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UN-Klimakonferenz: Kindermissionswerk und Sternsinger-Partner warnen vor Hunger und Kriegen

Klimawandel: Gefahren für Kinder und Jugendliche

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Aachen, 7. November 2022

Vom 6. bis 18. November findet im ägyptischen Scharm El-Scheich die 27. UN-Klimakonferenz (COP27) statt. Das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger‘ machte im Vorfeld der Konferenz auf die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels für Kinder und Jugendliche aufmerksam. „Zu den größten Gefahren für Mädchen und Jungen weltweit zählen die Folgen des Klimawandels“, sagt Petra Schürmann, Fachreferentin für Kinderrechte im Kindermissionswerk. „In einer intakten Umwelt aufzuwachsen und ein gesundes Leben führen zu können ist ein Kinderrecht. Dafür setzen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern weltweit ein“, so Schürmann. Der Klimawandel führt dazu, dass sich Lebensräume verändern. Trockengebiete nehmen zu, gleichzeitig steigt die Zahl der von Überschwemmungen bedrohten Gebiete. „Menschen, die von der Landwirtschaft und regelmäßigen Erträgen abhängig sind, entzieht das die Lebensgrundlage. Auch Kriege um Wasser und Ressourcen werden zunehmen“, warnt Schürmann.

Klimawandel deutlich spürbar: Partner-Stimmen aus Ägypten und Tansania

Die Folgen des Klimawandels sind für viele Partner des Kindermissionswerks schon jetzt deutlich spürbar. Die Organisation AUEED (Association of Upper Egypt for Education and Development), ein Partner der Sternsinger in Ägypten, trägt mit einem Bildungsprogramm in rund 35 Grundschulen dazu bei, die Lebensumstände von benachteiligten Kindern durch ganzheitliche Bildung zu verbessern. Mehr als 12.000 Schülerinnen und Schüler werden mit dem Programm erreicht, bei dem es auch um Themen wie Gesundheit und Umweltbewusstsein geht.

„Obwohl Ägypten mit einem Anteil von nur 0,63 Prozent mit am wenigsten zu den weltweiten CO2-Emissionen beiträgt, gilt es als eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder“, sagt die Organisation AUEED. Extreme Wetteränderungen wie Staubstürme, Hitzewellen, Überschwemmungen, die Gefährdung der Küstengebiete im Nildelta einschließlich der Millionenstadt Alexandria durch den ansteigenden Meeresspiegel, die Verschlechterung der landwirtschaftlichen Produktion und ihre Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit sowie zunehmende Wasserknappheit seien nur einige Risiken und Folgen des Klimawandels in Ägypten. Hinzu käme die erhöhte Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten, die von Insekten übertragen werden, wie Malaria, Dengue-Fieber und Rifttalfieber. Und: „Der Mangel an natürlichen Ressourcen wird Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit bedrohen und kann zu Kriegen zwischen Ländern führen“, warnt auch AUEED.

Mit Blick auf die Klimakonferenz im eigenen Land betont der Sternsinger-Partner: „Die Entwicklungsländer, die mit den katastrophalen Folgen des Klimawandels konfrontiert sind, brauchen trotz ihres begrenzten Beitrags zur derzeitigen Situation ernsthaftere Unterstützung, wenn sie sich an die veränderten Klimamuster anpassen, Risiken und Schäden abmildern und Null-Emissionsziele erreichen sollen. Die Industrieländer müssen frühere Zusagen einhalten, den Entwicklungsländern jährlich 100 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, um deren grünen Übergang zu unterstützen.“

Tansania: Dürre, Wassermangel und steigende Preise

Die Folgen des Klimawandels spürt auch die Organisation AAIDRO (Arusha Archdiocese Integrated and Relief Office), ein Sternsinger-Partner in Tansania, Ostafrika. Die Entwicklungsorganisation der Erzdiözese Arusha fördert mit einem Ausbildungsprogramm für Vorschulerzieherinnen die frühkindliche Erziehung in ländlichen Viehzüchter-Gemeinden. „Die schwerwiegendste Folge ist, dass bei anhaltender Dürre der Großteil des Viehs in der Massai-Gemeinschaft sterben wird, obwohl sie auf dieses als Nahrungs- und Einkommensquelle angewiesen sind“, sagt AAIDRO. Aufgrund der Dürre ziehen die Männer mit den Viehherden auf der Suche nach ausreichend Weidegrund deutlich weiter weg als bisher. Kinder und Mütter werden zurückgelassen und haben keinen Zugang zur Milch der Viehherden. Die Mütter wiederum lassen die Kinder mit ihren Geschwistern alleine zu Hause, um Nahrungsmittel für die Familie zu beschaffen. Mädchen und Jungen, die bisher in Kindergärten, Vor- und Grundschulen gingen, nehmen nicht mehr regelmäßig am Unterricht teil, weil sie zu Hause aufeinander aufpassen müssen. Verlorene Ernten und massive Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln führen dazu, dass das Schulessen immer häufiger ausfällt. 

Von der am 6. November auf dem afrikanischen Kontinent beginnenden Klimakonferenz erhofft sich die Organisation, dass sich die Menschen weltweit der negativen Auswirkungen des Klimawandels bewusst werden und sie ihre Lebensweise ändern, da menschliche Aktivitäten die Hauptursache des Klimawandels sind.

Text: Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘/mk
Titelbild: (c) Digitalpress - stock.adobe.com

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Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger

Rund 1.300 Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 61 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2021 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 91 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben. 

Das Kindermissionswerk nimmt Spenden für Kinder entgegen. Spendenkonto: Pax-Bank eG, IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31, BIC: GENODED1PAX.