News Bild Regionaltreffen der Ordensleute der Region Regensburg - „Ordensleben: Auslaufmodell? - Prophetisches Geschenk an die Kirche?“

Regionaltreffen der Ordensleute der Region Regensburg - „Ordensleben: Auslaufmodell? - Prophetisches Geschenk an die Kirche?“

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Etwa 80 Ordensleute aus 12 Gemeinschaften in Regensburg und Umgebung kamen am vergangenen Samstag 17. Oktober zu ihrem Regionaltreffen im Diözesanzentrum Obermünster zusammen. Nach der gemeinsamen Eucharistiefeier referierte H.H. Bischöflicher Kaplan Michael Dreßel über das Thema: „Ordensleben: Auslaufmodell? - Prophetisches Geschenk an die Kirche?“

Ausgehend von der Beobachtung der häufigen Verwendung des Wörtchen „noch“ i.V.m. dem Umgang mit Statistiken und Zahlen in der Kirche oder in einzelnen Ordensgemeinschaften, wies Kaplan Dreßel auf die Blickrichtung des Evangeliums der klugen Jungfrauen hin. Dieses Evangelium schaut vielmehr „mitten in der Nacht“ nach vorn, hin auf das Kommen des Herrn: „Geht ihm entgegen!“ „Damit wird deutlich, dass die Zukunft Gottes viel größer ist, als die Vergangenheit unserer Traditionen, Zahlen und Ideale. Wir sind nicht Nachlassverwalter einer großen Vergangenheit, sondern Wegbereiter für eine Zukunft, eine Zukunft, die mit Christus auf uns zukommt“, bekräftigte der Referent.

Einen zweiten Gedanken vertiefte Kaplan Dreßel im Zusammenhang mit der Verwendung des Wortes „prohetisch“. Manchmal wird von der prophetischen Existenz der Kirche gesprochen. Dann geraten vor allem die Ordensleute mit ihrer Lebensform nach den evangelischen Räten – Armut, Ehelosigkeit, Gehorsam – in den Blick. Was aber ist mit prophetischer Existenz gemeint? Der Referent machte auf die Berufung des Propheten Ezechiel aufmerksam. Daraus folge: „Es ist nicht der äußere Erfolg, der den wahren Propheten aufweist - Erfolg ist keiner der Namen Gottes! – eher schon der Schmerz, den die Verkündigung der Gotteswahrheit und die eigene Lebensform mit sich bringen. Der Schmerz wird geradezu zum Echtheitskriterium, dass wir es nicht mit unseren Kirchenträumen zu tun haben, sondern – mit Gott! Nur wer Gottes Anspruch als Einspruch gegenüber den eigenen Bedürfnissen und Interessen gelten lässt, glaubt wirklich. Da muss „die Rolle“ von der beim Propheten Ezechiel die Rede ist durch uns hindurch. „Fülle dein Inneres mit der Rolle“, heißt es bei Ezechiel.
Nach dem Vortrag hatten die Ordensmitglieder in Gesprächskreisen Gelegenheit, einige Gedanken und Fragen zu reflektieren und Erfahrungen im Plenum auszutauschen. Mit dem gemeinsamen Mittagessen wurde das Regionaltreffen beendet.