News Bild Pontifikalamt im Regensburger Dom zur Eröffnung der Renovabis Pfingstaktion 2015

Pontifikalamt im Regensburger Dom zur Eröffnung der Renovabis Pfingstaktion 2015

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Zahlreiche Gläubige waren am Sonntag, den 3. Mai in den Regensburger Dom gekommen, um mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und den Konzelebranten Bischof František Radkovský aus der Diözese Pilsen, Bischof Stanislaw Szyrokoradiuk OFM aus der Ukraine, dem Hauptgeschäftsführer von Renovabis, Pater Stefan Dartmann SJ, sowie Domdekan Anton Wilhelm, Domkapitular Peter Hubbauer, dem Diözesancaritasdirektor Domkapitular Dr. Roland Batz und Domkapitular Thomas Pinzer die Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion 2015, die heuer im Bistum Regensburg zu Gast ist, im Rahmen eines Pontifkalgottesdienstes zu feiern.

Beim großen Einzug durch das Mittelschiff der Regensburger Kathedrale St. Peter trugen Vertreter des katholischen Hilfswerk die Pfingstikone eines rumänischen Künstlers, die während des Gottesdienstes vor dem Ambo, für alle Gläubigen gut sichtbar, aufgestellt wurde.

In den vergangenen Tagen hatten Gäste aus dem Osten Europas bei verschiedenen Veranstaltungen in der Diözese Regensburg über die Nöte in ihren Heimatländern informiert und zeigten bei Schulbesuchen und Vorträgen die Brennpunkte wie Menschenhandel und Zwangsprostitution, Armut, Ausgrenzung von Randgruppen und der wichtigen Arbeit der katholischen Kirche in der aktuellen Ukrainekrise auf.

Auch in der Feier der Liturgie war die Verbundenheit zu den osteuropäischen Nachbarn deutlich spürbar. Die Fürbitten wurden nicht nur in deutscher Sprache, sondern auch in Tschechisch und Kroatisch gesprochen. Bei der Gabenprozession trugen Gläubige neben Brot und Wein als erste Gabe eine Decke als Zeichen für Bedürfnis nach Schutz und Symbol der Heimatlosigkeit, als zweite Gabe Medikamente und Verbandsmaterial als Zeichen für fehlende medizinische Versorgung und als dritte Gabe ein Schulbuch als Zeichen für die notwendige gleichberechtigte Bildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Ländern Ost- und Südosteuropas zum Altar und übergaben diese Bischof Rudolf Voderholzer.

Unzählige Menschen hätten, so Bischof Rudolf in seiner Predigt, in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen, das Antlitz der Gesellschaften in Osteuropa menschlicher zu machen. Wie gut die Fördergelder, wie zweckmäßig die Hilfsmittel durch Renovabis verwaltet werden, wie nachhaltig die Projekte sind, zeige der Umstand, dass auch der Staat seine Fördermittel der Kirche zur Verteilung anvertraue, weil er wisse, dass sie so zu den Menschen kommen. „Renovabis – Du, Herr, wirst erneuern das Antlitz der Welt! Was ist das eigentlich, das Antlitz der Welt?“, fragte der Regensburger Oberhirte die Gläubigen. Neben unseren Landschaften, Hügeln und Seen seien es die Kinder der Sinti und Roma, die sich über Zuwendung freuten. Das Antlitz der Erde, das seien die Kinder von Flüchtlingen, Obdachlosen oder Tschernobyl-Opfern, für die Bischof Szyrokoradiuk in der Ukraine Ferien- und Erholungsfreizeiten in den Karpaten organisiere.

Auch seien es die Mädchen und jungen Frauen, um die Schwester Mirjam Beike vom Orden der Schwestern vom Guten Hirten sich kümmere am Stadtrand von Tirana in Albanien. Junge Frauen, die, so der Bischof, auf der Suche nach besseren Lebensperspektiven falschen Versprechungen auf den Leim gegangen seien und sich in den Fängen von Menschhändlern wiederfänden: „Ihre Tränen abzuwischen und ihre Gesichter wieder froh zu machen und ihnen menschenwürdige Lebensperspektiven zu eröffnen: Das heißt Renovabis – Du erneuerst das Antlitz der Erde durch Menschen, die sich von Deinem Geist führen lassen“, erklärte Bischof Voderholzer und verwies zum Ende seiner Predigt auch darauf, dass die Kollekte dieses Gottesdienstes für das katholische Gymnasium in Lezhe in Albanien bestimmt sei.

Lesen Sie hier im Wortlaut die Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer zur Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion.

In einem abschließenden Empfang im Regensburger Kolpinghaus, der musikalisch von der ukrainischen Volksgruppe „Burdon“ umrahmt wurde, dankte der Leiter des Seelsorgeamts, Domkapitular Peter Hubbauer, allen Verantwortlichen des katholischen Hilfswerks und allen Spendern, die die wichtige Arbeit von Renovabis ermöglichen. Als Gastredner sprach Manfred Weber, Mitglied des Europäischen Parlaments, zum Thema: „EU und Kirche: Gemeinsam Menschen vom Rand in die Mitte begleiten“.


Information über Renovabis

Als „Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“ rief die Deutsche Bischofskonferenz Renovabis im März 1993 ins Leben. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte die Gründung des Osteuropa-Hilfswerks angeregt. Die Aktion sollte „eine Antwort der deutschen Katholiken auf den gesellschaftlichen und religiösen Neuanfang in den Staaten des ehemaligen Ostblocks nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme“ sein.

Seit 1993 half Renovabis in 29 Staaten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa bei der Verwirklichung von über 20.760 Projekten mit einem Gesamtvolumen von rund 632 Millionen Euro. Dieses Geld stammt wesentlich von deutschen Katholiken, im Entwicklungsbereich zum Teil von der deutschen Bundesregierung. Es kommt kirchlich-pastoralen, sozial-karitativen sowie Bildungs- und Medienprojekten zugute. Dabei steht der Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Mittelpunkt.


„Spannende Themen und tolle Projekte": Spenderinnen und Spender erklären, warum sie durch „Renovabis“ Menschen in Mittelost- und Osteuropa helfen