News Bild Tragische Liebesgeschichte zwischen Agnes Bernauer und Herzog Albrecht III.

Tragische Liebesgeschichte zwischen Agnes Bernauer und Herzog Albrecht III.

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"Ich bin sehr beeindruckt. Ein sehr professionelles Spiel. Ich kann allen Schauspielern und dem Festverein nur gratulieren" sagte Bischof Rudolf Voderholzer am Samstagabend als Ehrengast bei der 14. Aufführung der Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing. Alle vier Jahre bringt der Agnes-Bernauer-Festspielverein die tragische Liebesgeschichte zwischen Agnes Bernauer und Herzog Albrecht III. im Innenhof des Straubinger Herzogsschlosses auf die Bühne. Gemeinsam mit Regionaldekan Monsignore Jakob Hofmann und Dekan Johannes Plank saß der Diözesanbischof inmitten des ausverkauften Freilichtspiele und gab gemeinsam mit den Zuschauern  begeisterten Szenenapplaus. Wie er erklärte, kennt er als gebürtiger Münchner die tragische Geschichte um die Agnes Bernauer und ihre treue Liebe zu Herzog Albert III. seit langer Zeit.

"Es ist eine hochakzeptable Leistung der 150 Schauspieler wie sie die Ständehierarchie des Mittelalters hier professionell umsetzen" betonte Bischof Rudolf.  Die Geschichte: Am 12. Oktober 1435 wurde in der Donau bei Straubing eine junge Frau ertränkt. Ihr Name: Agnes Bernauer, ihr Verbrechen: treue Liebe zu Herzog Albrecht III., dem designierten Thronfolger im Herzogtum Bayern München. Die Chronisten bezeichnen diese Agnes Bernauer als Tochter eines Baders aus Augsburg. Die heimliche Ehe zwischen der Frau aus unteren Volksschichten und dem Herzog war ein schwerer Verstoß gegen die "von Gott gewollte" Ständehierarchie des Mittelalters, eine Gefahr für die Zukunft des Herzogtums, eine Verletzung der Ehre des fürstlichen Hauses Wittelsbach und des ganzen Landes.

Alle Versuche, Albrecht von Agnes abzubringen, scheiterten. Da griff Albrechts Vater Herzog Ernst I. zur rohen Gewalt. Unter dem Vorwand der Schadenzauberei, des Hochverrats und der Landschädlichkeit ließ er Agnes beseitigen.  Diese tragische Lebens- und Liebesgeschichte ist die historische Grundlage für das Freilichtspiel im Hof des Herzogsschlosses zu Straubing. Seit 1935 finden dort meist im vierjährigen Turnus die Agnes-Bernauer-Festspiele statt.

Interessiert ließ sich Bischof Rudolf während der Pause vom Vorsitzenden des Festspielvereins  Dr. Hubert Fischer und seiner Frau Edeltraut die Details der handgefertigten Kostüme erklären, die allesamt nach historischen Vorbildern gearbeitet sind. "Das gesamte Festspiel mit der schauspielerischen Leistung der Darsteller,  der Musik und den herrlichen Kostümen gereicht der Stadt Straubing zur Ehre" resümierte Bischof Rudolf. Nach dem Schlussapplaus nahm sich der Diözesanbischof noch Zeit für kurze Begegnungen mit einigen Schauspielern, darunter "dem Prior vom Karmelitenkloster" und dem Küchenjungen Michael - einem eifrigen Minsitranten, den er bereits bei der Ministrantenromwallfahrt im letzten Jahr getroffen hatte.