News Bild „St. Corona steht offen und man kann immer eini gehn.“ Umfrage zum Gedenktag am 14. Mai: wie die besondere Heilige in der Diözese Regensburg verehrt wird

„St. Corona steht offen und man kann immer eini gehn.“ Umfrage zum Gedenktag am 14. Mai: wie die besondere Heilige in der Diözese Regensburg verehrt wird

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Generalvikar Michael Fuchs hat Mitte März in einer Predigt die Gläubigen aufgerufen, die heilige Corona „im Gebet neu zu entdecken und anzurufen“. Im Bistum Regensburg gibt es drei Kirchen mit ihrem Patrozinium: die Pfarrkirche St. Corona in Staudach bei Eggenfelden, die ehemalige Wallfahrtskirche St. Corona in Altenkirchen bei Frontenhausen und die Nebenkirche Koppenwall in der Pfarrei Pfeffenhausen bei Landshut. Dass die Verehrung der Fürsprecherin im Bistum Regensburg im Zuge der Krise durch das Corona-Virus deutlich auflebt, dafür sprechen zahlreiche Indikatoren wie Gästebücher in St. Corona-Kirchen, aufgesteckte Opferlichter, die Zahl der Besucher der Kirchen sowie, insbesondere, die Nachfrage nach ausliegenden Gebeten. Dabei lassen sich neu aufgekommene Eigeninitiativen einträchtig neben bewährten Formen des Glaubensausdrucks, wie es der Rosenkranz ist, feststellen. Junge und alte Menschen rufen die heilige Corona um Fürsprache an. Auch sind in der Zeit der Krise, die das Virus hervorruft, sowohl Formen der Volksfrömmigkeit wie auch der Social media an der Tagesordnung. All das entspricht der hohen Bedeutung, die Gläubige im Bistum Regensburg überhaupt den Heiligen und ihrer Fürsprache entgegenbringen. Im Übrigen rufen auch indische Kapläne und Theologiestudenten die heilige Corona an. Das Bistum Regensburg tut alles, um die Neuentdeckung der Heiligen subsidiär zu unterstützen.

 

Das stille Gebet wird gehäuft gesucht

Pfarrer Klaus-Peter Lehner, der für St. Corona in Staudach zuständig ist, erklärte auf Nachfrage, „der Rosenkranz wird eigenständig zu Ehren und auf Anrufung der heiligen Corona in der Anliegen der Pfarreien und für die an Corona Verstorbenen gebetet“. Pfarrer Lehner hofft, dass mit Hilfe der Heiligen in der Corona-Krise der Glaube, wo er verdunstet ist, eine neue Initialzündung erfährt. Gläubige kommen aus dem bayerischen Raum und aus Österreich zur Wallfahrts- und Pfarrkirche nach Staudach. Auch aus München gibt es eine Wallfahrt zur heiligen Corona nach Staudach, gibt Pfarrer Lehner zu bedenken. Als Indikatoren für die Verehrung sieht der Pfarrer eine Zunahme der aufgesteckten Opferlichter. Auch gibt es bedeutend mehr Kirchenbesucher als gewöhnlich. Lehner: „Das stille Gebet wird gehäuft gesucht.“

 

Steinwanderschlange gibt Gebet Ausdruck

Zur heiligen Corona in Altenkirchen, wo Pfarrer Thomas Diermeier zuständig ist, kommen pilgernde Gläubige vor allem und vermehrt am Wochenende. Die Kirche ist jetzt täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Zu den wirklich bemerkenswerten Eigeninitiativen gehört die mittlerweile über 25 Meter lange „Steinwanderschlange“ auf der Mauer vor dem Pfarrhof. Dabei werden Steine hinterlegt, auf denen ein Gebet oder ein sonstiger geistlicher Ausdruck geschrieben oder gemalt ist. Zur Zeit der Anfrage zählte Pfarrer Diermeier 150 Steine.

