St. Peter in Rom, stilisiert, Papst Leo XIV.

Leo XIV. nennt sich „Sohn des heiligen Augustinus“

Bemerkenswertes päpstliches Signal


Rom / Regensburg, 28. August 2026

Heute gedenkt die Kirche dem heiligen Kirchenvater Augustinus. Papst Leo XIV. hatte sich mit seinen ersten Worten als Papst auf den großen Heiligen berufen. „Ich bin ein Sohn des heiligen Augustinus, ein Augustiner, und dieser sagte: ‚Mit euch bin ich Christ, für euch bin ich Bischof‘“, erklärte er bei seinem ersten Segen „Urbi et Orbi“ im Mai 2025 direkt nach der Wahl.

Während einer Generalaudienz auf dem Petersplatz im Dezember 2025 legte der Papst die bekanntesten Gedanken des Kirchenlehrers aus. „Das Leben im Zeichen von Ostern zu verstehen, es mit dem auferstandenen Jesus zu betrachten, bedeutet hingegen, Zugang zu finden zum inneren Wesen des Menschen, zu unserem Herzen: ‚cor inquietum‘“, sagte Leo XIV. „Mit diesem Adjektiv ‚unruhig‘ lässt der heilige Augustinus uns den Antrieb des Menschen verstehen, der auf seine wahre Vollendung ausgerichtet ist.“

„Der ganze Satz verweist auf den Anfang der Bekenntnisse, wo Augustinus schreibt: ‚O Herr, geschaffen hast du uns im Hinblick auf dich, und unruhig ist unser Herz, bis es ruhet in dir‘“, so der Papst weiter. „Die Unruhe ist das Zeichen, dass unser Herz sich nicht zufällig, ungeordnet, ziellos bewegt, sondern auf die letzte Bestimmung ausgerichtet ist, die ‚Heimkehr‘.“

Augustinus wurde 354 in Thagaste in der römischen Provinz Numidien, dem heutigen Algerien, geboren. Seine Mutter Monika, deren Gedenktag die Kirche am Vortag begeht, erzog ihn im christlichen Glauben. Nach Jahren als gefeierter Rhetoriklehrer und als Anhänger der manichäischen Religion, einer synkretistischen und dualistischen Weltreligion der Spätantike, ließ er sich im Alter von 32 Jahren in der Osternacht des Jahres 387 im Mailänder Dom von Bischof Ambrosius taufen.

Papst Benedikt XVI. schilderte die Schlüsselszene der Bekehrung in einer Katechese über den Kirchenvater: „Er erzählt, daß er sich in der Qual seiner Reflexionen in einen Garten zurückgezogen hatte, als er plötzlich eine Kinderstimme hörte, die singend in einer nie zuvor gehörten Melodie wiederholte: ‚tolle, lege, tolle, lege! – Nimm und lies! Nimm und lies!‘“ Augustinus griff daraufhin zu den Briefen des Apostels Paulus. „Du hast mein Sein zu dir bekehrt“, hielt er später fest.

Von 395 an wirkte Augustinus über 35 Jahre als Bischof von Hippo, dem heutigen Annaba an der algerischen Küste. Als Vandalen die Stadt fast drei Monate lang belagerten, bat der fieberkranke Bischof darum, die Bußpsalmen mit großen Buchstaben abzuschreiben, „und ließ die Blätter an der Wand befestigen, so daß er sie vom Bett aus während seiner Krankheit sehen und lesen konnte, und er vergoß unablässig heiße Tränen“, berichtete sein Freund Possidius in der Vita Augustini. Am 28. August 430 starb Augustinus. Sein Todestag ist bis heute sein Gedenktag.

Für die Ausbildung des Ordensnachwuchses der Augustiner erinnerte Leo XIV. an eine Mahnung aus einer Predigt des Kirchenvaters: „Liebt, was ihr sein werdet.“ Dazu sagte er: „Die christliche Berufung, und die Ordensberufung im Besonderen, entsteht nur, wenn man die Anziehung von etwas Großem spürt, von einer Liebe, die das Herz nähren und sättigen kann.“

Zur Einheit führte Augustinus in derselben Predigt aus: „So wie seinerzeit in den verschiedenen Sprachen, die je ein einzelner Mensch sprach, sich die Gegenwart des Heiligen Geistes zeigte, so ist jetzt die Liebe zur Einheit […] das Zeichen seiner Gegenwart.“ Er fragte: „Welche größere Kraft kann es in der Frömmigkeit geben als die Liebe zur Einheit?“ Und er hielt fest: „Ihr werdet den Heiligen Geist empfangen, wenn ihr zulasst, dass euer Herz durch aufrichtige Liebe an der Einheit festhält.“

Text: CNA Deutsch

(SG / sig)



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