News Bild Seit Jahrzehnten geben sie Kindern eine Chance auf eine gute Entwicklung. 40 Jahre Frühförderung der KJF in Straubing und Eggenfelden

Seit Jahrzehnten geben sie Kindern eine Chance auf eine gute Entwicklung. 40 Jahre Frühförderung der KJF in Straubing und Eggenfelden

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Das 40-jährige Jubiläum der Interdisziplinären Frühförderstellen in Straubing und Eggenfelden feierte die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. (KJF) mit einem exklusiven Fachtag. Neben ausgewiesenen Expertinnen und Experten auf dem Fachgebiet der Frühförderung waren Partner aus der Kommunalpolitik und dem Netzwerk der Frühförderstellen eingeladen. Den Fachtag eröffnete KJF-Direktor Michael Eibl, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich sprach das Grußwort. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit weiteren prominenten Gästen standen die wertvollen und besonderen Leistungen der Frühförderstellen für Kinder und ihre Familien ganz im Mittelpunkt.

189 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich für den Fachtag angemeldet und feierten das Jubiläum der beiden Frühförderstellen mit. Sie intensivierten ihr fachliches Wissen und tauschten sich in Workshops mit Kolleginnen und Kollegen aus. Die Veranstalterin, die Katholische Jugendfürsorge, zeigte damit einmal mehr, dass sie sich aktuellen Herausforderungen stellt. Sie erweitert ihre Angebote bedarfsorientiert und sichert die Qualität ihrer Leistungen durch den fachlichen Diskurs. Im Mittelpunkt der Veranstaltung der Frühförderstellen standen Familien, standen insbesondere Kinder, die Entwicklungsrückstände aufholen müssen, damit ihre Teilhabe in der Gesellschaft gelingt. Dabei sind die Fachkräfte in den Frühförderstellen erfahrene und kompetente Wegbegleiter.

Spezialisiert und interdisziplinär

„Im Arbeitsalltag treffen unsere pädagogischen Fachkräfte in der Frühförderung vermehrt auf Kinder, die sich auffällig verhalten. Unser spezialisiertes Angebot fördert Kinder und begleitet die Familien“, so KJF-Direktor Michael Eibl. Wie wertvoll und unverzichtbar deren Arbeit ist, stellten auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Oberbürgermeister Markus Pannermayr sowie die Landräte Josef Laumer (Straubing-Bogen) und Michael Fahmüller heraus (Rottal-Inn). „Hand in Hand arbeiten Fachleute in den interdisziplinären Teams zusammen, um den Kindern einen bestmöglichen Start in ihre Zukunft zu ermöglichen“, so Heinrich.

„Je eher, desto wirkungsvoller – das ist mir ein Herzensanliegen.“

Der Leitspruch der insgesamt fünf Frühförderstellen der KJF in Niederbayern und der Oberpfalz ist auch ein Herzensanliegen der Leiterin der Frühförderstelle in Straubing Birgit Lange-Plank. Sie möchte Eltern ermutigen, so früh wie möglich Rat und Hilfe zu suchen, wenn sich Fragen oder Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung ihrer Kinder auftun. „Wir fahren bereits von Geburt an zu den Kindern und beziehen das Umfeld in der Familie, im Kindergarten oder der Kindertagesstätte mit ein“, erklärte Lange-Plank. Damit unterscheide sich das Angebot der Frühförderstelle von allen anderen Förderangeboten im heilpädagogischen und therapeutischen Bereich. Das ist das Alleinstellungsmerkmal der Frühförderung und macht sie zu etwas ganz Besonderem. In Straubing etwa, erzählte Lange-Plank weiter, profitierten die Eltern von spezialisierten Angeboten für Säuglinge und Kleinkinder. Dazu gehören etwa PEKiP-Gruppen für Frühchen und Säuglinge mit Entwicklungsstörungen oder Entwicklungsrisiken und die Entwicklungspsychologische Beratung (EPB).

Für Familien ein unschätzbarer Gewinn

Die Leiterin der Eggenfeldener Frühförderstelle Anneliese Huber weiß aus eigener Erfahrung das Angebot der Frühförderung zu schätzen. So ist sie zum Jubiläum der KJF dankbar, dass diese seit bereits vier Jahrzehnten Familien unterstützt. „Ein unschätzbarer Gewinn“, so Huber. Sie blickt auf die 40 Jahre dankbar und in der Gewissheit zurück, dass die KJF in der Frühförderung schon immer die Veränderungen der Zeit mit berücksichtigte und aktuell aktiv an der Umsetzung der Inklusion mitwirkt. „Darin haben die Eltern, die uns bisher ihr Vertrauen schenkten, eine verlässliche Partnerin“, versicherte Huber. Beide Frühförderstellenleiterinnen nahmen das Jubiläum zum Anlass, um ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kooperations- und Netzwerkpartner herzlich zu danken.

Ein starkes Team für ganzheitliche Förderung der Kinder und ihrer Familien

Im Jahr 2014 betreuten 19 Mitarbeiterinnen der Frühförderstelle in Eggenfelden 370 Kinder und ihre Familien, in Straubing waren 23 Mitarbeiterinnen für 382 Kinder und deren Familien im Einsatz. Die interdisziplinären Teams setzen sich wie folgt zusammen: Pädagogische Fachkräfte (Sozialpädagoginnen, Heilpädagogin, Sonderpädagoginnen), Psychologinnen, Ergotherapeutinnen, Kinder-Bobath-Physiotherapeutinnen, Logopädin und Verwaltungskräfte. Kooperationsverträge mit niedergelassenen therapeutischen Praxen bedeuten ein Plus an zusätzlich 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Eggenfelden; 33 kooperierende therapeutische Fachkräfte sind es in Straubing.

Das ist am Fachtag geboten.

Die Eltern-Kind-Beziehung stand im Fokus der Fachtagung. Denn Kinder brauchen Bezugspersonen in stabilen Beziehungen. So gewinnen sie Sicherheit und Vertrauen und können ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln. Prof. Dr. Lilith König, Dr. phil. Diplom-Psychologin von der PH Ludwigsburg nahm in ihrem Beitrag frühkindliche Bindungserfahrungen in den Blick und bietet einen praxisbezogenen Überblick zu Erkenntnissen der Bindungsforschung. Um Empowerment, dem Prozess der Selbstermächtigung, ging es bei Cornelia Tsirigotis, Hörgeschädigtenpädagogin, Systemische Familientherapeutin, Supervisorin (IFW, SG), Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin aus Frankfurt am Main. In fünf Workshops wurden darüber hinaus die Themen Entwicklungspsychologische Beratung, spezielle Hilfen insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder im Alter bis zu drei Jahren, (postpartale) Depression bei Müttern und ihre Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung, Empowerment-Prozesse in Familien mit unterschiedlichen Migrationsbiografien und bindungstheoretische Aspekte der Zusammenarbeit mit Eltern in der Frühförderung behandelt.