Katholische Landjugendbewegung Altenkirchen gestaltet Maiandachten

Die Rosenkranzgebete sind selbstverständlich. Die Tradition hat sich außerdem verstärkt: Es gibt nämlich die Mitfeier und die liturgische Mitgestaltung der Maiandachten in St. Corona durch die Katholische Landjugendbewegung Altenkirchen. Simone Blenninger, KLJB-Vorsitzende von Altenkirchen, erklärte auf Anfrage: „Wir von der KLJB finden, dass es etwas ganz Besonderes ist, dass wir eine Corona-Kirche haben. Sie steht offen und man kann immer eini gehn.“ Pfarrer Diermeier erwähnt nicht nur die hohe Nachfrage nach Opferkerzen, sondern auch die nach den aufgelegten Kreuzwegandachten und Maiandachten: „Insbesondere das Coronagebet wird mitgenommen. Gebetsaktionen finden über Whatsapp und Instagram statt.

 

Mehr Eintragungen im Gästebuch als sonst

Für St. Corona in Koppenwall ist Pfarrer Günter Müller verantwortlich, der übrigens auch als eine Art Kontaktmann mit Blick auf Regensburger Theologiestudenten aus Indien fungiert. In seiner Pfarrei wirkt ein Kaplan aus Indien: „Unsere indischen Mitbrüder haben große Sorgen wegen ihrer Verwandten in der Diözese Nellore, wo wegen des Corona-Virus Ausgangssperre herrscht. Sie rufen insbesondere die heilige Corona an.“ Frau Rosina Zettl ist Nachbarin zur Corona-Kirche. Sie ist für den Blumenschmuck dort zuständig und hat einen massiven Anstieg des Besuchs von Gläubigen („Viele kommen mit dem Radl“) registriert. Festgestellt hat sie außerdem eine hohe Nachfrage nach dem ausgelegten Corona-Gebet und der Corona-Novene: „Es gibt viele Eintragungen ins Gästebuch, viel mehr als sonst üblich.“

 

Den Heiligen kommt hohe Bedeutung zu

Domvikar Msgr. Georg Schwager, Leiter der Abteilung Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Bistum Regensburg, sagt im Gespräch, die Bedeutung der Heiligen sei für die Gläubigen in der Diözese Regensburg traditionell hoch: „Die Regensburger Bischöfe der jüngsten Zeit haben den Nachdruck auf diesen theologischen Ort, die Heiligen, wie selten in einer anderen Diözese gelegt.“ Und gerade in diesem Zusammenhang ist das Wissen und das Bewusstsein der Gläubigen zu sehen, die die heilige Corona um Fürbitte anrufen.

Impulse auf Social Media

Diözesanjugendpfarrer Christian Kalis stellt fest, dass „bei uns sehr viel über Social Media, Messenger-Dienste, Instagram, E-Mail und Snapchat passiert“. Dem Domvikar ist aufgefallen: „Mit unseren Ehrenamtlichen und unserer Zielgruppe sind wir ganz viel über Video- und Telefonkonferenzen in Kontakt. Dabei merken wir, wie wichtig uns das Bild des anderen ist.“ Zu fragen wäre an dieser Stelle überhaupt, ob bei der Suche nach Heiligkeit nicht ohnehin dem Gesicht des Menschen eine besondere Bedeutung zukommt? Bedenkenswert sind die Worte des Domvikar Kalis so und so: „Wie wichtig uns das Bild des anderen ist, spüren wir in einer Zeit, in der wir uns kaum mehr sehen können.“ Gegeben werden einstweilen Impulse über SMS, die zum Nachdenken anregen können: „Das geht durch alle Jugendverbände durch. Das ersetzt aber nicht, was wir sonst tun.“

 

Heiligenbild mit Gebet

Parallel zu solchen kommunikativen Aktivitäten unterstützt die Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat die Verehrung der heiligen Corona durch die Herausgabe ihres Heiligenbildes mit Gebeten um Fürsprache. Sie können das Gebetsbildchen unter der Telefonnummer: 0941/5971605 oder über die E-Mail Adresse: namenspatrone@bistum-regensburg.de bestellen. Hier können Sie eine Vorschau des Gebetsbildchen herunterladen.

Update: Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass Krippenschnitzer und -aufsteller Raimund Pöllmann aus St. Konrad Ettmannsdorf bei Schwandorf spätestens im Sommer im Rahmen der Aufstellung der Szene einer Jahreskrippe die heilige Corona, für diesen Anlass dann geschaffen, präsentieren wird, wie sie einen Gläubigen tröstet und ihm Mut zuspricht, als dieser das Martyrium erleidet.