Giotto, Fußwaschung

Leo XIV. zur Fußwaschung am Gründonnerstag 2026

Wieder im Lateran


Rom / Regensburg, 19. Januar 2026

Papst Leo XIV. verlegt den Ritus der Fußwaschung, der zur Liturgie des Gründonnerstag gehört, wieder in den Lateranspalast. Das ergibt sich aus dem Liturgieplan, den die Präfektur des päpstlichen Hauses publiziert hat. In der Lateranbasilika, der Kathedrale des Bischofs von Rom, feiern die Päpste üblicherweise die zu diesem Tag gehörige Abendmahlsmesse. Diese Tradition, die unter Franziskus unterbrochen war, setzt Leo XIV. fort.

Zur Messfeier am Gründonnerstagabend gehört auch seit 1955, als Pius XII. ihn für verbindlich erklärte, auch der Ritus der Fußwaschung. Papst Franziskus hatte diese starke Symbolhandlung gelebter Nächstenliebe während seines Pontifikats, das im letzten Jahr endete, in Gefängnissen oder Sozialeinrichtungen vorgenommen. Der Ritus der Fußwaschung ist einer der emotionalen Höhepunkte der Zeremonien in der Karwoche. Er erinnert an die Fußwaschung, die Jesus beim letzten Abendmahl nach Darstellung des Johannesevangeliums an seinen zwölf Aposteln vorgenommen hat (Joh 13,1-20). In diesem Evangelium, es ist das am spätesten geschriebene, ersetzt der Bericht über die Fußwaschung sogar den Einsetzungsbericht.

Durch denm Evangelisten Johannes erhält die Fußwaschung einen engen Bezug zur Eucharistie. Franziskus betonte in den zwölf Jahren seines Papstseins die soziale Komponente des Ritus in vorher nicht gekannter Direktheit. Er führte ihn an Migranten oder Häftlingen aus, darunter auch an Angehörigen anderer Religionen, und führte ein, dass für Fußwaschungen ausdrücklich auch Frauen in Frage kommen. An seinem letzten Gründonnerstag besuchte der schwerkranke Franziskus 2025 das römische Gefängnis „Regina Coeli“ und nahm die Fußwaschung vor; nur vier Tage später sollte er sterben.

Der Gründonnerstag ist der einzige Tag, an dem ausdrücklich zwei heilige Messen vorgesehen sind. Den Auftakt setzt morgens die Chrisam-Messe, bei der das heilige Öl geweiht wird, welches im Lauf der kommenden zwölf Monate bei Sakramenten zum Einsatz kommt. Die Chrisam-Messe um 9.30 Uhr wird Leo XIV. am 2. April, wie üblich, im Petersdom zelebrieren. Die Abendmahlsmesse um 17.30 Uhr, die der diesjährigen Fußwaschung damit vorausgeht, feiert er in San Giovanni in Laterano. 

Der deutsche Name dieses im Kirchenjahr äußerst wichtigen Tages hat mit der Farbe Grün nichts zu tun, sondern bezieht sich auf das Verbum greinen, dessen Bedeutung sich auf ein zumeist klägliches Weinen bezieht; damit wird Bezug genommen auf den Kummer, das seelische Leid, das Christus im Garten Gethsemane empfand, weil er um seine Verhaftung und damit um den Beginn seiner Passion wusste. 

Vatican News / sig

(sig)

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Unser Bild stammt von Giotto di Bondone, der in der Scrovegni-Kapelle in Padua, die durch ihn einen für die christliche Ikonographie höchst zentralen Bildzyklus erhielt, auch die Fußwaschung Christi darstellt.



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