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Papst Johannes Paul I. wird seliggesprochen

Er ging als der „33-Tage-Papst“ in die Geschichte ein

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Regensburg, 02.09.2022

Am 4. September wird Papst Franziskus einen seiner Vorgänger auf dem Stuhl Petri seligsprechen: Papst Johannes Paul I., der von 1912 bis 1978 lebte und am 26. August 1978 zum Papst gewählt wurde. Die Seligsprechung findet im Vatikan auf dem Petersplatz statt.

Eröffnet wurde das Seligsprechungsverfahren im Jahr 2003. Johannes Paul II. ernannte ihn zum Diener Gottes. 2017 schrieb Papst Franziskus ihm den heroischen Tugendgrad zu.

Im vergangenen Oktober dann hat Papst Franziskus ein Heilungswunder anerkannt, das auf Fürsprache Johannes Pauls I. gewirkt wurde. Ein elfjähriges Mädchen aus dem argentinischen Buenos Aires wurde 2011 von einer eigentlich unheilbaren Krankheit geheilt, nachdem sie Papst Johannes Paul I. um seine Fürsprache angerufen hat.

 

Der „33-Tage-Papst“

Albino Luciani wurde am 17. Oktober 1912 im norditalienischen Forno di Canale geboren. 1935 empfing er die Priesterweihe. 1958 ernannte und weihte ihn Papst Johannes XXIII. zum Bischof von Vittorio Veneto. Am 15. Dezember 1969 ernannte ihn Paul VI. zum Patriarchen von Venedig und erhob ihn vier Jahre später in den Kardinalsrang.

Als Nachfolger von Paul VI. (1963-1978) wurde er am 26. August 1978 zum Papst gewählt. Er wählte den Doppelnamen Johannes Paul, um seine beiden Vorgänger Johannes XXIII. und Paul VI. zu ehren. Seine Demut und Einfachheit begeisterte die Menschen. Schnell wurde er als „der Papst des Lächelns“ bezeichnet.

Doch schon 33 Tage nach seiner Wahl verstarb er an Herzversagen und ging so als der „33-Tage-Papst“ in die Geschichte ein.

Um seinen Tod ranken sich zahlreiche Mythen. Die kurze Amtszeit hat den Boden bereitet für Spekulationen und Verschwörungstheorien.

Anlässlich des 30. Todestages, am 28. September 2008, gedachte seiner Papst Benedikt XVI. und würdigte ihn mit den folgenden Worten:

„Er wählte als Bischofswahlspruch denselben wie der hl. Karl Borromäus: »Humilitas«. Ein einziges Wort, welches das Wesentliche des christlichen Lebens zusammenfasst und auf die unverzichtbare Tugend dessen verweist, der in der Kirche zum Dienst der Autorität berufen ist. In einer der vier Generalaudienzen, die er während seines so kurzen Pontifikats hielt, sagte er unter anderem mit jenem vertraulichen Ton, der ihn auszeichnete: »Ich will hier nur eine Tugend empfehlen, die dem Herrn sehr teuer ist. Er hat gesagt: Lernt von mir, denn ich bin freundlich und von Herzen demütig. … Auch wenn ihr Großes geleistet habt, sagt: Wir sind unnütze Knechte.« Und er merkte an: »Bei uns allen geht die Neigung in die entgegengesetzte Richtung: hervortreten zu wollen«. Die Demut kann als sein geistliches Testament betrachtet werden. Gerade dank dieser seiner Tugend genügten 33 Tage, dass die Menschen Papst Luciani in ihr Herz geschlossen haben.“

 

Selige und Heilige im Bistum Regensburg

Für die Seligsprechung und Heiligsprechung herausragender Frauen und Männer hat die katholische Kirche im Lauf ihrer Geschichte ein ordentliches Verfahren entwickelt, das sogenannte „Kanonisationsverfahren“. Auch im Bistum Regensburg laufen derzeit mehrere Selig- und Heiligsprechungsverfahren:

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Text: jw
Titelbild: Heiligsprechung 2012 auf dem Petersplatz. Unter anderem wurde Anna Schäffer aus dem Bistum Regensburg heiliggesprochen.