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Theologie und Technik im Dialog

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Mit dem dritten Schöpfungstag unter dem Leitwort „Aufblick - Einblick – Durchblick“ hat das Bistum Regensburg am vergangenen Samstag, 13. Oktober, die Wichtigkeit eines intensiveren Dialogs zwischen Theologie und Technik deutlich gemacht, um sich den Herausforderungen des globalen Klimawandels auf regionaler Ebene zu stellen. Zu dem Schöpfungstag hatte der Bischöfliche Baudirektor Dipl.-Ing. (FH) Paul Höschl in Zusammenarbeit mit dem Bischöflichen Umweltbeauftragten Norbert Krenn und der Arbeitsgruppe Umweltgerechtes Bauen im Bischöflichen Ordinariat eingeladen.

In seiner Einführung betonte der Bischöfliche Umweltbeauftragte Norbert Krenn, dass „gelebte Schöpfungsspiritualität und die Entwicklung von nachhaltigen Energiekonzepten keine Gegensätze sind, sondern gemeinsamer Ausdruck der Sorge für unseren Planeten und der Sicherstellung seiner Bewohnbarkeit auch für die kommenden Generationen.“ Einen Tag, nachdem der ehemalige amerikanische Vizepräsidenten Al Gore und der Uno-Klimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) den Friedensnobelpreis zugesprochen bekamen, waren Mitglieder von Kirchenverwaltungen, Pfarrgemeinderäten und Architekten dazu in Amberg zusammen gekommen.

In seiner Predigt während des Wortgottesdienstes zum Auftakt des Schöpfungstags machte Regionaldekan Franz Meiler (Amberg) in der Kirche St. Georg deutlich, dass die Bewahrung der Schöpfung keine Aufgabe von „Umweltfreaks“ sei, sondern eine zutiefst christliche Aufgabe, ist die Erde doch von Gott dem Menschen zur Sorge anvertraut worden. „Die Erde ist kein bloßer Zufall, sondern von Gott gewollt. Und die Entdeckung ihrer Schönheit und der Möglichkeiten, die sie uns bietet, lässt einen staunen vor dem Werk Gottes“

Abtei Waldsassen als Lernort einer gelebten Schöpfungsspiritualität

Im Kongregationssaal des ehem. Amberger Jesuitenkollegs stellte die Äbtissin der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen, Äbtissin Laetitia Fech, die Grundzüge der Zisterziensischen Schöpfungsspiritualität vor. Dazu gehört nicht nur ein nachhaltiger Umgang mit den Gütern der Schöpfung, sondern auch der sorgsame Einsatz der ganzen schöpferischen Kräfte des Menschen: „Wenn Gott, der Herr, in der christlichen, aber vor allem in der benediktinisch-zisterziensischen Spiritualität als Schöpfer gesehen wird, dann besteht auch die höchste Würde des Menschen darin, dass er schöpferisch tätig wird, dass er als Künstler, Handwerker, Dichter, Musiker etwas von der Schönheit Gottes in dieser Welt sichtbar werden lässt.“ Sie forderte auf den verschiedenen kirchlichen Ebenen, die Strukturen weiter auszubauen, um schöpfungsfreundliches Handeln in die Tat umsetzen zu können.
Mit der „Umweltstation Abtei Waldsassen“ hat die Kommunität der Zisterzienserinnen dies für den Bereich der Umwelterziehung umgesetzt. Ihr Leiter, Marco Werner, stellt die verschiedenen Teilbereiche der Umweltstation vor „Wir wollen spielerische Naturerlebnisse ermöglichen. So stehen die Natur und ihre Schönheit und nicht ihre Zerstörung im Mittelpunkt des Geschehens. Mit Hilfe verschiedener Naturerfahrungsspiele werden Erlebnisse hervorgerufen, die das Umweltbewusstsein der Beteiligten fördern sollen.“

Innovative Energiekonzepte als Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung

Mit einem Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Raphael Lechner und der Besichtigung der Labors des Fachbereichs Umwelttechnik an der Fachhochschule Amberg-Weiden wurde die Brücke zur Technik geschlagen. Die begrenzte Verfügbarkeit fossiler und nuklearer Energieträger und ihrer immer deutlicher werdenden negativen Umweltauswirkungen und der steigender Kostenbelastung macht die Suche nach Alternativen und die Verbesserung der Energiebilanz immer wichtiger. „So erleben wir eine Renaissance traditioneller erneuerbarer Energieträger in neuen Nutzungsformen wie z.B. die Biomasse zur Biogasgewinnung oder die Wind- und Sonnenenergie zur Stromerzeugung mittels Windkraftanlagen und Photovoltaik-Modulen und ein gesteigertes Bewusstsein für den sparsamen und effizienten Einsatz von Energie.“ Lechner stellte dazu in seinem Impulsreferat das Modell des „Nachhaltigen Energiekonzepts“ vor. Hierbei werden nach der Erfassung des Energiebedarfs und des Potentials zur Energieeinsparung, verschiedene effiziente Energieversorgungssysteme ausgewählt und dimensioniert und anhand ihrer CO2-Bilanz ökologisch verglichen.

Solche Energiekonzepte bieten sich gerade auch für die Sanierung von kirchlichen Liegenschaften an und stellen einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung dar. Diesen Prozess werde das Bistum Regensburg in den Pfarreien, Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäten nach Kräften stützen, sagte der Bischöfliche Baudirektor Paul Höschl zum Abschluss des Schöpfungstages.