News Bild Pfarrer verabschiedet, Orgel geweiht, „gute Stube“ gesegnet, Könige begrüßt

Pfarrer verabschiedet, Orgel geweiht, „gute Stube“ gesegnet, Könige begrüßt

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Eschlkam/Warzenried. Pfarrer Engelbert Ries hinterlässt nach 18-jähriger Wirkungszeit in der Pfarrei Eschlkam sowie in der Expositur Warzenried bleibende Spuren und setzte nun zum Abschied mit der neuen Sandtner-Orgel in der Herz-Jesu-Kirche, aber auch mit dem Bau des modernen Pfarrheims Sankt Jakobus zwei weitere nachhaltige Meilensteine.

Kirchliche Höhepunkte waren hierzu die beiden Pontifikalgottesdienste am Sonntagvormittag mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Rahmen seines Pastoralbesuches. Vertreter von Kirche, Kommune und Vereinen bereiteten dem Regensburger Oberhirten einen herzlichen Empfang.

 

Neue Orgel in Warzenried gesegnet

Pünktlich zur Verabschiedung von Pfarrer Ries erklang nach zweijähriger Planungs- und Bauphase in der Expositurkirche von Warzenried im Beisein des Orgelbaumeisters, Norbert Bender, die neue Pfeifenorgel als "Königin der Instrumente" zum Lobe Gottes und zur Freude der Menschen. Der wunderbare Klang und die vollmechanische Trakturen des mit 489 Hohlkörpern ausgestatteten Pfeifenwerks ermöglichen es, die Herz-Jesu-Kirche mit brillanten Tönen zu erfüllen. Musikalisch bereichert wurde der Festgottesdienst durch das Mitwirken der Schola des Kirchenchores.

Organistin Sabine Aschenbrenner steigerte den Glanz der kirchlichen Zeremonie und wählte als erstes offizielles Musikstück „Fantasia“ des tschechischen Komponisten Jan Křtitel Kuchař, um den grenznahen Bezug herzustellen.

Bischof Rudolf dankte allen Beteiligten, die mit einem umfassenden fachlichen, handwerklichen und finanziellen Beitrag zum Gelingen dieses Meisterstückes beigetragen haben. Wie die einzelnen verschiedenen Pfeifen zusammen harmonisch klingen, so sollten sich auch alle Glieder der Kirche zur großen Symphonie verbinden. In seinen Predigtgedanken unterstrich der Bischof die große Bedeutung des Gottesdienstes, der sich wie ein roter Faden durch unser Leben ziehen solle, damit ein jeder spüren könne: wer glaubt ist nie allein.

 

44 Jahre priesterlicher Dienst: Pfarrer Engelbert Ries verabschiedet

Ebenso wie in Warzenried hießen auch in Eschlkam die Ministranten den Bischof herzlich willkommen und ließen Blumen sprechen. Zum Verabschiedungsgottesdienst mit Weihe dreier Krippenfiguren und anschließender Pfarrheimsegnung hatten sich neben den Gläubigen auch Ehrengäste und Vereinsvertreter in der Jakobus-Kirche eingefunden, die Schutz vor dem Regen gewährte, der das geplante Pontifikalamt auf dem Waldschmidtplatz verhinderte.

Pfarrer Engelbert Ries rekapitulierte die Geschichte der pastoralen Besuche in der Pfarrei und zeigte sich dankbar für die Zeichen der Verbundenheit, welches die Vertreter des öffentlichen Lebens, der Vereine und Verbände mit ihrer Anwesenheit zum Ausdruck brachten.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ging auf die Priesterweihe von Pfarrer Ries vor 44 Jahren ein, als das Leben des damaligen Neupriesters unter das Geheimnis des Kreuzes gestellt wurde. Diese Worte nahmen Bezug auf das Evangelium zur Übergabe der Schlüssel an den Apostel Petrus. Pfarrer Ries habe in diesen vier Jahrzehnten in der Nachfolge Christi das Wort Gottes verkündet. Für seinen priesterlichen Dienst im Zeichen des Kreuzes gebühre ihm ein herzliches Vergelt’s Gott. Er habe das Bistum von West nach Ost in seiner geographischen Erstreckung durchquert und sich seit 18 Jahren hier in Eschlkam um die Kirche aus lebendigen Steinen aber auch aus Ziegelsteinen gekümmert. Er habe alle Generationen von der Wiege bis zur Bahre auf ihrem Lebensweg begleitet und damit den Samen des Wortes gesät, das andere ernten dürfen. Mit der väterlichen Sorge um die kirchlichen Gebäude und dem Bau des neuen Pfarrheims hinterlasse er nun seinem Nachfolger ein wohlbestelltes Haus.

