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Pfarrer Andriy Dmytryk wird Seelsorger für Katholiken ukrainischer Sprache

Seelsorge in der Muttersprache

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Eichstätt/Ingolstadt/Regensburg, 31. Oktober 2022

Der bisherige Kanzler des ukrainisch-katholischen Exarchates in München, Pfarrer Andriy Dmytryk, ist neuer Seelsorger für Katholiken ukrainischer Sprache in den Bistümern Eichstätt und Regensburg. Auf Beschluss der Bischöfe der beiden Bistümer wurde jeweils eine halbe Stelle für die muttersprachliche Seelsorge errichtet. Dmytryk wird mit seiner Frau ins Pfarrhaus nach Ingolstadt-Oberhaunstadt ziehen und von dort aus die ukrainisch-katholischen Gemeinden in Ingolstadt, Neumarkt und Regensburg betreuen. Außerdem übernimmt er eine Seelsorgeaufgabe im Pfarrverband Buxheim-Eitensheim. Die entsprechenden Vereinbarungen wurden rückwirkend zum 1. September geschlossen.

Dmytryk stammt selbst aus der Ukraine, lebte als Sohn eines sowjetischen Militärangehörigen als Kind und Jugendlicher jedoch viele Jahre in Thüringen in der damaligen DDR. Einen Teil seiner Studienzeit verbachte er in den Jahren 1998 bis 2007 bereits in Eichstätt, vor allem im Collegium Orientale. 2007 ging er zurück in die Ukraine, wo er zum Priester der ukrainisch-katholischen Kirche geweiht wurde. Von 2009 bis heute versah er den Dienst als Kanzler des ukrainisch-katholischen Exarchates für Deutschland und Skandinavien mit Sitz in München. Mit Exarchat wird ein mit einem Bistum vergleichbarer Verwaltungsbezirk außerhalb des Stammlandes der ukrainisch-katholischen Kirche bezeichnet.

Die ukrainisch-katholische Kirche ist eine vollständig mit der römisch-katholischen Kirche verbundene katholische Kirche mit einigen Besonderheiten. So kennt sie in der Liturgie den so genannten byzantinischen Ritus, eine Gottesdienstform, die auch in den orthodoxen Kirchen verbreitet ist. Eine weitere Besonderheit ist, dass viele ihrer Priester verheiratet sind und Familie haben. Die ukrainisch-katholische Kirche entstand in Folge der Kirchenunion von Brest im Jahr 1596, als sich Teile der orthodoxen Kirchen an die Struktur und das Kirchenrecht der katholischen Kirche unter Beibehaltung des byzantinisch-orthodoxen Ritus in Liturgie und geistlicher Praxis anschlossen. Ihr gehören weltweit etwa 4,3 Millionen Gläubige an, in der Ukraine bekennen sich etwa 6 Prozent der Einwohner zu ihr.

Andriy Dmytryk kümmerte sich bereits in den letzten Jahren ehrenamtlich um die ukrainisch-katholischen Gemeinden in Ingolstadt-Etting, Neumarkt i.d.Opf. und Regensburg. Durch die Errichtung der Stelle eines Seelsorgers für die muttersprachliche Seelsorge in den Diözesen Eichstätt und Regensburg soll eine größere Nähe zu den Gläubigen erreicht werden, deren Zahl nicht zuletzt aufgrund der Kriegssituation in der Ukraine und der daraus resultierenden Flüchtlingsbewegung immer größer wird.

 

Titelbild: PfarrerAndriy Dmytryk, Foto: Maike Stark/pde