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Zur Neuigkeit
Marsch für das Leben: Grußworte veröffentlicht
„Leben ist unverfügbar“
Berlin / Köln / Regensburg, 14. September 2026
Regensburgs Bischof Dr. Rudolf Voderholzer wird am 19. September beim „Marsch für das Leben“ in Berlin teilnehmen. Für die vom Bundesverband Lebensrecht in Köln und Berlin zeitgleich ausgerichtete Veranstaltung, an der auch Regensburgs Weihbischof Josef Graf und der emeritierte Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB präsent sein werden, sind nun die ersten bischöflichen Grußworte verfügbar.
„In einer Zeit, in der vieles relativiert und verhandelbar erscheint, setzen Sie mit Ihrem Weg gemeinsam ein Zeichen: Das menschliche Leben ist unverfügbar – von seinem ersten Augenblick an bis zu seinem natürlichen Ende“, schrieb der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. „Ihr Einsatz gilt besonders dem ungeborenen Leben, das keine eigene Stimme hat und deshalb unsere Stimme braucht.“ Unter der aktuellen Gesetzeslage werden in Deutschland jährlich mehr als 100.000 ungeborene Kinder straffrei im Mutterleib getötet. Zwischen 1996 und 2023 wurden Schätzungen zufolge rund 1,8 Millionen Kinder abgetrieben.
Woelki sandte zwei Grußworte, eines datiert auf Juni, eines auf September. „Lebensschutz beginnt nicht bei Resolutionen und Gesetzen, sondern im Herzen jedes Einzelnen. […] Es geht darum, hinzusehen, wo andere wegschauen, die Stimme zu erheben, wo andere schweigen, und Verantwortung zu übernehmen, wo andere abwinken“, hieß es in der ersten Fassung; in der zweiten Version schrieb der Kardinal: „Menschliches Leben ist kein Ergebnis von Mehrheitsentscheidungen oder Nützlichkeitsrechnungen. Es ist von Gott geschenkt, von Anfang an bis zum natürlichen Tod mit einer Würde ausgestattet, die niemand nehmen darf – weder dem ungeborenen Kind, noch dem kranken, alten oder schwachen Menschen.“
„Christlicher Glaube darf nicht schweigen, wenn das Lebensrecht der Schwächsten relativiert wird“, hieß es weiter. „Sie setzen heute ein klares Zeichen: Wir stehen für das Leben – öffentlich, respektvoll, dialogbereit und zugleich unverrückbar in der Überzeugung, dass jedes Leben schützenswert ist.“
Bischof Voderholzer kommt persönlich
Bischof Voderholzer gehört nicht zu den Grußwortgebern, sondern nimmt persönlich teil. „Der dritte Samstag im September ist in meinem Kalender immer für die Teilnahme am Marsch für das Leben in Berlin blockiert, ebenso wie der zweite Samstag im April für den Marsch für das Leben in München“, hatte er Anfang September gegenüber CNA Deutsch erklärt. „Ich halte es für meine staatsbürgerliche Pflicht, denen eine Stimme zu geben, die selbst noch keine oder keine mehr haben.“ Bischof Hanke leitet in Berlin gemeinsam mit dem protestantischen Pastor Albrecht Weißbach die Reisesegenandacht. Mit ihrer Teilnahme unterstützen die Bischöfe „die Lebensrechtsbewegung und die gemeinsamen, wichtigen bioethischen Anliegen“, teilte der Verband mit.
Der Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn gratulierte dem BVL zum 25-jährigen Bestehen. „Gerade in einer Zeit, in der Fragen rund um den Beginn und das Ende des menschlichen Lebens kontrovers diskutiert werden, ist es wichtig, das Bewusstsein für die unantastbare Würde jedes Menschen wachzuhalten“, schrieb er. „Sie erinnern daran, dass sich die Humanität einer Gesellschaft besonders darin erweist, wie sie den Schwächsten begegnet: den Ungeborenen, den Kranken, Menschen mit Einschränkungen und den Sterbenden.“
„Der Einsatz für das Lebensrecht erschöpft sich nicht in grundsätzlichen Forderungen“, mahnte Zekorn zugleich. „Er wird dort glaubwürdig, wo Menschen konkrete Hilfe, Begleitung und Ermutigung erfahren.“ Aus Eichstätt sandte auch Dompropst Alfred Rottler als Diözesanadministrator ein Grußwort und verwies darin auf Papst Leo XIV., der an ein Wort der heiligen Mutter Teresa von Kalkutta aus dem Jahr 1994 erinnert hatte: „Meiner Meinung nach ist die Abtreibung heute der größte Feind des Friedens.“ Der Papst habe dazu bemerkt: „Keine Politik kann den Menschen wirklich dienen, wenn sie den Ungeborenen das Geschenk des Lebens verweigert.“
Der heilige Johannes Paul II. als Impulsgeber
„Ich danke Ihnen daher aufrichtig für Ihren Einsatz und Ihren Mut, heute in Köln und Berlin für das Menschenrecht auf Leben zu demonstrieren und somit denjenigen Ihre Stimme zu leihen, die nicht selbst für ihr Recht eintreten können“, schrieb Rottler weiter. Der Beginn des Marsches ist am Samstag, 19. September, um 13 Uhr, das Ende gegen 16:30 Uhr. Treffpunkt in Berlin ist der Washingtonplatz am Hauptbahnhof, in Köln der Neumarkt.
Das Motto lautet: „Lebensrecht ist Menschenrecht. Ein Schritt für das Leben – sei dabei!“ In Berlin beginnt der Tag bereits um 10 Uhr mit einem Engelamt in St. Marien am Behnitz, einem Requiem für die Ungeborenen. Menschliches Leben steht nach kirchlicher Lehre von der Empfängnis an unter dem besonderen Schutz Gottes. Papst Johannes Paul II. bekräftigte in Evangelium vitae (1995) mit päpstlicher Lehrautorität: „Mit der Petrus und seinen Nachfolgern von Christus verliehenen Autorität bestätige ich daher in Gemeinschaft mit den Bischöfen der katholischen Kirche, daß die direkte und freiwillige Tötung eines unschuldigen Menschen immer ein schweres sittliches Vergehen ist.“
Text: CNA Deutsch
(sig)




