Thermometer zeigt Hitze vor einem blauen Himmel mit sengender Sonne an

Tipps aus dem Caritas-Krankenhaus: Hitzeschutz an heißen Tagen

Wie man Sonnenbrand und Sonnenstich vermeidet


Regensburg, 19. Juni 2026

Die erste Hitzewelle des Jahres hat Regensburg erreicht. Schon am Vormittag wird es drückend warm, am Nachmittag steigen die Temperaturen auf mehr als 30 Grad, nachts kühlt es kaum ab. Für den Körper ist das eine Belastung. Das Caritas-Krankenhaus St. Josef rät deshalb dazu, Warnzeichen ernst zu nehmen und den Alltag an die hohen Temperaturen anzupassen.

„Hitze ist für den Körper Arbeit“, sagt Dr. Andreas Hüfner, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme. Der Körper müsse seine Temperatur ständig stabil halten. „Das gelingt vor allem dann nicht mehr gut, wenn Menschen zu lange in der Sonne sind, zu wenig trinken oder sich bei hohen Temperaturen stark anstrengen.“

Der Körper braucht Flüssigkeit

Entscheidend ist, nicht erst zu reagieren, wenn der Kreislauf schlappmacht. Wer schwitzt, verliert Flüssigkeit und Mineralstoffe. Trinkt man zu wenig, können Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelkrämpfe oder ein schneller Puls auftreten. Auch das Gefühl, nicht mehr richtig auf den Beinen zu sein, ist ein Warnzeichen. „Dann heißt es: raus aus der Hitze, Pause machen, trinken und den Körper kühlen“, sagt der Notfallmediziner

Gut geeignet sind Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen. Alkohol belastet den Kreislauf zusätzlich. Wichtig ist, über den Tag verteilt zu trinken – nicht erst, wenn der Durst groß ist. Das gilt besonders für ältere Menschen, die oft weniger Durst verspüren, und für Kinder, die beim Spielen das Trinken vergessen.

Wenn Sonne Kopf und Kreislauf trifft

Ein klassisches Sommerrisiko ist der Sonnenbrand. Er entsteht, wenn die Haut zu viel UV-Strahlung abbekommt. Oft merken Betroffene erst am Abend, dass sie zu lange in der Sonne waren. Die Haut wird rot, spannt, brennt oder juckt. Bei stärkerem Sonnenbrand können sich Blasen bilden, auch Fieber, Schüttelfrost oder Kreislaufprobleme sind möglich.

„Ein Sonnenbrand ist medizinisch gesehen eine Verbrennung der Haut“, erklärt Dr. Hüfner. Leichte Rötungen könne man mit lauwarmen Duschen, feuchten Umschlägen oder kühlenden Lotionen meist selbst behandeln. Eiskalte Kühlpacks direkt auf der Haut sind dagegen nicht ratsam, weil sie das Gewebe zusätzlich reizen können. Ärztliche Hilfe ist nötig, wenn sich Blasen bilden, größere Hautflächen betroffen sind oder Fieber und Kreislaufbeschwerden dazukommen.

Ein Arztbesuch ist auch nötig, wenn es zum Hitzschlag kommt. Er entsteht nicht nur in der Sonne, sondern immer dann, wenn der Körper seine Wärme nicht mehr abgeben kann. Die Körpertemperatur steigt stark an, das Bewusstsein kann sich eintrüben, Krampfanfälle sind möglich. „Das ist kein Fall mehr für Hausmittel“, warnt der Chefarzt. „Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich. Wer Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder Krämpfe bemerkt, muss sofort den Notruf 112 wählen.“

Besonders gefährdet sind Säuglinge und kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen, etwa des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren, des Stoffwechsels oder des Nervensystems. Auch Medikamente können eine Rolle spielen, weil manche Mittel Flüssigkeitshaushalt, Blutdruck oder Wärmeregulation beeinflussen. 

Auf Mitmenschen Acht geben

Dr. Hüfner rät außerdem, an heißen Tagen auf andere zu achten: auf ältere Angehörige, alleinlebende Nachbarn oder chronisch kranke Freunde. Ein kurzer Anruf, ein Einkauf oder die Erinnerung ans Trinken können viel bewirken.

Am besten ist es, Hitze gar nicht erst zur Belastung werden zu lassen. Wer kann, meidet die Mittagshitze zwischen 11 und 16 Uhr. Sport, Gartenarbeit und längere Wege sollten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Schatten, luftige Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille schützen den Körper. Unbedeckte Haut braucht Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor.

Der Sommer soll Freude machen – im Freibad, im Garten, auf dem Rad oder beim Spaziergang durch Regensburg. Damit das so bleibt, braucht der Körper Schutz und Pausen. „Die meisten hitzebedingten Beschwerden lassen sich vermeiden“, sagt Dr. Hüfner. „Entscheidend ist, Warnzeichen ernst zu nehmen und rechtzeitig zu reagieren.“


Text: Katja Vogel/Caritas-Krankenhaus St. Josef

(kw)



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