News Bild Osterbräuche im Bistum Regensburg: "Die Steckerlweihe"

Osterbräuche im Bistum Regensburg: "Die Steckerlweihe"

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Ein Brauch, der mit dem Osterfeuer in Verbindung stand, ist heute fast ausgestorben: Die Holz- oder Steckerlweihe. Sie fand meist am Karsamstag früh statt. Nachdem der Pfarrer das Osterfeuer geweiht hatte, drängten sich Kinder und Erwachsene um die Feuerstelle: Jeder hatte seine Stecken dabei, Art und Aussehen waren je nach Region unterschiedlich. Im Bayerischen Wald brachten die Bauern vier oder fünf Haselnussstecken, die dann als Bündel an beiden Enden ins Feuer gehalten wurden. In anderen Gegenden mussten es neun Stecken aus neunerlei Hölzern sein: Weiden- und Birkenholz, Apfel- und Birnbaum, Weichsel, Kirsche, Vogelbeere, Erle und Haselnuss. Auch einzelne Stecken, große Kienspäne oder die Stämme des Palmbuschens vom Palmsonntag wurden ins Feuer gesteckt. Wenn die Stecken gut angebrannt waren, trug man mit ihnen das geweihte Feuer nach Hause und entzündete damit das Herdfeuer.

Dann wurden kleine Stücke abgebrochen und mit den geweihten Palmzweigen zu Kreuzen zusammengebunden. Auf jedes Feld kam so ein Kreuzerl, mit Osterwasser besprengt und einem „Vater Unser“ sollte es Gottes Segen für eine gute Saat bringen und alles Böse von Acker und Flur fernhalten. Auch beim Kreuzerlstecken waren die Bräuche oft schon von Pfarrei zu Pfarrei unterschiedlich. Während die Einen noch am Ostersonntag, spätestes aber am Ostermontag ihre Kreuze auf die Felder brachten, warteten die Bauern in anderen Gegenden bis nach der Aussaat. Manchmal wurde das geweihte Holz auch bis Georgi aufgehoben und erst an diesem Tag die „Georgikreuzln“ geschnitten. Auch am Tag der Kreuzauffindung, der früher am 3. Mai begangen wurde, brachten manche Bauern ihre Kreuze auf die Felder. Sie wurden entweder an den Feldrändern aufgestellt oder in die Ecken gesteckt. In einigen Gegenden ließ man eine Ecke frei, „damit die Hex naus ko“.