Hagia Sophia, Istanbul

Papst Leo XIV. trifft Patriarch Bartholomaios

Auf Augenhöhe


Rom / Regensburg, 25. Oktober 2026

Papst Leo XIV. hat den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., diesen Samstag im Vatikan in Audienz empfangen. Das gab der Vatikan anschließend bekannt. Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Konstantinopel ist zu einem mehrtägigen Besuch nach Italien gereist, wo ihm am Freitag die Ehrendoktorwürde der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin verliehen wurde. Am 27. Oktober will der Patriarch zudem am internationalen Friedenstreffen in Assisi teilnehmen.

Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel erhielt am 23. Oktober 2026 an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin in Rom, dem sogenannten Angelicum, die Ehrendoktorwürde. Die Laudatio hielt Kardinal Kurt Koch, Präfekt des vatikanischen Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. Er würdigte insbesondere die Verdienste des Patriarchen um die Ökumene und den Dialog zwischen den christlichen Kirchen.

In seiner Dankesrede betonte Bartholomaios die Verantwortung der Kirchen für die Einheit in einer zunehmend von Konflikten und gesellschaftlichen Spaltungen geprägten Welt. Die Zukunft der Orthodoxie und des Christentums insgesamt hänge wesentlich davon ab, die Kultur der Konziliarität wiederzuentdecken, die bereits die frühe Kirche geprägt habe. Der Patriarch plädierte für „Demut vor Triumphgehabe, Begegnung vor Isolation, Dialog vor Spaltung und Gemeinschaft vor Nationalismus“.

Auch das Verhältnis zwischen Primat und Synodalität sprach Bartholomaios an. Beide Prinzipien seien untrennbar miteinander verbunden und könnten nicht unabhängig voneinander bestehen. Damit griff er eine zentrale Frage des theologischen Dialogs zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche auf. Bartholomaios verteidigte zudem die Einberufung des Panorthodoxen Konzils, das vor zehn Jahren auf Kreta stattgefunden hatte. Gegenüber Kritik aus den eigenen orthodoxen Reihen bezeichnete er das Konzil und seine Beschlüsse als wichtigen Meilenstein für die Orthodoxie. Der Besuch des Patriarchen in Italien steht auch im Zeichen des interreligiösen Dialogs. Am Dienstag, den 27. Oktober 2026 will Bartholomaios am internationalen Friedenstreffen in Assisi teilnehmen, das von der Gemeinschaft Sant’ Egidio organisiert wird.

Text: Vatican News

(sig)

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Unser Bild zeigt die Hagia Sophia, traditionell das orthodoxe Gegenstück zum Petersdom in Rom, derzeit von den Machthabern der Türkei als Moschee beansprucht. Der Turm links hinten im Bild – ein Minarett – gehört nicht zum spätantiken christlichen Erbe, das dieser Bau im historischen Konstantinopel, heute Istanbul genannt, wie weltweit kaum ein zweiter vermittelt.



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