Kiew, Höhlenkloster

Ukrainekrieg: geistliches Erbe in höchster Gefahr

Kiew: das Höhlenkloster brennt


Kiew / Regensburg, 16. Juni 2026

Ein russischer Angriff inmitten des seit über vier Jahren wütenden Kriegs zwischen Russland und der Ukraine hat das berühmte orthodoxe Höhlenkloster in Kiew beschädigt. Der Militärgouverneur von Kiew, Tymur Tkatschenko, teilte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) mit: „Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters.“ Aktuelle Agenturbilder zeigen den lichterloh brennenden Dachstuhl der Kathedrale.

Konkret wurde am frühen Montagmorgen durch den Angriff das Dach der Mariä-Entschlafens-Kathedrale massiv beschädigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich laut dpa „mit Geistlichen und Regierungsvertretern ein Bild von den Schäden“ gemacht.

„Russland habe den Stadtteil mit dem Kloster absichtlich mit zwei Drohnen angegriffen“, hieß es. „Er äußerte sich aber bei Telegram nicht dazu, ob – wie von Russland behauptet – eine Rakete der ukrainischen Flugabwehr in das Heiligtum krachte. Selenskyj drohte Moskau mit einer ‚gerechten Antwort‘ Kiews. Nach Regierungsangaben wird die Kirche wieder instand gesetzt.“ Später hieß es, „es seien auf dem Klostergelände Reste einer russischen Kamikaze-Drohne vom Typ Geran, einem Nachbau der iranischen Shahed-Drohne, gefunden worden. Der Geheimdienst veröffentlichte auch Fotos dazu.“

Zum Höhlenkloster in Kiew gehören neben der Mariä-Entschlafens-Kathedrale auch andere berühmte Gebäude, darunter der Große Lawra-Glockenturm und die Dreifaltigkeitstor-Kirche. Das Kloster selbst geht auf das elfte Jahrhundert zurück. Bis vor wenigen Jahren bewohnten Mönche der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK) das Kloster. Aufgrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine bzw. der Verbindungen der UOK nach Russland mussten die Mönche auf Befehl des ukrainischen Staates das Kloster verlassen.

Die nun beschädigte Mariä-Entschlafens-Kathedrale war in den 1940er Jahren gesprengt worden, nachdem aus dem nationalsozialistisch regierten Deutschland der Befehl dazu ergangen war. Die Wehrmacht und mit ihr die damaligen regimetreuen Einheiten hatten 1941 Kiew besetzt. Erst vor weniger als 30 Jahren konnte der Wiederaufbau der Kathedrale vollendet werden.

Text: CNA Deutsch / sig

(sig)

Weitere Infos

Unser Bild zeigt das Höhlenkloster in Kiew vor den russischen Angriffen, also noch unbeschädigt.



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