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Sehnsucht nach Gemeinschaft: Öffnung der Gottesdienste

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Kirchliche Gemeinschaft ist ohne Eucharistiefeier undenkbar. Es ist genau die Kommunion, die die Gemeinschaft überhaupt erst stiftet. Kirchenvater Augustinus fasste das in die auf den ersten Blick etwas paradox anmutenden Worte: „Empfangt, was ihr seid!“ Indem alle in der Kommunion den Leib Christi in sich aufnehmen, haben alle Anteil am einen Leib Christi. 

Nicht zuletzt ist dies der Grund, warum es wichtig ist, dass die Gottesdienste wieder offen zugänglich sind. Selbstverständlich ist die Öffnung der Gottesdienste nur unter strengen Auflagen und Regeln möglich, damit weiterhin der Schutz der Menschen gewährleistet ist. Das Schutzkonzept des Bistums Regensburg regelt vieles, aber darüber hinaus muss jede Pfarrei die Regelungen für den eigenen Pfarrbereich konkretisieren und die Maßnahmen durchführen.

 

Man muss auch ein bisschen kreativ sein! – Vorbereitungen in den Pfarreien

Pater Marek, Seelsorger in der Pfarrei Bogenberg, sieht die Vorschrift zur Begrenzung der Besucherzahlen mit Sorge. Wie sollte es möglich sein, jemanden einfach abweisen?, gibt er zu bedenken. Für die Gottesdienste wird an der Tür ein Ordner stehen, um die Besucherzahlen zu kontrollieren. Allerdings hofft er, dass letztlich niemand abgewiesen werden muss. Dass die Sehnsucht der Menschen nach einer Messfeier groß ist, konnte er in den vergangenen Wochen beobachten. Während er die Messe feierte, musste die Tür abgesperrt werden, weil sonst Menschen hineingekommen wären und dem Gottesdienst beigewohnt hätten. In der Pfarrei Bogenberg wird seit Palmsonntag die Messe im Internet übertragen – das stieß auf überwältigende Resonanz. Zur Osternacht etwa schalteten sich 500 Gläubige per Internet zu. Die Livestreams der Pfarrei sollen jetzt zu einer festen Größe werden.

In der Pfarrei Herz-Jesu in Selb im Landkreis Wunsiedel wurden bereits die Kirchen ausgemessen und gelbe Markierungspunkte angebracht. Absperrungen wurden vermieden, damit die Atmosphäre weiterhin einladend ist. Ein Konzept, um die Besucherzahlen zu regeln, bräuchte es in Selb nicht. Dort sei Diasporagebiet – aus katholischer Perspektive – und die Gottesdienstbesucher würden die vorgegebenen Höchstzahlen nicht überschreiten. Im Sommer könnten sich weitere Besucher auf den Kirchplatz stellen und den Gottesdienst über die geöffnete Kirchentür verfolgen. Pfarrer Johann Klier sagt: „Man muss auch ein bisschen kreativ sein. Es ist wichtig, dass die Gläubigen wieder zum Gottesdienst kommen können.“ Die erste öffentliche Messe der Pfarrei Herz-Jesu in Selb wird am 10. Mai stattfinden.

Auch die Pfarrei St. Augustinus in Viechtach ist für die Wiederöffnung der Gottesdienste gut gewappnet. Hygieneartikel wie Ständer für Desinfektionsmittel, Handschuhe und Masken seien bereits besorgt. Pfarrer Dr. Werner Konrad hat einen Entwurf für konkrete Verhaltensregeln verfasst. Die Plätze in den Kirchen sind ausgemessen. Auch in St. Augustinus soll es vorerst kein Anmeldesystem für die Gottesdienste geben: „Es wird erst mal probiert“, sagte Pfarrer Konrad, da er aufgrund der besonderen Situation zunächst nicht so viele Gottesdienstbesucher erwartet. In musikalischer Hinsicht sollen die Gottesdienste verstärkt instrumental und mit Sologesang gestaltet werden.

 

 

 

 

 

 

 

Ministrantendienst?

Wieviele Ministranten dürfen die Messe mitfeiern? Welche besonderen Regeln gibt es für sie zu beachten? Jugendpfarrer Christian Kalis im Interview mit Ministrantenseelsorger Winfried Brandmaier: