News Bild „Sie sind ein froher, liebenswürdiger und demütiger Priester geblieben“ Bischof Voderholzer gratulierte Msgr. Rudolf Salzer (103) zum 80-jährigen Priesterjubiläum

„Sie sind ein froher, liebenswürdiger und demütiger Priester geblieben“ Bischof Voderholzer gratulierte Msgr. Rudolf Salzer (103) zum 80-jährigen Priesterjubiläum

Home / News

 

Vertreter aus Böhmen und Regensburg gratulierten

 

„Sie repräsentieren diese Geschichte, die zu unserem Land, zu unserem Bistum und zu Europa gehört. Es ist ein außerordentlicher Friedensdienst, ein Beitrag zur Völkerverständigung“. Unter anderem mit diesen Sätzen würdigte Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer den inzwischen über 103 Jahre alten Monsignore Rudolf Salzer, der am 16. Juni sein 80-jähriges Priesterjubiläum feiern konnte. Mit einem Dankgottesdienst in der Kapelle des Caritas-Alten- und Pflegeheim Sankt Vinzenz in Wallersdorf, in dem der Jubilar lebt, wurde dieser Anlass gewürdigt.

 

Monsignore Salzers Nachfolger an seinen früheren Wirkungsstätten waren ebenso da wie Wegbegleiter aus diesen Orten, ja sogar aus seiner böhmischen Heimat – sei es aus Neugeschrei, seinem Geburtsort, oder aus Schlackenwerth, wo er von 1938 bis zur Vertreibung im Jahr 1946 tätig war. Die politischen Ebenen vertraten Bürgermeister Otmar Hirschbichler und die Bundestagsabgeordnete Gudrun Zollner.

„Rüstig und präsent“

 

„Auf 80 Jahre priesterliches Wirken schaut Monsignore Rudolf Salzer zurück – das ist außergewöhnlich“, stellte Caritas-Direktor Domkapitular Monsignore Dr. Roland Batz in seiner Begrüßung zum Beginn des Gottesdienstes fest. „Ich bin außerordentlich gerne hierher gekommen, um dieses außergewöhnliche Fest mit Ihnen allen feiern zu können“, führte Bischof Voderholzer in seiner Begrüßung aus und charakterisierte den Jubilar als „rüstig und präsent“. Zudem verwies der Oberhirte auf drei verbindende Aspekte mit dem Priesterjubilar: den gleichen Vornamen, die böhmische Herkunft (Bischof Voderholzers Mutter ist 1927 in Kladrau geboren), also nicht weit weg von Mies, wo Monsignore Salzer die Schulbank drückte. Und der Bischof erinnerte an seinen geistlichen Mentor, den ebenfalls aus Böhmen stammenden Kapuzinerpater Viktrizius Bernd.

Herkunft aus glaubensstarker Familie – 1946 Flucht ins Bistum Regensburg

 

In seiner Predigt ging Bischof Voderholzer zunächst auf das österlich geprägte Tagesevangelium ein, in dem die Begegnung Maria Magdalenas mit dem auferstandenen Jesus und die Benachrichtigung der Apostel darüber geschildert wird. „Vor allem die Frauen sind es, die den Glauben durch ihre leidenschaftliche Liebe bezeugen und weitergeben“, vertiefte der Oberhirte und kam damit auf die tiefe religiöse Erziehung und Prägung Monsignore Salzers vor allem in der Familie durch seine Mutter, zumal der Vater bereits im Herbst 1914 auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges gefallen war. Bischof Voderholzer ging auf die zentralen Stationen im Leben und Wirken des Jubilars kurz ein: Priesterweihe im Juni 1935 im Prager Veitsdom, danach mehrere Seelsorgestellen und Tätigkeit als Religionslehrer. „Im Jahr 1946 kamen Sie mit einem der letzten Transporte nach Parsberg“, vergaß der Oberhirte natürlich die Vertreibung Salzers aus dem Sudetenland nicht. Und nach mehreren Priesterstationen im Bistum Regensburg – die erste war als Kooperator in Wallersdorf – erhielt der Jubelpriester im Jahr 1958 seine eigene Pfarrei in Reicheneibach, wo er bis zum August 2001 – noch im Alter von 89 Jahren und 43 Jahre lang – die Seelsorge innehatte. „Als Bischof kann ich nur von Herzen danken. Trotz aller Schwierigkeiten nach dem Krieg, trotz dieser manchmal schwierigen Zeit sind Sie ein froher, liebenswürdiger und demütiger Priester geblieben und haben Ihre eigene Glaubenserfahrung – auch durch die Vertreibung und manche Glaubensprüfung – hier eingebracht“, zollte Bischof Voderholzer dem Jubilar Anerkennung und stellte auch fest, dass diese Integrationsleistung in den Nachkriegsjahren in Zukunft wohl „als eine der größten Leistungen eines Volkes eingehen“ werde.

„Bis zum nächsten Priesterjubiläum!“

 

„Auch für die Vertriebenen war es wichtig, dass Priester da waren, die beigestanden sind und dazu beigetragen haben, eine neue Heimat zu finden“, führte der Bischof zu diesem Aspekt aus und bescheinigte dem Priesterjubilar, dass er sein Amt immer mit Humor und zum Teil auch Schlitzohrigkeit ausgeübt hat. Bischof Voderholzer dankte auch den Personen, die sich um Monsignore Salzer kümmern – seiner Betreuerin Ruthild Edbauer sowie dem Personal des Seniorenheimes mit Einrichtungsleiterin Sieglinde Schröck an der Spitze. „Ich freue mich auf das 85-jährige Jubiläum – zunächst aber auf das 81-jährige“, schloss Bischof Rudolf seine Predigt und versprach, wenn es irgendwie geht, auch im nächsten Jahr wieder zu kommen.

 

Zur Umrahmung des Dankgottesdienstes trugen auch die Wallersdorfer Alphornbläser bei. Still und leise, mit einem Lächeln im Gesicht, verfolgte Monsignore Salzer in der ersten Reihe sitzend den ihm gewidmeten Gottesdienst in der Kapelle des Alten- und Pflegeheimes. Natürlich hatte er sich danach bis zum Mittagessen eine Ruhepause verdient, und auch danach. Dem Autor dieser Zeilen aber vertraute er in seinem Zimmer, in Anwesenheit seiner Betreuerin Ruthild Edbauer an: „Es hat mich gefreut, dass ich so viele Leute getroffen habe“. Und diese wiederum dürfte es gefreut haben, mit ihm ein solch außergewöhnliches Jubiläum feiern zu können. Im Rahmen dieses Termins verschaffte sich Bischof Voderholzer bei einem Rundgang auch einen Eindruck vom Caritas-Alten- und Pflegeheim Sankt Vinzenz.