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Requiem im Dom: Bistum Regensburg verabschiedet sich von Bischof Wilhelm Schraml

Jesus Christus als den Herrn verkünden

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Mit einem feierlichen Requiem ist am Samstag der am 8. November 2021 verstorbene ehemalige Weihbischof von Regensburg und spätere Bischof von Passau Wilhelm Schraml auch in seinem Heimatbistum Regensburg verabschiedet worden. „Ich erinnere mich noch gut, wie Bischof Wilhelm Schraml hier im Dom vor wenigen Monaten sein 60-jähriges Priesterjubiläum feierte“, sagte Bischof Rudolf Voderholzer in der Predigt. Noch deutlich habe er vor Augen, mit welcher Innigkeit der ehemalige Weihbischof von Regensburg bei der Messfeier konzelebriert habe. „Er ahnte wohl, dass es sein letztes Priesterjubiläum sein wird.“ Geboren im oberpfälzischen Erbendorf wurde Schraml 1961 zum Priester und 1986 zum Bischof geweiht. Bis 2001 wirkte er als Weihbischof in Regensburg, bevor er Bischof von Passau wurde.

Nachdem der 86-jährige Altbischof von Passau vergangene Woche unter der Anteilnahme zahlreicher Bischöfe, Weggefährten und Gläubigen in Altötting zu Grabe getragen worden war, wollte ihm auch seine Heimatdiözese Regensburg einen würdigen Abschied bereiten. Schließlich habe er die längste Zeit seines Lebens im hiesigen Bistum verbracht, so Bischof Voderholzer in der Begrüßung. So zeugten auch beim Requiem die zahlreichen Bannerträger der Kolpingverbände, der Caritas und der KJF von seinem priesterlichen Wirken in der Diözese. Als langjähriger Diözesanpräses des Kolpingwerkes baute er nicht nur das Kolping- Bildungswerk auf, ließ die Familienferienstätte Lambach erweitern und das Kolpinghaus in Amberg sanieren, sondern bewirkte auch die Ausweitung der Jugendarbeit, die Schaffung eines Diözesan-Jugend-Teams und entwickelte zahlreiche Initiativen wie Familienwallfahrten und Familienwochenenden.

 

Weitsichtiger Weichensteller: Schaffung des Referates Ehe und Familie

Die Familien waren es auch, für die er sich in seiner Zeit als Domkapitular mit der leidenschaftlichen Schaffung eines Referates für Ehe und Familie stark machte.  „Dass das Bistum Regensburg beispielsweise im Bereich der Ehevorbereitung heute sehr gut dasteht“, so Voderholzer in seiner Predigt, „ist die Frucht der weitsichtigen Weichenstellung von Wilhelm Schraml.“ Auch als Mitglied der Kommission für Ehe und Familie der Bischofskonferenz sei ihm der Verstorbene ein Vorbild darin, keine Angst davor zu haben als konservativ oder altmodisch zu gelten.

Weitere Verdienste habe er sich in der Zeit als Weihbischof als Präsident des Diözesancaritasverbandes und der Katholischen Jugendfürsorge erworben. Aus der Seelsorge und vom Kolpingwerk her wusste er um den Beratungsbedarf in den vielen Lebenslagen, den Anforderungen der Sonder- und Heilpädagogik und den Bedarf in der Altenpflege. „Dabei war es ihm aber wichtig, dass die Einrichtungen der Caritas und Jugendfürsorge vom Geist des Evangeliums geprägt sind“, so Voderholzer.

Musikliebhaber Schraml: Einsatz für die Kirchenmusik

Ein weiteres Herzensanliegen war Schraml, der selbst sehr gerne Zither, Klavier und Orgel spielte, die Musik. So war es passend, dass er im Bistum Regensburg Referatsleiter für Kirchenmusik war. Als Vorsitzender der Stiftung Kirchenmusik förderte er diesen Bereich, wo er konnte. „Seiner Hilfe war es auch zu verdanken, dass 2001 die Hochschule für Katholische Kirchenmusik errichtet werden konnte“, erinnerte Voderholzer. Ein ebenso enges Verhältnis hatte er zu den Domspatzen. Viele Jahre war er Mitglied im Stiftungskuratorium. „Er liebte den Gesang 'seiner' Domspatzen“, wie es auch in der Traueranzeige der Domspatzen für ihren ehemaligen Unterstützer steht. „Gerne hätten die Domspatzen ihm in voller Stimmpracht einen würdigeren musikalischen Abschied bereitet, was jedoch aufgrund von Corona so nicht möglich sei“, so Bischof Voderholzer. In Vertretung gestaltete jedoch ein Gesangsquartett den Gottesdienst sehr würdig. Und als nach der Kommunion stimmungsvoll die Worte von Schramls Wahlspruchs „Jesus Christus als den Herrn verkünden“ durch den Dom hallten, wird sich der Musikliebhaber im Jenseits bestimmt gefreut haben. Am Ende wurde für den großen Marienliebhaber das Lied „Segne Du Maria“, gesungen. Passender hätte kein Schlusslied ausgewählt werden können, wie die gern von Bischof Schraml selbst erzählte biographische Episode zeigt: Als junger Organist sei er von Karl Kindsmüller, der das bekannte Marienlied vertont hatte, für seine besonders schöne Interpretation des Liedes sehr gelobt worden. Umso glücklicher die Fügung, dass er nun „in Rufweite der Gottesmutter von Altötting seine letzte Ruhe gefunden hat“, so Bischof Voderholzer.

Beim Requiem blieb der Regensburger Oberhirte nicht bei der Erinnerung an den Verstorbenen stehen, sondern blickte zum Schluss in die Zukunft: „Soweit es Corona zulasse, werden wir im kommenden Jahr die große Fußwallfahrt nach Altötting mit einem Besuch am Grab von Wilhelm Schraml verbinden und bei ihm beten.“