Das feierliche Pontifikalamt umrahmten die Schola des Kirchenchores unter der Leitung von Organistin Sabine Aschenbrenner sowie die Blaskapelle Schießl mit beeindruckenden Musikbeiträgen.

Der Diözesanbischof überreichte dem scheidenden Priester die Dankmedaille des Bistums Regensburg. Alois Pritzl fand als Sprecher der weltlichen Vereine zu Herzen gehende Worte für „ihren Hochwürden“, den sie als mutigen, tatkräftigen und wortgewaltigen Priester mit großem Gottvertrauen und starkem Selbstbewusstsein kennenlernen durften. Pfarrer Ries war Ideengeber und habe mit seinem Tun und Wirken ein unverwechselbares Profil gezeigt, das sowohl in den Vereinen als auch in der gesamten Gemeinde zahlreiche Spuren hinterlasse.

Zum Andenken überreichten die Vereine aus Eschlkam, Großaign, Schachten, Kleinaign, Schwarzenberg, Stachesried und Seugenhof eine kunstvoll gestaltete Kerze mit den Haupt- und Filialkirchen sowie ein Bild seiner geliebten Sankt-Jakobus-Kirche. Zum Aufbruch in den Ruhestand reichte Pfarrer Engelbert Ries allen Gläubigen symbolisch viermal die Hand: als Verzeihung für alle, die ich enttäuscht habe; als Zeichen des Dankes an jene, die gute Dienste geleistet haben; um eine gesunde und glückliche Zeit zu wünschen und um „Auf Wiedersehen“ zu sagen in der Hoffnung auf ein Wiedersehen in March.

Neues Pfarrheim: Eschlkams gute Stube eingeweiht

„Das Herz des Ortes Eschlkam sei die Kirche – die gute Stube das Pfarrheim“ stellte Bischof Rudolf im Vorspann der Segnung des neuen Pfarrheims St. Jakob fest. Architekt Ludwig Pongratz nahm die symbolische Schlüsselübergabe zum Anlass, sich bei allen Beteiligten der Baumaßnahme zu bedanken und informierte über deren Gesamtkosten von 1,052 Millionen Euro, wodurch die Höhe der stiftungsaufsichtlich genehmigten Kosten von 1,068 Mio. Euro trotz so manch erfüllter Sonderwünsche unterschritten blieb.

Die Realisierung des Bauwerkes erfolgte ausschließlich durch Firmen aus der Region, die handwerklich sauber und fristgerecht gearbeitet haben. Der Mischbau gliedert sich in den Pfarrsaal in Holzbauweise mit Eichenparkett, während Küche und Sanitäranlagen im Massivbau integriert wurden. Dabei orientierte man sich am Raumprogramm der Diözese. Eine zeitgemäße Pellet-Heizung sorgt für wohlige Wärme. Als Blickfang im Außenbereich ist die moderne Verschalung mit Douglasien-Holz zu werten.

Architekt Pongratz freute sich über die unfallfreie Fertigstellung des Projekts und hofft, dass sich die Eschlkamer darin wohlfühlen. Er würdigte die gute Menschenkenntnis von Pfarrer Ries, der im gesamten Planungs- und Bauprozess zielorientiert und mit einer positiven Grundeinstellung die richtigen Entscheidungen getroffen habe. Ihm überreichte er im Beisein von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer den symbolischen Schlüssel. Dem Pontifikalamt mit Pfarrheimsegnung schloss sich der Festakt mit Verabschiedung von Pfarrer Engelbert Ries im Gasthof „zur Post“ an.

Heilige Drei Könige in Eschlkamm: Bischof Rudolfs segnete die Krippenfiguren

Seine Begeisterung für Krippen führte den Bischof zuletzt im Januar nach Eschlkam. Die Eschlkamer Krippe repräsentiert alle umliegenden Orte, dargestellt durch die Patrone aller Filialkirchen. Das ist ein ganz besonderes Zeichen. Was im Januar der Krippe fehlte, das waren die Heiligen Drei Könige, die die Völker der Erde repräsentieren. Mit den Spenden, die Frauenbund, Marianische Frauenkongregation und Pfarrer Ries beitrugen, konnten Kaspar, Melchior und Balthasar nun in Eschlkam einziehen. Bischof Rudolf segnete sie. Bei der Segnung war Johann Dendorfer anwesend, amtierender Präsident des Weltkrippenverbandes.