Kriegsruine in Aleppo, Syrien

Syrisches Christentum leidet weiter schwer

„Konsequenzen kaum zu ermessen“


München / Regensburg, 13. August 2026

Chistian Solidarity International meldet, dass die Zukunft der syrischen Christen Anlaß zu großer Sorge gebe. „Unübersehbar“ sei der christliche Exodus aus dem Land. Ungewöhnlich deutlich hat auch der Europäische Auswärtige Dienst (EAS) die Gewalt gegen Christen in Syrien verurteilt.

Am 18. Juni 2026 hatte Deutschland-Geschäftsführer Pfarrer Peter Fuchs über die jüngsten Geschehnisse in der christlichen Stadt Sednaya berichtet. Mehrere junge Christen wurden dort von den Sicherheitskräften des dschihadistischen Regimes inhaftiert. Ihnen wird vorgeworfen, ein Massaker an Dschihadisten, also radikalen Moslems, verübt und die Leichen in Massengräbern verscharrt zu haben.

Unübersehbar sei, dass viele Christen, sofern sie die Möglichkeit dazu haben, das Land Syrien verließen. Die Konsequenzen für die dortige Gesellschaft seien „kaum zu ermessen“, schrieb nun der für Syrien zuständige Bischof Bertram Meier in einer Antwort an Fuchs, und er fuhr fort: „Vor diesem Hintergrund greife ich Ihr Anliegen auf, den Christen in Syrien weiterhin im Gebet und in geschwisterlicher Verbundenheit beizustehen.“

EU antwortet auf alarmierenden CSI-Bericht

Auch der Europäische Auswärtige Dienst (EAS) hat sich kritisch zu den christenfeindlichen Ausschreitungen in Syrien geäußert: „Die EU ist zutiefst besorgt über die jüngsten konfessionell motivierten Gewalttaten in Syrien, darunter die Zusammenstöße in Suqailabiyya in der Provinz Hama, die Zerstörungen und Leid unter der Zivilbevölkerung verursacht haben.“ CSI hatte zuvor die die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Kaja Kallas, angeschrieben und auf die Missstände hingewiesen. „Die EU verurteilt alle Gewalttaten aufs Schärfste und fordert alle Parteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, die zivile Infrastruktur – einschließlich religiöser Stätten – zu bewahren und weitere Aufstachelung sowie konfessionell motivierte Rhetorik zu unterbinden“, schrieb Mihaela Matei im Auftrag des EAS.

„Der politische Übergang kann nur dann erfolgreich sein, wenn er auf der Achtung der Rechte aller Syrer, einer inklusiven politischen Vertretung, der Achtung der Rechtsstaatlichkeit und dem Schutz aller Syrer ohne Diskriminierung beruht“, so Matei weiter. Die Verantwortlichen, die „ernsthafte Verletzungen von Menschenrechten“ begangen hätten, müssten dafür belangt werden.

Am 4. August 2026 haben die Pfarreiräte der griechisch-orthodoxen, der syrisch-orthodoxen und der melkitisch-griechisch-katholischen Kirche in Sednaya die Inhaftierungen, Entführungen und Diskriminierungen seitens des neuen Regimes verurteilt. Sie betonen, dass bisher keine Beweise für eine Schuld der jungen Männer vorlägen. Die Kirchen suspendierten darauf sämtliche anstehende Festlichkeiten in Sednaya.

Text: CSI

(sig)



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