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Zur Neuigkeit
Tagf der offenen Tür im Dienstleistungszentrum in Straubing
Mehr Raum für die Seelsorge
Regensburg/Straubing, 23. Oktober 2026
Das neue Dienstleistungszentrum in Straubing entlastet die Pfarreien im Dekanat Straubing-Bogen. Das wurde bei einem Tag der offenen Tür deutlich. Die Verwaltungsaufgaben in den katholischen Pfarreien werden immer komplexer und binden im Alltag wertvolle Zeit, die eigentlich für die Menschen vor Ort gedacht ist. Ob es um aufwendige Baumaßnahmen, schwierige Personalangelegenheiten oder den laufenden Betrieb von Kindergärten und Friedhöfen geht – die bürokratischen Anforderungen sind für die Verantwortlichen in den Gemeinden kaum noch allein zu bewältigen.
Wie drängend das Problem ist, verdeutlichte Thomas Mühlbauer, Leiter des neuen Dienstleistungszentrums Straubing, an einem konkreten Beispiel: Es gebe mittlerweile Seelsorgeeinheiten, bei denen ein einzelner Pfarrer mit 17 verschiedenen Kirchenverwaltungen zu tun habe. Wenn dann noch ein Kindergarten und ein Friedhof betrieben würden, kämen schnell 20 bis 30 Angestellte zusammen, deren Verwaltung umfangreiches rechtliches und organisatorisches Fachwissen voraussetze. Von dieser administrativen Belastung sollen die Pfarreien künftig spürbar entlastet werden.
Unter dem Leitmotiv „Wir für euch!“ nahm deshalb im Juli 2026 das neue Dienstleistungszentrum (DLZ) Straubing in der Pointstraße (Pfarrhaus Sankt Michael) seine Arbeit auf. Die Einrichtung ist Teil einer strategischen Neuausrichtung des Bistums Regensburg. Die Hauptabteilung Pastorales Personal und Pfarreienunterstützung im Bischöflichen Ordinariat hat den Auftrag, die Kirchenstiftungen verständnisvoll zu beraten, zu fördern und in ihrer Selbstverantwortung zu stärken. Um diese Unterstützung unmittelbar vor Ort anzubieten, sind bistumsweit insgesamt 13 regionale Dienstleistungszentren geplant, von denen bereits acht ihre Arbeit aufgenommen haben. Ziel der Reform ist es, die Verwaltungskompetenz an zentralen Stellen zu bündeln und dadurch mehr Zeit für die Seelsorge und die pastorale Arbeit in den Pfarreien zu schaffen.
Großes Interesse bei Politik und Kirche
Der Zuständigkeitsbereich des neuen Dienstleistungszentrums umfasst das gesamte Dekanat Straubing-Bogen und reicht darüber hinaus. Das Team unterstützt insgesamt 63 Pfarreien und 12 Pfarreiengemeinschaften, in deren Einzugsgebiet fast 95.000 Katholiken leben. Bei einem gut besuchten Tag der offenen Tür nutzten zahlreiche Pfarrer, Pfarrsekretärinnen, Pastoralreferenten sowie Kirchenpflegerinnen und Kirchenpfleger die Gelegenheit, sich über die konkreten Unterstützungsangebote zu informieren.
Unter den Besuchern und Ehrengästen begrüßte Dienststellenleiter Thomas Mühlbauer unter anderem die stellvertretende Landrätin Barbara Unger, den Bürgermeister von Aiterhofen, Adalbert Hösl, sowie Stadtrat Holger Frischhut, der die Stadt Straubing vertrat. Ebenso informierten sich Dekan Johannes Plank, Stadtpfarrer und stellvertretender Dekan P. Martin Müller sowie Pfarrer Stefan Altschäffel aus Sankt Johannes Ittling und zahlreiche weitere Vertreter des öffentlichen und kirchlichen Lebens über die Arbeit der neuen Einrichtung.
Zwei Modelle: Verwaltungskoordination oder Verwaltungsleitung
Dienststellenleiter Thomas Mühlbauer erläuterte den Gästen anhand einer Präsentation die beiden freiwilligen und kostenfreien Formen der Unterstützung, die das Zentrum den Kirchenstiftungen anbietet. Die erste Variante ist die sogenannte Verwaltungskoordination. Dabei erhält die Pfarrei oder Pfarreiengemeinschaft einen festen Ansprechpartner, der den Pfarrer und die Kirchenverwaltung berät. Das Aufgabenspektrum reicht von der Begleitung von Baumaßnahmen und der Regelung von Personalfragen über die Übergabe von Trägerschaften bis hin zur Vorbereitung von Sitzungen oder dem Abschluss eines Winterdienstvertrages. Die Entscheidungsbefugnisse verbleiben vollständig bei der Pfarrei. Für die Inanspruchnahme der Verwaltungskoordination ist lediglich ein formaler Beschluss der Kirchenverwaltung erforderlich.
Die zweite Möglichkeit ist die vollumfängliche Verwaltungsleitung. In diesem Fall werden die bisherigen Verwaltungsaufgaben des Pfarrers als Kirchenverwaltungsvorstand mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten im Sinne der kirchlichen Stiftungsordnung (KiStiftO) von einem Verwaltungsleiter des Dienstleistungszentrums übernommen. Der Pfarrer stellt hierzu selbst den entsprechenden Antrag. Das bedeutet keineswegs, dass sich der Geistliche künftig überhaupt nicht mehr mit administrativen Angelegenheiten befassen muss. Allerdings wird er im Verwaltungsalltag erheblich entlastet. Das Bistum betrachtet diese Entwicklung als notwendigen und sinnvollen Bestandteil der pastoralen Neuordnung. Allein in der Diözese Regensburg müssen jährlich rund 1.200 Kirchenrechnungen erstellt werden. 350 davon werden bereits zentral über die zuständige Abteilung abgewickelt.
Positive Resonanz bei den Kirchenverwaltungen
Das vierköpfige Team in Straubing besteht neben Leiter Thomas Mühlbauer aus Franziska Rauscher in der Verwaltungsleitung, Simon Beck als Verwaltungskoordinator und Verena Erhart als Verwaltungsmitarbeiterin. Alle vier standen den Besuchern für Fragen zur Verfügung und erläuterten die Aufgaben des neuen Dienstleistungszentrums.
Die Resonanz unter den Besuchern fiel durchweg positiv aus. Auch Straubings Dekan Johannes Plank sprach sich für das neue Angebot aus und betonte, dass Haupt- und Ehrenamtliche die Verwaltungsarbeit in den Gemeinden lange Zeit selbst und gut geleistet hätten. Wenn das Bistum nun eine derart kompetente Unterstützung anbiete, sollte diese im Interesse einer zukunftsfähigen Kirche auch konsequent in Anspruch genommen werden. Viele Kirchenpfleger kündigten bereits an, das Thema zeitnah in ihren Gremien zu besprechen. Besonders die Priester zeigten sich erleichtert über die Aussicht, künftig wieder mehr Zeit für ihren eigentlichen Auftrag zu haben: die Verkündigung des Evangeliums und die Seelsorge für die Menschen.
Das Dienstleistungszentrum Straubing ist in der Pointstraße 27 telefonisch unter 0941/597-2028 oder per E-Mail an dienstleistungszentrum.straubing(at)bistum-regensburg.de erreichbar. Die regulären Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Individuelle Termine sind nach Vereinbarung ebenfalls möglich.
Irmgard Hilmer
(SG/chb)







