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Presseerklärung des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Regensburg

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(dr). Am vergangenem Wochenende tagte die Frühjahrsvollversammlung des Diözesankomitees der Katholiken für das Bistum Regensburg unter dem Vorsitz von Philipp Graf von und zu Lerchenfeld im Regensburger Diözesanzentrum. Das Thema Islam stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der das Laiengremium kompetente Referenten geladen hatte. Generalvikar Michael Fuchs, der der Sitzung beiwohnte, zeigte sich erfreut, dass das Diözesankomitee in diese wichtige inhaltliche Arbeit einsteigt. Das Thema um den Islam habe die Menschen bereits vor der Vorlesung des Heiligen Vaters an der Regensburger Universität beschäftigt, gleichzeitig aber auch eine weltweite Diskussion angeregt. Jetzt seien die Gottgläubigen aufgefordert, einen Beitrag für ein friedliches und vernünftiges Zusammenleben zwischen Christen und Moslems zu leisten, so der Generalvikar.
Zum Einstieg referierte Frau Barbara Arnold, Vertreterin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und Mitglied im Diözesankomitee, über die Glaubensinhalte des Islam und Berührungspunkte mit dem Christentum. Hierbei beleuchtete sie den historischen Ablauf der Geschehnisse im Leben des Propheten Mohammed und seiner Nachfolger, die Entwicklung hin zum Monotheismus und erläuterte die Glaubensunterschiede zum Christentum vom Beginn bis in die Gegenwart. Prof. Dr. Dr. Peter Beer, Leiter des Katholischen Büros in Bayern, ging in seinem Vortrag auf die gesellschaftspolitische Bedeutung des Islams in Deutschland ein. Der Islam, so der Referent, sei keine unbedeutende Splittergruppe sondern längst in gesellschaftlicher und politischer Hinsicht in Deutschland angekommen. Die Religion bestimme unser Leben, da sie den Wertehorizont in dem der Mensch lebe beschreibt und unser Zusammenleben prägt. Religion schaffe aber auch Identifikationen und gebe das Sinnangebot wieder für die Gesellschaft in der jeder lebe. Die Theologie präge die Gesellschaft - das Gottesbild stehe im Zusammenhang mit dem Menschenbild und bestimme daher das Zusammenleben aller.

Bildung, Bekenntnis und Begegnung
Aus den Gegensätzen, die die Religionen und Kulturen ausmache, ergäben sich daher drei wesentliche Aufgaben für Staat und Gesellschaft. Durch Bildung müsse besser vermittelt werden, was das Christentum prägt aber auch die Möglichkeit gegeben werden, dies andere verstehen zu lernen. In einem offenem Bekenntnis zum christlichen Glauben müsse gezeigt werden, wo wir uns für unseren Glauben einsetzen. Dabei stelle sich stets die Frage nach der Identifikation zum eigenem Glauben. Diese Überzeugungen sollten auch an junge Menschen weitergegeben werden. In einer gemeinsamen Begegnung mit Christen und Gläubigen anderer Religionsgemeinschaften könnten viele Unverständnisse geklärt werden, das Verstehen, Akzeptieren und Respektieren des anderen sei nur in der tatsächlichen Begegnung zu bewältigen, betonte Prof. Dr. Dr. Peter Beer.
In einem weiteren Referat ging Dr. Norbert Weidinger vom Religionspädagogischem Zentrum in Bayern auf die Integration der Muslime in Deutschland und den islamischen Religionsunterricht ein. Ziele der Integration seien dabei, Dialog, gegenseitiges Verständnis und ein respektvolles Miteinander. Die Fremdheit der Kulturen, Religionen und der jeweiligen Menschen bleibe dabei eine ständige Herausforderung. Ein großes Vorbild könne und müsse in diesem Zusammenhang Papst Benedikt XVI. bei seiner Türkeireise sein. Notwendige selbstkritische Prozesse auf beiden Seiten zum Abbau alter Feindbilder gegen Intoleranz und all zu starker Abgrenzung, die zur Isolierung führe, seien der Schlüssel für ein vernünftiges Miteinander. Im Anschluss hatten die Mitglieder des Diözesankomitees die Gelegenheit, den Referenten Fragen zu stellen und das Thema zu vertiefen. Philipp Graf von und zu Lerchenfeld regte darauf die Gründung eines Arbeitskreises „Islam und interreligiöse Beziehungen“ an. Dieser Vorschlag wurde von der Vollversammlung einstimmig beschlossen.

Im zweiten Teil der Versammlung berichteten die Delegierten für das Landeskomitee der Katholiken in Bayern und des Zentralkomitees der Katholiken für Deutschland über die Arbeit beider Gremien. Des weiteren wurden Anträge der Mitgliedsverbände behandelt. Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) wird in Zusammenarbeit mit der Universität Eichstätt mittels eines Fragebogens eine Evaluierung zur Nachhaltigkeit des Papstbesuches in Bayern im vergangenem Jahr bei den Katholischen Verbänden und Geistlichen Gemeinschaften im Bistum Regensburg durchführen. Diese Aktion wird vom Diözesankomitee unterstützt. Die Vollversammlung beschloss des weiteren einen Antrag der Marianischen Männerkongregation (MMC), der die Forderung an die Bayerische Staatsregierung zur Erhöhung der Förderung der Schwangerenberatungsstellen von Caritas und des Sozialdienstes der Katholischen Frauen (SkF) bzw. die weitmöglichste Anpassung an die staatlichen und freien Beratungsstellen beinhaltete.
Der Vorsitzende berichtete, dass das Diözesankomitee den Auftritt des Bistums Regensburg beim Katholikentag 2008 in Osnabrück organisieren und durchführen wird. Nach dem großen Zuspruch der Regensburger Bevölkerung bei der Gebetsnacht im Dom St. Peter im August 2006 anlässlich des Pastoralbesuchs des Heiligen Vaters wird diese in der Nacht vom 15. auf den 16. September 2007 wieder erneut durchgeführt. Zur Organisation der Veranstaltung wurde ein Arbeitskreis gebildet.

Einstimmigen Zuspruch fand auch der Vorschlag des Vorsitzenden, Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, eine Resolution zur Einführung des Gottesbezugs in die Europäische Verfassung sowie eine Resolution zur Bedeutung des Religionsunterrichtes an den bayerischen Schulen zu verabschieden. Die Vollversammlung endete mit einem feierlichen Gottesdienst in der Hauskapelle des Regensburger Diözesanzentrums mit dem designierten Weihbischof Reinhard Pappenberger, der auch Bischöflicher Beauftragter des Diözesankomitees ist.




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