News Bild Patrozinium und zwei Weihejubiläen - Weihbischof Reinhard Pappenberger feiert Dankmesse in der Kollegiatstiftskirche St. Johann zu Regensburg

Patrozinium und zwei Weihejubiläen - Weihbischof Reinhard Pappenberger feiert Dankmesse in der Kollegiatstiftskirche St. Johann zu Regensburg

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Am Samstagvormittag empfingen sieben Diakone im hohen Dom St. Peter zu Regensburg die Priesterweihe und am darauffolgenden Sonntagmorgen feierte Weihbischof Reinhard Pappenberger in der Stiftskirche St. Johann eine Dankmesse aus Anlass zweier Weihejubiläen. Vor 65 Jahren wurde der langjährige Regensburger Domkapellmeister, Apostolischer Protonotar Georg Ratzinger (92), mit seinem Bruder Joseph in Freising zum Priester geweiht, Kanonikus BGR Msgr. Konrad Dobmeier (81),  hatte vor 50 Jahren in Regensburg das Weihesakrament empfangen. Beide gehören seit vielen Jahren dem traditionsreichen Kollegiatstift zu den hl. Johannes Baptist und Johannes Evangelist an, Kanonikus Ratzinger war von 1995 bis 2001 der 62. Dekan des Stiftes, Kanonikus Dobmeier von 2004 bis 2013 dessen Administrator.

 

Prälat Heinrich Wachter, der amtierende Stiftsdekan, freute sich sichtlich, viele Gäste zu der Festmesse willkommen heißen zu können, die auch dem Kirchenpatron, dem hl. Johannes dem Täufer (Fest 24. Juni), galt. Neben dem Hauptzelebranten, Weihbischof Pappenberger, der auch das Domkapitel vertrat, stand auch der Generalpropst vom Augustiner-Chorherrenstift Paring, Propst Helmut Grünke C.R.V., mit am Altar sowie fast alle Stiftskanoniker. Auch das benachbarte Kollegiatstift U.L.F. zur Alten Kapelle war vertreten, allen voran durch deren Dekan Prof. Dr. Norbert Glatzel. Kirchenmusikalisch wurde die Festmesse vom Chor und Instrumentalensemble der Stiftskirche mit Werken von Mozart, Bach und Reger gestaltet. Im Anschluss an die Hl. Messe nutzten noch zahlreiche Gläubige die Gelegenheit, den beiden Jubilaren zu gratulieren.

 

"Ich nenne euch nicht mehr Knechte, sondern Freunde"

Weihbischof Reinhard Pappenberger hatte zu diesem Festgottesdienst eigens das Brustkreuz angelegt, das Papst Benedikt XVI. den Bischofsweihekandidaten des Jahres 2007 geschenkt hatte. Damit sei der Papst emeritus, so Weihbischof Reinhard, der ja auch sein 65. Priesterjubiläum in diesen Tagen feiere, allen ganz nahe. Mit vielen Zitaten, ließ er ihn sozusagen "selbst predigen". Zentral waren da die Erinnerungen an den Weihetag der Gebrüder Ratzinger in Freising am 29. Juni 1951: ausgestreckt auf dem Boden lagen sie, eingehüllt von der Allerheiligenlitanei, die Handauflegung durch den betagten Erzbischof Kardinal Faulhaber und das Leitwort: "Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt" (Joh. 15,15). Auch für die Freundschaft mit Gott gelte der alte lateinische Grundsatz "Idem velle, idem nolle" - "Dasselbe wollen, dasselbe nicht wollen". Diesen Freundschaftsdienst für Gott, so der Weihbischof, hätten die beiden Jubilarpriester in unterschiedlicher Weise gelebt und geleistet, der eine mit seinem Einsatz für die Kirchenmusik als Domkapellmeister, der andere mit den vielfältigen Aufgaben des Pfarrers in der Seelsorge. Zum Ende der Predigt und vor dem Schlusssegen empfahl er beide noch der Gottesmutter, die die Familie Ratzinger in Altötting und die Familie Dobmeier auf dem Fahrenberg besonders verehrte.

Priesterweihe an Peter und Paul 1951 und anschließende Primizen

Im Freisinger Mariendom empfingen am Hochfest der Apostelfürsten Peter und Paul (29. Juni 1951) die Brüder Georg (27) und Joseph Ratzinger (24) durch den Erzbischof von München-Freising, Michael Kardinal Faulhaber, die Priesterweihe. Mit ihnen wurden damals noch weitere 42 Diakone zu Priestern geweiht, darunter auch die späteren Münchner Weihbischöfe Franz Xaver Schwarzenböck (†2010) sowie Heinrich Graf von Soden-Fraunhofen (†2000). Die beiden Brüder feierten am 8. Juli 1951 ihre Primiz in der Stadtpfarrkirche St. Oswald in Traunstein, wo ihre Eltern damals noch ansässig waren und sie einen Teil ihrer Jugend verbracht hatten.

Da zur damaligen Zeit die Konzelebration nicht so häufig praktiziert wurde, feierte Joseph Ratzinger seine erste hl. Messe um 7 Uhr und sein Bruder Georg das Hochamt mit Chorgesang um 9 Uhr. Am 30. Juli 1951 gab es auch noch eine Nachprimiz in der Dorfpfarrkirche St. Nikolaus in Rimsting am Chiemsee, dem Heimatort der Mutter. Ihren großen Tag, den Bruder Joseph als "strahlenden Sommertag" bezeichnete, der "als Höhepunkt des Lebens unvergesslich bleibt", hatten sie unter folgende Primizsprüche gestellt, Georg: "Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade über Gnade" (Joh. 1,16) und Joseph: "Nicht als ob wir von uns aus selbst etwas vermöchten, sondern unsere Fähigkeit kommt von Gott" (2 Kor. 3,5).