf mich zu. Er hat ein Projekt für den RVV entwickelt, das mit dem Claim "Unterwegs zu Dir" arbeitet. So war er auf der Suche nach verschiedenen Personen, die im übertragenden Sinne auch "unterwegs zu den Menschen" sind. Ähnlich, wie es beim RVV auch der Fall ist. Bei diesem Projekt wirkt unter anderem Frau Dr. Agnes Tietze, Direktorin der Ostdeutschen Galerie und Dr. Ludwig Zehetner, der in unserer Region bekannte Dialektforscher, mit. Als Pfarrer der Dompfarreiengemeinschaft, als Innenstadtseelsorger und Stadtdekan für Regensburg versuchen wir, die Menschen zu erreichen. So wurde auch ich angefragt, mitzumachen.

 

Können Ihrer Ansicht nach solche Aktionen helfen, dass mehr Gottesdienstbesucher zur Heiligen Messe kommen?

Ich denke, dass es eine Möglichkeit ist, zumindest aufmerksam zu machen. Es geht nicht darum, "Insidern" die Gottesdienstzeiten zu erklären - die sind diesem Kreis bekannt. Aber es gibt auch eine breite Öffentlichkeit, die vielleicht wieder in der Kirche andocken möchte. Dafür ist es eine gute Möglichkeit, unsere Gottesdienste auch auf diese Weise bekannt zu machen. Menschen, die ich von den Gottesdiensten kenne, haben mich auf den Werbeclip bereits angesprochen. Sie finden die Idee toll, Angebote der Kirche auf diese Art in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir können nicht darauf warten, dass die Leute zu uns kommen, sondern wir müssen Wege finden, wie wir zu den Menschen kommen, wie wir Kirche zu den Menschen bringen. Der Werbeclip ist eine Möglichkeit. Dass man auf mich zugekommen ist, sehe ich auch als Wertschätzung des RVV gegenüber der Kirche von Regensburg.

 

 

Werbung für Gottesdienste und kommerzielle Werbung. Ist das ein Widerspruch?

Wenn wir den Zweck betrachten, den wir gemeinsam verfolgen, dann ist das aus meiner Sicht kein Widerspruch. Blickt man auf den RVV, dann muss man feststellen, dass man den Regensburger Verkehrsverbund in erster Linie als Behörde wahrnimmt. Bei diesem Projekt geht es aber darum, eine Haltung zu kommunizieren, dass auch der RVV einen sozialen Aspekt verfolgt. Nicht nur die Menschen von A nach B zu transportieren, sondern den Menschen in der Region entgegen zu kommen. Übertrage ich das auf die Kirche, dann geht es bei uns genau um diesen sozialen Aspekt, Menschen miteinander zu vernetzen. Natürlich immer vor dem Hintergrund unserer Spiritualität. Es ist ganz klar, dass wir unterschiedliche Ausrichtungen haben. Aber den Zweck, den wir miteinander verfolgen, den Menschen etwas Gutes zu tun, ist für beide "Unternehmen" ähnlich. Wobei Kirche selbstverständlich kein Unternehmen ist.

 

Wir erleben Sie die Corona-Pandemie als Seelsorger? Welche Auswirkungen hat sie auf den Besuch der Kirchen und was können Lösungsansätze sein?

Wir stellen in allen Pfarrgemeinden weitgehend fest, dass der Kirchenbesuch deutlich zurückgegangen ist. Dass viele Menschen ängstlich und vorsichtig geworden sind und zahlreiche Gläubige, die zu unseren Gottesdienstbesuchern zählen, selbstverständlich auch der Risikogruppe angehören. Wir sollten versuchen, unser Netzwerk, das wir systematisch aufgebaut haben, jetzt nicht einfach einreißen zu lassen. Wir müssen kreativ sein, wie wir in Beziehung zu den Menschen treten können, die nun keine Gottesdienste besuchen. Ich appelliere immer an die Kreativität. Wir können nicht mehr, so wie wir vor der Pandemie Seelsorge betrieben haben, weitermachen, sondern es braucht vermutlich auch neue Ideen, neue Wege zu den Menschen.

 

Wie beurteilen Sie Möglichkeit, Gottesdienste online im Livestream anzubieten?

Es ist eine gute Möglichkeit über das Livestreaming von Gottesdiensten mit den Menschen in Kontakt zu treten. Während der Übertragung, beispielsweise in der Osternacht, habe ich sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Auch wenn es für die Menschen schmerzlich war, nicht physisch anwesend zu sein, war es trotzdem schön, den Gottesdienstraum auf diese Weise zu betreten und sich mit dem Seelsorger, mit dem man sich verbunden fühlt, in Kontakt zu treten. Den Gottesdienst, als Mitte des gemeinsamkeitschaffenden Zusammenkommens so zu feiern, ist eine gute Möglichkeit. Es darf natürlich nicht die einzige Möglichkeit bleiben. Wir müssen trotzdem auch überlegen, wie wir Gottesdienst kombinieren. Wir werden an Weihnachten versuchen, eine Kombination aus Gottesdienstteilnehmern, die direkt vor Ort teilnehmen können, und der Übertragung im Livestream zu schaffen. Im Freien ist eine Umsetzung schwierig. Auch hier gibt es Auflagen, wie viele Menschen zusammen können dürfen. Auch die Frage nach großen Freiflächen, um die gesetzliche Abstandsregelung einhalten zu können, ist nicht immer umsetzbar.

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Das Gespräch führte Jakob Schötz von der Bischöflichen Pressestelle