News Bild Rosenkranzgebet und Lichterprozession durch die Regensburger Altstadt: Bischof Rudolf Voderholzer eröffnet feierlich den Rosenkranzmonat Oktober

Rosenkranzgebet und Lichterprozession durch die Regensburger Altstadt: Bischof Rudolf Voderholzer eröffnet feierlich den Rosenkranzmonat Oktober

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Bischof Rudolf Voderholzer versammelte sich am Freitagabend, 9. Oktober 2015, wieder mit den Regensburger Gläubigen zum traditionellen Rosenkranzgebet im Hohen Dom St. Peter. Das diesjährige Gebet war im Blick auf die Herausforderungen unserer Tage unter das Leitwort "Maria, Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes für das wandernde Gottesvolk" gestellt worden. Der Bischof lud in seinen einleitenden Worten die Gläubigen dazu ein, "an der Hand der Gottesmutter die Heilsereignisse zu betrachten" und die ganze Stadt in das Gebet mit einzuschließen. Eingeleitet wurden die fünf Gesetze des Rosenkranzes jeweils durch eine kurze Betrachtung des jeweiligen Geheimnisses und einer Schriftlesung, denen dann das Vater unser und die zehn Ave Maria folgten. Dabei wurde in den Anliegen unserer Tage gebetet: Für den Schutz des Lebens, für die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, für die verfolgten Christen, zum Jahr des geweihten Lebens und für die Bischofssynode in Rom.

"Ein lebendiges Zeugnis des Glaubens das anstecken soll und zum Nachdenken anregt"

Dem feierliche Rosenkranzgebet im Dom folgte eine Lichterprozession durch die Regensburger Innenstadt, vom Südportal des Domes über den Neupfarrplatz und die Gesandtenstraße zur Dominikanerkirche St. Blasius. Zahlreiche Gläubige und die Fahnenabordnungen der kirchlichen Verbände, Priester und Ordensleute sowie die Mitglieder von Dom- und Stiftskapitel zogen mit Bischof Rudolf durch die abendliche Innenstadt und legten singend und betend ein Zeugnis ihres Glaubens ab. Unter den zahlreichen Gläubigen waren auch melkitische Katholiken aus Syrien, die zur Zeit im Regensburger Priesterseminar leben. In der altehrwürdigen Dominikanerkirche angelangt, zog die gesamte Prozession vor das Gnadenbild der Schutzmantelmadonna. Die spätgotische Darstellung der Gottesmutter zeigt Maria als ein junges Mädchen, die unter ihrem Mantel der Menschheit Schutz bietet.

Stärkung der Glaubenssubstanz - dann kann Integration der Flüchtlinge gelingen

In seiner Predigt beleuchtete Bischof Rudolf Voderholzer die geschichtlichen Hintergründe des Rosenkranzfestes, das die Kirche am 7. Oktober weltweit begeht. Papst Pius V. hatte es 1571 gestiftet, als Dank der Kirche für den Sieg der christlichen Flotte bei der Seeschlacht von Lepanto, sein Nachfolger Papst Gregor XIII. gab ihm 1573 den Namen "Gedenktag Unserer lieben Frau vom Rosenkranz". Nach einem weiteren militärischen Sieg über das osmanische Heer 1716 wurde das Fest in den Römischen Kalender aufgenommen. "Der Fürsprache der Gottesmutter, die durch das Rosenkranzgebet vieler Beter zu Hilfe gerufen worden war", so der Bischof, "wurde der Sieg und damit der Rückschlag des vorwärtsdrängenden Islam zugeschrieben." Dann nahm er einen Szenenwechsel vor und griff dabei auch die Ängste und Sorgen so mancher Zeitgenossen auf, die durch die großen Ströme, meist muslimischer Flüchtlinge, aktuell ausgelöst werden. Dann richtete er den Blick auf einen Aspekt, der uns alle angehe. "Die Integration der Flüchtlinge ist zuallererst eine Herausforderung für unsere eigene Identität", und weiter sagte Bischof Rudolf, "nur ein Land mit starker eigener Glaubenssubstanz und kulturelle Identität kann andere integrieren". Sorge mache ihm weniger eine möglicherweise drohende islamische Überfremdung sondern mehr die abnehmende Glaubenssubstanz unseres christlichen Abendlandes, dazu gehöre auch unsere Fest- und Feierkultur, die im Kirchenjahr gründe - "werden die Muslime, die zu uns kommen, erfahren, was wir an Weihnachten feiern, werden sie erfahren, dass es da um Gott geht, um die Menschwerdung Gottes?" Er dankte nicht nur den vielen Ehrenamtlichen, die sich für die Flüchtlinge einsetzten sondern berichtete auch davon, das sich in unserem Bistum junge Muslime für den christlichen Glauben und die Taufe interessierten und ins Katechumenat aufgenommen würden. Er legte die großen Herausforderungen unserer Tage - die Stärkung der eigenen kulturellen Identität und der Glaubenssubstanz - der Gottesmutter im Rosenkranzgebet ans Herz. Mit dem bischöflichen Segen und dem gesungen Gruß an die Gottesmutter im „Segne, du Maria“, endete das feierliche Rosenkranzgebet an diesem Freitagabend.