News Bild Staatsministerin Emilia Müller: „Mit Ihnen verliert unser Bistum einen Oberhirten von Format“ - Bistum Regensburg verabschiedet Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller

Staatsministerin Emilia Müller: „Mit Ihnen verliert unser Bistum einen Oberhirten von Format“ - Bistum Regensburg verabschiedet Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller

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Am Sonntag hat das Bistum Regensburg Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller in einem festlichen Rahmen verabschiedet. Papst Benedikt XVI. hatte am 2. Juli 2012 den langjährigen Bischof von Regensburg als Präfekten an die Spitze der römischen Glaubenskongregation berufen. Höhepunkt der Verabschiedung in Regensburg war das Pontifikalamt im überfüllten Hohen Dom St. Peter, das Erzbischof Müller zusammen mit Kardinälen, Bischöfen und dem Domkapitel Regensburg feierte und das die Regensburger Domspatzen musikalisch gestalteten. Vorausgegangen war ein Festakt zur Verabschiedung im Kolpinghaus Regensburg. Am Nachmittag dann luden Diözesanadministrator Dr. Wilhelm Gegenfurtner und Domdekan Robert Hüttner zu einer Begegnung auf dem Domplatz ein, an der rund 5000 Gläubige teilnahmen. Dabei kam es zu sehr bewegenden und anrührenden Szenen des Abschieds von sehr vielen Menschen im persönlichen Kontakt mit dem Erzbischof, der viele Kinder segnete. Zwei Stunden lang drängten sich Menschen allen Alters und aus allen Regionen des Bistums, um ihre Verbundenheit mit dem Erzbischof auszudrücken. Zum Abschluss des Tages fand ein kurzes Orgelkonzert in der Kathedrale St. Peter statt, das mit einem festlichen Domgeläut begann und endete.

Festakt im Kolpinghaus – Diözesanadministrator Dr. Gegenfurtner: „Neue Segel gesetzt“
Zu Beginn des Festakts im Kolpinghaus begrüßte Diözesanadministrator Prälat Dr. Gegenfurtner den Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, Prälat Dr. Georg Gänswein, den Vertreter der päpstlichen Familie und privaten Sekretär des Heiligen Vaters, sowie Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), die Mandatsträger aus der Politik sowie den evangelischen Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss und die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen (ACK), die haupt- und ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter und die Mitglieder der diözesanen Gremien. Der Diözesanadministrator dankte für das zehn Jahre lang währende Wirken von Erzbischof Müller für die Diözese Regensburg. „Sie haben das Bistum durch ruhiges Fahrwasser, aber auch durch Stromschnellen geführt.“ Der Erzbischof habe neue Segel gesetzt und das Schlagtempo erhöht. Er habe sich nicht gescheut, andere und neue Fahrwege zu beschreiten. Immer habe er in der Kraft des Geistes die Menschen zum Glauben gerufen, sie im Glauben gestärkt und ihnen das Geheimnis Christi unverkürzt vorgelegt. Dafür sagte Prälat Dr. Gegenfurtner im Namen aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bistumsleitung und im Namen aller Gläubigen im Bistum ein „herzliches bayrisches Vergelt´s Gott“, worauf langanhaltender Applaus folgte.

Ministerin Emilia Müller: „Vielseitigkeit und Geradlinigkeit“
In Vertretung für Ministerpräsident Horst Seehofer sprach Staatsministerin Emilia Müller ein Grußwort. An den neuen Präfekten der Glaubenskongregation gewandt, sagte die Ministerin: „Mit Ihnen verliert unser Bistum einen Oberhirten von Format.“ Sie würdigte die Vielseitigkeit des Erzbischofs, zu der die Geradlinigkeit komme. „Sie sind ein Kirchenmann von klarem Wort, sicherem Urteil und festem Glauben.“ Die Ernennung zeige, welch hohes Vertrauen Papst Benedikt XVI. in ihn habe. Gleichzeitig sei die Berufung eine besondere Ehre für Bayern, stellte die Ministerin fest.

Nuntius Erzbischof Périsset: „Strömungen in der Welt zur Einheit des Glaubens führen“
Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, hob in seinem Grußwort hervor, als Bischof von Regensburg habe Dr. Gerhard Ludwig Müller die Kirche vor der Infizierung durch den Zeitgeist bewahrt. Nun sei es seine Aufgabe, Strömungen innerhalb der Theologie auf der ganzen Welt zur Einheit des Glaubens zu führen. „Die Erfahrungen in der Internationalen Theologenkommission und als Mitglied der Glaubenskongregation haben Ihnen das Kleid des Präfekten der Glaubenskongregation nach Maß, nach Ihrem Maß, das groß ist, anfertigen lassen.“

