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Zur Neuigkeit
Stiftskirche St. Johann
Zwei Blutreliquien – zwei Zeugen des Glaubens
Regensburg, 14. September 2026
In der Stiftskirche St. Johann in Regensburg befinden sich die Blutreliquien der heiligen Mutter Teresa von Kalkutta und des heiligen Papstes Johannes Paul II. Beide Persönlichkeiten gehören zu den herausragenden Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts. Ihre Reliquien stehen bewusst nebeneinander – denn auf besondere Weise passen die Lebenswege und das Wirken dieser beiden Heiligen zusammen.
Beide widmeten ihr Leben ganz Christus und den Menschen. Mutter Teresa wurde durch ihren Dienst an den Armen und Kranken weltweit bekannt. Johannes Paul II. sprach sie im Oktober 2003 selig, Papst Franziskus sprach sie am 4. September 2016 heilig. Im Jahr 1979 hatte Mutter Teresa von Kalkutta den Friedensnobelpreis erhalten. Die 1910 im heutigen Albanien Geborene hatte zunächst bei den Loreto-Schwestern, einem Zweig der Englischen Fräulein, gewirkt.
Für die Blutreliquie von Mutter Teresa wurde eigens ein Holzreliquiar angefertigt. Geschaffen wurde es von dem Künstler Raphael Graf aus Eichstätt. Die Gestaltung nimmt die besondere Bedeutung der Reliquie auf und verbindet sie mit der Verehrung der Heiligen. Es ist aus schlichtem Holz gearbeitet und an den beiden Außenseiten mit Schnitzereien verziert. Bewusst wurde bei den Materialien auf Prunk verzichtet. So wies es die Heilige selbst gewollt hätte. Bewusst wurde dabei auf einen extravaganten Stein verzichtet, auf dem der Reliquienschrein befestigt wurde. Die Gestaltung soll nicht durch äußeren Prunk ablenken, sondern den Blick auf das Wesentliche lenken: auf die Blutreliquie und das Lebenszeugnis der Heiligen.


Papst Johannes Paul II. verkündete mit großer Leidenschaft die Botschaft des Evangeliums und setzte sich für die Würde und Freiheit des Menschen ein. Ihre Lebenszeugnisse sind unterschiedlich und doch tief miteinander verbunden. Die beiden Heiligen warn auch zu Lebzeiten miteinander befreundet und trafen sich regelmäßig. Ein besonderes Detail ist das in der Ikone festgehaltene Originalfoto aus dem Jahr 1987. Es erinnert an die Begegnung und Verbundenheit von Johannes Paul II. und Mutter Teresa und macht sichtbar, was die beiden Heiligen miteinander verbindet. Die Farbgestaltung der Ikone ist zurückhaltend und zugleich festlich: Rot, die Farbe des Blutes und des Martyriums, ist mit Gold durchwirkt.
Die Reliquien Johannes Paul II. und Mutter Teresa, sowie das gegenüberliegende Tafelbild der „Schönen Maria“ von Albrecht Altdorfer, sind auf gleicher Höhe angeordnet. Damit werden die drei Darstellungen bewusst miteinander in Beziehung gesetzt. Maria weist als Mutter Christi auf den Mittelpunkt des christlichen Glaubens hin, während Johannes Paul II. und Mutter Teresa als Heilige und Glaubenszeugen auf Christus verweisen.
Die Reliquie von Papst Johannes Paul II. wurde dem Kollegiatsstift St. Johann 2015 überreicht. Die Reliquie von Mutter Teresa wurde im Jahr 2020 an das Stiftskapitel übergeben. Im Rahmen der Renovierung der Stiftskirche St. Johann im Jahr 2025 erhielt die Präsentation der Reliquien ihren heutigen Platz und ihre besondere Ausgestaltung. Für Stiftsdekan Johannes Hofmann ist es eine große Freude, dass beide Blutreliquien nebeneinander in der Stiftskirche vereint sind.
Lesen Sie hier ein Kurzinterview mit Stiftsdekan Monsignore Johannes Hofmann über die Bedeutung der Blutreliquien:
1. Was bedeutet die Blutreliquie der heiligen Mutter Teresa für das Stiftskapitel St. Johann?
Zusammen mit der benachbarten Blutreliquie des hl. Papstes Johannes Paulus II. erinnert uns die Blutreliquie der heiligen Mutter Teresa beim Betreten unserer Kirche täglich an das Leben der beiden Heiligen, die Barmherzigkeit und Liebe geübt und für Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden gesorgt haben.
2. Warum wurde bei Anfertigung des Reliquienschreins so viel Wert auf die Materialien gelegt?
Als Material für den Reliquienschrein der hl. Mutter Teresa wurde bewusst Holz gewählt, damit sich – wie ich mit einem Augenzwinkern anmerken möchte – die so bescheidene und bewusst in großer Armut lebende Heilige nicht entrüstet im Grab umdreht.
3. Die Blutreliquien der heiligen Mutter Teresa und des heiligen Papstes Johannes Paul II. sind in der Stiftskirche bewusste nebeneinander angebracht worden? Warum genau?
Die beiden Heiligen waren einander sehr nahe und in einer tiefen, geistlichen Freundschaft miteinander verbunden. Das kam zum Beispiel auf einer Fotografie zum Ausdruck, die 1986 die Begegnung der beiden Heiligen in Kalkutta festhielt. Diese sicher für viele motivierende Begegnung wird durch die benachbarten Reliquiare und durch die darüber angebrachte Ikone der beiden Heiligen aktualisiert.
So stehen die Blutreliquien von Mutter Teresa und Johannes Paul II. heute als sichtbares Zeichen zweier Menschen, die ihren Glauben nicht nur verkündeten, sondern ihn durch ihr Leben bezeugten. Ihre gemeinsame Darstellung lädt die Besucher ein, innezuhalten und sich von ihrem Beispiel bewegen zu lassen: vom Glauben an Christus, von der Liebe zum Menschen und vom Mut, diesen Glauben im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen.
Text und Fotos: Christian Beirowski
(chb)












