Bischof steht am Altar

Pastoralbesuch von Bischof Rudolf in Münchsmünster

„Christus ist das Fundament unseres Glaubens“


Regensburg/ Münchsmünster, den 25. August 2026 

Weil Pfarrer Joseph Villanthanathu krankheitsbedingt ausfiel, übernahm Bischof Dr. Rudolf Voderholzer kurzfristig selbst die Vertretung in Münchsmünster. Mit den Gläubigen feierte er den Pontifikalgottesdienst und stellte in seiner Predigt, ausgehend vom Sonntagsevangelium, Petrus, den Felsen der Kirche, sowie Christus als Fundament des Glaubens in den Mittelpunkt.

Große Freude löste am Sonntagvormittag der kurzfristig anberaumte Pastoralbesuch von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in der Pfarrei St. Sixtus in Münchsmünster aus. Der Regensburger Oberhirte war gekommen, um den erkrankten Pfarrer Joseph Villanthanathu zu vertreten und mit den Gläubigen einen Pontifikalgottesdienst in der gut besetzten Pfarrkirche zu feiern.

Im Mittelpunkt seiner Predigt stand einer der bedeutendsten Texte des Matthäusevangeliums für das Selbstverständnis der Kirche: „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen!“ Nach dem Eingangslied „Wer glaubt, ist nie allein“ begrüßte Diakon Tom Behringer Bischof Rudolf. Es sei ein starkes Zeichen für die Pfarrei, dass der Oberhirte beim krankheitsbedingten Ausfall eines Priesters selbst hinausgehe und für Vertretung sorge. Für diesen Dienst und sein Amt wünschte er dem Bischof Gottes Segen und viel Kraft.

„Die Feier der Eucharistie ist die wichtigste Aufgabe von uns Priestern“

Bischof Rudolf erläuterte, dass er sich an Sonntagen ohne vorgegebene Termine erkundige, wo gerade „Not am Mann“ sei. Wegen der längeren Erkrankung von Pfarrer Joseph sei dies nun Münchsmünster gewesen. „Dann verbringe ich gerne den Sonntag in diesen Pfarreien und feiere mit den Gläubigen Gottesdienste, denn die Feier der Eucharistie ist die wichtigste Aufgabe von uns Priestern!“

Der Bischof dankte dafür, dass trotz der Kurzfristigkeit der Kirchenchor zusammengekommen und bis zum Anzünden der Apostelleuchter alles für den Gottesdienst vorbereitet worden war. Den Pfarrangehörigen und Verantwortlichen dankte er für ihr Zusammenhalten und Zusammenstehen während der Erkrankung ihres Pfarrers. Pfarrer Joseph wünschte er gute Genesung und eine baldige Rückkehr in seine Pfarrei.

Petrus, der Fels

In seiner Predigt ging Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auf die Bedeutung des Evangeliums nach Matthäus für die Verfassung und das Selbstverständnis der Kirche ein. Es sei eine Fügung, dass gerade auch in der Pfarrkirche von Münchsmünster vieles davon sichtbar werde: Petrus mit seinen Schlüsseln vor dem Altarraum – im Gegenüber zu Paulus mit dem Schwert als „Apostelfürsten“ sowie Petrus dann auch auf einem der zwölf Apostelporträts an den Seitenwänden, dort sogar mit einem silbernen und einem goldenen Schlüssel. Petrus gehöre zusammen mit seinem Bruder Andreas zu den Erstberufenen. In den Apostellisten des Neuen Testaments stehe er immer an erster Stelle. Auch im ältesten Glaubensbekenntnis der Kirche werde Kephas, die aramäische Form des Namens Petrus, als einziger Apostel namentlich erwähnt.

Als Jesus seine Jünger fragte: „Für wen haltet ihr mich?“, bekannte Petrus stellvertretend für alle: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Darauf folgte die Verheißung: „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ Der Name Petrus sei dabei kein bloßer Spitzname. Er bringe seine besondere Sendung zum Ausdruck. Petrus solle Fels und Hirte für die Gemeinschaft der Jünger sein. Dabei sei er keineswegs vollkommen gewesen. Er war wankelmütig, hatte Ängste und verleugnete Jesus. Trotzdem vertraute Christus ihm eine große Verantwortung an. Nicht „Fleisch und Blut“ hätten Petrus dieses Bekenntnis eingegeben, sondern der Vater im Himmel. In der Kraft des Heiligen Geistes könnten Petrus und seine Nachfolger – darunter auch der Kirchenpatron, der heilige Sixtus – ihren Dienst erfüllen. Jesus nehme Menschen in seinen Dienst, obwohl sie nicht vollkommen seien, wenn sie sich ihm zur Verfügung stellten. Der Fels Petrus verweise dabei immer auf das eigentliche Fundament: Christus selbst. „Christus ist das Fundament unseres Glaubens.“

Das Kreuz gehört zum Geheimnis des Messias

Auch Petrus musste lernen, welcher Art der Messias ist. Jesus wollte kein politischer Messias und kein weltlicher Herrscher sein. Seine Rettungstat vollziehe sich am Kreuz – durch die Annahme des Leidens und die Hingabe seines Lebens. Das Kreuz gehöre zum Geheimnis des Messias. Nach Tod und Auferstehung konnten die Jünger nicht mehr schweigen. Sie mussten hinaus in die Welt und Zeugnis davon geben, dass Christus der Messias und Retter der Welt ist und durch das Kreuz Erlösung gebracht hat. In Antiochia seien die Jünger Jesu erstmals „Christen“ genannt worden. Die Menschen hätten erkannt, dass diese Jünger auf Jesus schauten und ihn als Christus bekannten. Darin liege bis heute ein Anspruch für alle Christen. Bischof Rudolf rief dazu auf, in der Kraft des Heiligen Geistes glaubwürdig von Christus Zeugnis zu geben. Die Menschen sollten durch dieses Zeugnis spüren, „was das für ein Geschenk ist, an Jesus Christus glauben zu dürfen und ihm nachfolgen zu dürfen“.

Dank für die Verbundenheit mit der Pfarrei

An die Predigt anschließend feierte Bischof Rudolf, assistiert von Diakon Tom Behringer, die Eucharistie. Der Kirchenchor Münchsmünster unter der Leitung von Renate Siebenhändl gestaltete den Gottesdienst musikalisch. Pfarrgemeinderatssprecherin Brigitte Steil dankte dem Bischof von Herzen für seinen Besuch und dafür, dass er kurzfristig die Vertretung für den erkrankten Pfarrer Joseph übernommen hatte. „Ihre Anwesenheit war für unsere Pfarrgemeinde eine besondere Ehre und zugleich ein schönes Zeichen der Verbundenheit. Für Ihre Worte und Gedanken, die Sie uns mit auf den Weg gegeben haben, sind wir sehr dankbar!“ Bischof Rudolf bat darum, Pfarrer Joseph herzliche Grüße auszurichten und ihm zu wünschen, dass er bald wieder gesund werde und am Altar seiner Pfarrei stehen könne. Mit dem Wettersegen beendete der Regensburger Oberhirte den feierlichen Pontifikalgottesdienst.

Text und Fotos: Martin Haltmayer
(SG/chb) 



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