Unterstützung beim Bau einer neuen Synagoge angeboten - Antrittsbesuch von Bischof Rudolf Voderholzer bei der jüdischen Gemeinde Regensburg

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Die jüdische Gemeinde Regensburg feierte ihren Sabbat-Gottesdienst am vergangenen Samstag zusammen mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, Generalvikar Michael Fuchs und weiteren Begleitern. Rabbiner Josef Chaim Bloch begrüßte die Gäste herzlich. Diese dritte Begegnung im jüdischen Gemeindezentrum war gleichzeitig der offizielle Antrittsbesuch des Regensburger Bischofs. Im Mittelpunkt des Sabbat-Hauptgottesdienstes am Samstagvormittag stehen die festliche Prozession der Thorarollen und die Lesungen aus Thora und Bibel.

Die Katholiken sehen die Juden als ältere Schwestern und Brüder im Glauben. In Abraham und Moses findet auch die Kirche die Anfänge ihres Glaubens. Das Zweite Vatikanische Konzil anerkennt die Juden als das Volk, mit dem Gott seinen Bund schloss, ein Bund, der auch heute noch bestehe.

In seiner kurzen Ansprache während des gemeinsamen Essens nach dem Sabbatgottesdienst betonte Bischof Rudolf  das große Geschenk, das die Juden der ganzen Welt mit der Sabbatruhe gemacht haben: „Wir dürfen teilhaben an der Ruhe Gottes.“ Das sei ein Schatz, der gemeinsam zu verteidigen ist. „Arbeit, Kommerz und Geldverdienen wollen die Ruhe Gottes vereinnahmen.“

Bischof Rudolf erinnerte auch an den inneren Zusammenhang zwischen dem jüdischen Pessach-Fest und dem christlichen Ostern. Beide Feste fallen in diesem Jahr fast genau aufeinander und stehen kurz bevor. Mit dem Pessach-Fest erinnern die Juden an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei Ägyptens. Auch Jesus feierte mit seinen Aposteln kurz vor seinem Kreuzestod dieses traditionelle Mahl. Zu seinem Abschluss sprach er die Wandlungsworte, die im Glauben der Katholiken die Eucharistie begründen.

Bischof Rudolf bot der jüdischen Gemeinde Hilfe beim Bau einer neuen Synagoge mit Gemeindezentrum an. Die Regensburger Synagoge wurde 1938 in der so genannten „Reichskristallnacht“ zerstört und nach dem Krieg die heute bestehenden Räume aufgebaut. In den Bau-Unterstützungsverein entsandte der Bischof Domkapitular Peter Hubbauer und Regionaldekan Alois Möstl. Er bat darüber hinaus Ilse Danzinger, die im Vorstand der jüdischen Gemeinde wirkt, einen Weg vorzuschlagen, wie das Bistum Regensburg das Bauvorhaben auch materiell unterstützen könne.

Die Freundschaft zwischen dem Bischof von Regensburg und der jüdischen Gemeinde in Regensburg hat bereits Tradition. Auch Bischof Gerhard Müller besuchte die jüdische Gemeinde mehrfach. Besonderes Aufsehen erregte das Auftrittsverbot für den Holocaust-Leugner Richard Williamson, das Bischof Gerhard Müller für alle kirchlichen Räume in der Diözese erließ. Als Papst Benedikt XVI. am 12. und 13. September 2006 Regensburg besuchte, nahm er gerne die Einladung zu einem koscheren Essen im jüdischen Gemeindehaus an, das in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wohnung seines Bruders Georg liegt.

Von dem Besuch liegen keine Bilder vor, da am Sabbat nicht fotografiert werden soll.  



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