News Bild "Sich für die Mitmenschen einsetzen, besonders für Ratsuchende, Kranke und Sterbende" - Regionaltreffen der Ordensleute in Johannisthal: Berufung der Therese von Konnersreuth

"Sich für die Mitmenschen einsetzen, besonders für Ratsuchende, Kranke und Sterbende" - Regionaltreffen der Ordensleute in Johannisthal: Berufung der Therese von Konnersreuth

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(pdr) Rund 30 Ordensleute, darunter zahlreiche Ordensschwestern, haben sich am vergangenen Samstag im neu renovierten Bildungshaus Johannisthal bei Windischeschenbach zum diesjährigen Regionaltreffen der Ordensleute in der Region Weiden eingefunden. Bei dieser Gelegenheit lernten viele Teilnehmer das umgestaltete Haus kennen, das mit großem Interesse besichtigt wurde. Die Ordensleute waren aus den Ordensniederlassungen in Fockenfeld, Tirschenreuth, Marktredwitz, Erbendorf, Weiden und Windischeschenbach sowie auch Johannisthal selbst gekommen.

Zunächst wurde die Heilige Messe in der Kapelle des Exerzitienhauses gefeiert, wobei Prof. Dr. Wolfgang Vogl als Hauptzelebrant und Prediger fungierte. Er hielt auch die Vorträge zum Thema „Berufung am Beispiel Therese Neumann“. Das folgende Gespräch fand eine rege Beteiligung. Erst am 18. September war der 50. Todestag der Dienerin Gottes Therese Neumann (1898-1962), der „Resl von Konnersreuth“, begangen worden. Seit dem 13. Februar 2005 wird im Seligsprechungsverfahren ihr Leben historisch-kritisch untersucht. Am Leben Therese Neumanns werde deutlich, sagte der Referent, was „Berufung“ bedeutet. „Berufung“ sei einerseits die „konkrete Berufung“ im Dienst der Kirche und anderseits die „persönliche Berufung“, die noch vor jeder spezifischen Berufung zu einem besonderen Stand in der Kirche liegt und die speziellen Berufungen von innen her belebt und prägt. „Therese Neumann erkannte als Jugendliche die „konkrete Berufung“ zum geweihten Leben und plante, nach der Volksschulzeit in Konnersreuth in einen Missionsorden einzutreten, um als Krankenschwester tätig sein zu können“, führte Prof. Vogl aus. Als Sechzehnjährige entdeckte sie im August 1914 die Gestalt der französischen Karmelitin Theresia von Lisieux (1873-1897), informierte sich intensiv über ihre Spiritualität und betete täglich um ihre Seligsprechung. Es entstand eine geistliche Zuneigung zu dieser französischen Karmelitin, durch die Therese Neumann ihre „persönliche Berufung“ entdeckte, sagte Vogl weiter: „Wie ihr Vorbild Theresia von Lisieux wollte auch Therese Neumann Jesus lieben und ihm durch sühnende Stellvertretung Seelen zuführen. In ihrer schweren Krankheit von 1918 bis 1925, die Lähmung und Erblindung mit sich brachte, war es gerade die Spiritualität von Lisieux, die Therese Neumann einen geistlichen Sinn in ihrem leidvollen Leben sehen ließ.“ Dabei vertiefte sich ihre „persönliche Berufung“ und erfuhr auf dem Krankenlager eine heroisch-existentielle Erprobung. Nach den durch Theresia von Lisieux bewirkten Heilungen von 1923 und 1925 habe sich ihre in der Krankheit gewachsene innere Christusförmigkeit in der Stigmatisierung von 1926 auch äußerlich manifestiert. Bis zu ihrem Tod 1962 sei Therese Neumann durch ihre zahlreichen Charismen ein lebendiger Verweis auf die gekreuzigte Liebe Christi zu den Menschen gewesen.

Auch wenn sie ihre „konkrete Berufung“ zum geweihten Stand nicht mehr in einer Ordensgemeinschaft leben konnte, so habe sie dennoch in ihrem Heimatort Konnersreuth täglich Gelegenheit gehabt, sich für die Mitmenschen einzusetzen, besonders für Ratsuchende, Kranke und Sterbende. Ihre tiefere „persönliche Berufung“, Jesus zu lieben und ihm Seelen zuzuführen, habe sie vor allem in ihrer Bereitschaft zum stellvertretenden Sühnedienst verwirklicht: „Genährt wurde diese Berufung durch ihre visionäre Anteilnahme am Leben und Leiden Jesu und durch den täglichen Empfang der Eucharistie“, führte Prof. Vogl schließlich aus.