„Achtung und die große Zuneigung dieser Menschen erworben“
Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, Vorsitzender des Diözesankomitees der Katholiken, erinnerte daran, dass es „einige gab, die Ihre Ernennung zum Bischof von Regensburg heftig kritisierten und Ihnen von Anfang an Steine in den Weg legen wollten“. Aber die übergroße Mehrheit der Katholiken im Bistum habe Bischof Müller voll freudiger Erwartung begrüßt. Die Menschen hätten verspürt, „dass Sie in allem den Glauben, die Kirche in den Mittelpunkt stellen und Ihr Hirtenamt sehr ernst nehmen“. Der Erzbischof habe sich mit seiner Art die Achtung und die große Zuneigung dieser Menschen erworben. Graf Lerchenfeld dankte Erzbischof Müller für die Reform des Laienapostolates im Bistum, mit der er neue Wege eingeschlagen habe, die eine stärkere Mitwirkung der Verbände vorsehen und die Teilnahme der Laien auch an der pastoralen Arbeit im Rahmen des Pastoralrats verstärken. Anschließend dankte Lisa Praßer, Diözesanvorsitzende des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ), mit Vertreterinnen und Vertretern der Verbände Erzbischof Müller mit Blumen.

Erzbischof Dr. Müller: „Die Kirche habe ich immer als eine Communio erfahren, die trägt“
In persönlich gehaltenen Dankesworten erinnerte Erzbischof Dr. Müller an die Anwesenheit Jesu Christi in seiner eigenen katholischen Familie. Die Kirche habe er nie als eine äußere Organisation, sondern immer als eine Communio erfahren, die trägt. Auf diesem Boden sei seine Liebe zur Seelsorge und zur Theologie erwachsen. Seine tiefsten Grundüberzeugungen habe er nicht bei Aristoteles, Platon oder Thomas von Aquin gefunden, sondern bei seiner Mutter, die ihn gelehrt habe zu leben und leben zu lassen. Ausdrücklich würdigte Erzbischof Müller das kooperative Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland, auf das beide stolz sein sollten. Es widerspreche der Menschenwürde, die Religion allein als Privatsache zu sehen. Es gelte, den Blick auf das Positive der Kirche wie auch der ganzen Gesellschaft zu richten und dieses nicht hinter einzelnen kritikwürdigen Fällen zurücktreten zu lassen. Denn nur so könne die Gesellschaft die Zukunft auch meistern. Und ganz im Sinne der Einheit in Liebe sei es auch Aufgabe der Kirche, ein Zeichen für die Völker zu sein.

Pontifikalamt im Hohen Dom St. Peter
Zu Beginn des Pontifikalamtes im Hohen Dom St. Peter begrüßte Diözesanadministrator Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner die Kardinäle Reinhard Marx und Friedrich Wetter aus München, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Nuntius Erzbischof Dr. Périsset, Prälat Dr. Georg Gänswein, Bischof Dr. Wilhelm Schraml aus Passau, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann aus Würzburg, Bischof Dr. Gregor-Maria Hanke aus Eichstätt, Bischof František Radkovský aus der Partnerdiözese Pilsen, Weihbischof Werner Radspieler aus Bamberg, Weihbischof Reinhard Pappenberger sowie den Ständigen Vertreter des Diözesanadministrators, Prälat Michael Fuchs.
In seiner Predigt erklärte Erzbischof Müller, der Mensch schwebe nicht über dem leeren Abgrund, der ihn am Ende verschlingt oder ihn im Nirwana seines Personseins beraubt. „Unser Leben liegt in Gottes Hand. Geschöpf Gottes zu sein, ist etwas grenzenlos Positives, das aller Negativität standhält“, sagte der Erzbischof. Im Widerstreit von Tod und Leben gebe es nur einen Sieger: „Das ist die Botschaft des Christentums, die die Kirche trägt und auch ihren Hirten und den Dienern des göttlichen Wortes tagtäglich Kraft und Zuversicht gibt: das Evangelium vom Sieg Christi über den Tod und die Erfüllung unserer Hoffnung in der Auferstehung und im ewigen Leben.“

Erzbischof Dr. Zollitisch: „Leitung der Ökumene-Kommission mit hoher Sensibilität“
Erzbischof Dr. Zollitsch sagte in seinem Grußwort am Ende des Pontifikalgottesdienstes, hohe wissenschaftliche Kompetenz und klares theologisches Denken zeichneten Erzbischof Dr. Müller aus. „So bringst Du die besten Voraussetzungen mit, um die neue Aufgabe in Rom auszufüllen.“ Erzbischof Zollitsch erklärte, die deutschen Bischöfe freuten sich, dass ihm eine so bedeutende und für Kirche und Theologie wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe im Vatikan anvertraut wurde. „Sie wird Deinen theologischen Wirkungskreis noch einmal bedeutend ausweiten.“ Außerdem dankte der DBK-Vorsitzende Erzbischof Dr. Müller für sein „unermüdliches Engagement“, etwa für die Leitung der Ökumene-Kommission der Bischofskonferenz, die er „mit hoher Sensibilität und unter internationaler Anerkennung der Konferenz geleitet“ habe.

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