News Bild Rund 1.400 Schülerinnen feiern 325 Jahre Ursulinen in Straubing

Rund 1.400 Schülerinnen feiern 325 Jahre Ursulinen in Straubing

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"In der Herzmitte der Schulen lebt eine betende Gemeinschaft" betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer beim Pontifikalgottesdienst anlässlich 325 Jahre Ursulinen Straubing. Der Konvent mit seinen 19 Schwestern feierte dieses Jubiläum gemeinsam mit der großen Schulfamilie, zu der allein 1357 Mädchen/junge Frauen in der Realschule, im Gymnasium und in der Fachakademie für Sozialpädagogik gehören. Dementsprechend voll war auch die Basilika Sankt Jakob, in die man nicht nur wegen der Größe ausgewichen war, sondern auch weil damals am 17. Januar 1691 die fünf Ursulinenschwestern hier in Straubing begrüßt worden waren.

 

Bischof Rudolf verwies in seiner Predigt auf das gestaltete Liedblatt mit dem Bild als Jesus scheinbar im Boot schläft, als der Sturm tobt und die Jünger Angst hatten. Dieses Bild könne auch heute sehr tröstlich sein und eine immer wieder bekräftigende Zusage, dass Gott die Menschen in ihrer Not nicht alleine lässt. Mehrmals hätte auch die Ursulinen diese Erfahrung machen müssen, besonders bei den beiden Klosterschließungen 1802 während der Säkularisation und im zweiten Weltkrieg. Der lange Atem Gottes und die Ausdauer, die Zähigkeit der Schwestern mit ihrem ungebrochenen Willen hätten auch diese Zeit überstanden. Für all dieses segensreiche Wirken seit vielen Generationen sagte der Bischof den Schwestern ein herzliches Vergelt`s Gott.

Ordensgemeinschaften prägten stets das Schulwesen

Bischof Rudolf blickte aber auch zurück auf die Gründerin der Ursulinen, Angela Merici, die auf die Krise in der Kirche zur damaligen Zeit ein Leben nach dem Evangelium als Antwort gab. Sie stellte die neugegründete Gemeinschaft unter das Patronat der Heiligen Ursula und war vor allem in der Mädchenbildung tätig. Als am 17. Januar 1691 die ersten Ursulinenschwestern nach Straubing kamen, begannen sie bereits im Juni mit dem Schulbetrieb. "Ein wahrer Grund zum Feiern für die Stadt und die Region" betonte Bischof Rudolf und würdigte die kirchliche Schullandschaft in Bayern. Das Schulwesen in unserem Land sei maßgeblich von Ordensmännern und - frauen aufgebaut worden. "Es ist mit auch Ihr Erfolg und Ihr Verdienst, wenn heute in unserem Land die Schulbildung selbstverständlich ist" resümierte der Bischof. Trost sprach der Bischof den Schwestern zu, die nicht traurig sein müssen, wenn nach und nach viele weltliche Lehrer an ihre Schulen kommen und immer mehr Verantwortung abgegeben wird. "Christen in der Nachfolge Jesu haben weiter eine wichtige und unersetzliche Aufgabe. Sie müssen den Himmel offen halten" betonte er.

 

"Ihr bekommt bei den Ursulinen eine Bildung, die den ganzen Menschen umfasst mit Körper, Geist und Seele" richtete der Bischof sein Wort explizit an die Schülerinnen und versicherte ihnen: "In der Herzensmitte der Schulen lebt eine betende Gemeinschaft". Er bat die jungen Mädchen, ihren Glauben nicht zu verleugnen, sondern im Alltag dazu zu stehen. "Gebt Zeugnis von Eurem Glauben, den euch die Schwestern vermittelt haben. Gebt Zeugnis von der Hoffnung der Ursulinen durch ihre Worte und ihr Lebenszeugnis seit 325 Jahren", forderte der Bischof auf.

Spende für Flutwasseropfer in Indien

Fürbitten und eine symbolträchtige Gabenprozession brachten die Anliegen der großen Schulfamilie zum Ausdruck. So wurde das "Ursulinenschiff", ein Segel, ein Kompass, Brot und Wein zum Altar gebracht. Die Eucharistie feierte Bischof Rudolf Voderholzer gemeinsam mit Regionaldekan Jakob Hofmann, Dekan Johannes Plank und Prodekan Heinrich Weber am Altar. Am Ende des Gottesdienstes überreichten die drei Schülersprecherinnen von Realschule, Gymnasium und Fachakademie an Bischof Rudolf ein "gut gefülltes" Boot mit Spendengeldern, an dem sich Schülerinnen, Eltern, Lehrerschaft und der Konvent der Ursulinen beteiligt haben. Dieses Geld wird Bischof Rudolf für Pater Joseph in Indien verwenden, der ihn gerade aktuell in einem Brief die Bitte um Unterstützung für die Flutopfer gebeten hat.

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