News Bild Schwester Pfaller berichtete über Arbeit für Menschenrechte in Brasiliens Gefängnissen

Schwester Pfaller berichtete über Arbeit für Menschenrechte in Brasiliens Gefängnissen

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(pdr) Die Ordensschwester Petra Pfaller ist für kurze Zeit in ihr Heimatbistum Regensburg zurückgekehrt, um im Rahmen der Aktion Adveniat 2005 von ihrer Arbeit in den Gefängnissen Brasiliens zu berichten. Die Schwester der Missionarinnen Christi aus Schamhaupten wirkt seit zehn Jahren in der Gefängnisseelsorge der brasilianischen Erzdiözese Goîania. Im Bischöflichen Ordinariat Regensburg berichtete sie im Gespräch mit Domkapitular Peter Hubbauer und Journalisten von ihrem Einsatz für Menschen, die unter extrem menschenunwürdigen Bedingungen oft jahrelang eingesperrt sind. Im Auftrag von Bischof Gerhard Ludwig, der zur Zeit in Vertretung von Karl Kardinal Lehmann die Spanische Bischofskonferenz besucht, würdigte Domkapitular Hubbauer die Arbeit von Schwester Petra für die armen Menschen.
In ganz Brasilien gibt es 340.000 Gefangene, aber nur 98.000 Haftplätze. Es sei keine Seltenheit, dass 18 Männer auf einer Fläche von 25 Quadratmetern eingesperrt sind, wobei sie die Schlafplätze nur nach einem rotierenden System nutzen können. „In den staatlichen Haftanstalten gibt es Folter und Korruption, das Drogenproblem ist groß“, erklärte Schwester Petra. Jedes Jahr kommen in Brasilien rund 45.000 Menschen unter bürgerkriegsähnlichen Umständen gewaltsam ums Leben. Polizisten in dem südamerikanischen Land erhalten eine dreimonatige Ausbildung und werden gleich im Anschluss daran mit einer Waffe, aber schlecht bezahlt eingesetzt. Schwester Petra Pfaller studierte in Brasilien Rechtswissenschaften. Heute kümmert sie sich zum Beispiel um Gefängnisinsassen, die von staatlichen Stellen schlichtweg vergessen werden und die deshalb über das Strafmaß hinaus einsitzen. Sie macht die staatlichen Behörden immer wieder auf ihre Pflichten aufmerksam, wenn es um die menschenwürdige Unterbringung der Insassen geht. „Die Gesetze in Brasilien werden zwar international als ausgezeichnet anerkannt, die Praxis sieht jedoch ganz anders aus. Die ersten 24 Stunden nach der Gefangennahme erweisen sich als besonders gefährlich, Hass und Vergeltung mancher Vollzugsbeamter führen zu Folterungen“, sagte die Ordensfrau. Die Bischöfliche Aktion Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der Katholiken in Deutschland, hat das Studium von Schwester Petra finanziert. Seit sechs Jahren erhält sie von Adveniat monatlich 300 Euro zur Unterstützung ihrer Arbeit. Das Hilfswerk mit Sitz in Essen übernimmt auch die fortlaufenden Kosten ihrer Tätigkeit. Die katastrophalen Lebensbedingungen weiter Bevölkerungsteile Brasiliens stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Adveniat-Weihnachtskampagne. Die Aktion wirbt in Deutschland um Solidarität im Kampf für die Menschenrechte und für soziale Gerechtigkeit.