News Bild "Oh Maria, Mutter der Barmherzigkeit" - Weihbischof Dr. Josef Graf eröffnet mit Rosenkranzgebet und Lichterprozession den Rosenkranzmonat

"Oh Maria, Mutter der Barmherzigkeit" - Weihbischof Dr. Josef Graf eröffnet mit Rosenkranzgebet und Lichterprozession den Rosenkranzmonat

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Am 7. Oktober feiert die Kirche das Fest der allerseligsten Jungfrau Maria vom Rosenkranz, das im Volksmund kurz Rosenkranzfest heißt. Aus diesem Anlass trafen sich am Abend des 7. Oktober zahlreiche Gläubige im Regensburger Dom, um gemeinsam mit Weihbischof Dr. Josef Graf den Rosenkranz zu beten. Im außerordentlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit stand dieser unter dem Leitwort "Maria, Mutter der Barmherzigkeit". Der Gedanke der Barmherzigkeit zog sich dann auch durch das gesamte Gebet: Impulse aus "Misericordiae vultus" - zu Deutsch: "Antlitz der Barmherzigkeit" - der Verkündigungsbulle zum Heiligen Jahr von Papst Franziskus sowie eigenen Geheimnissen zu den fünf Gesätzen: "Jesus, in dem uns die Barmherzigkeit Gottes aufstrahlt", "Jesus, der uns ein Beispiel barmherziger Liebe gegeben hat", "Jesus, der uns Barmherzigkeit lehrt", "Jesus, der uns auffordert, barmherzig zu sein" und "Jesus, der unseren Glauben stärkt".

 

"Ein lebendiges Zeugnis des Glaubens..."

...so hatte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die sich dem Rosenkranzgebet anschließende Lichterprozession einmal bezeichnet. Singend und betend zog die Prozession durch die abendliche Regensburger Innenstadt, bei der Kerzen und Fackeln die Liedzettel beleuchteten. Zahlreiche Gläubige und die Fahnenabordnungen der kirchlichen Verbände, Priester und Ordensleute, sowie die Mitglieder von Dom- und Stiftskapitel und des Priesterseminars zogen mit Weihbischof Josef durch die Innenstadt und legten so ein Zeugnis ihres Glaubens ab. Vom Südportal des Domes über den Neupfarrplatz und die Gesandtenstraße ging es zur Dominikanerkirche St. Blasius. Auch in diesem Jahr war wieder eine große Gruppe syrischer Flüchtlinge mit ihrem Priester, Abuna Mayas Aboud. dabei. Sie gehören der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche an, die mit dem Papst in Rom in Glaubenseinheit steht. Für sie ist es jedes Mal ein besonderes Erlebnis, offen ihren Glauben bekennen zu können. Die oft fragendenden Blicke der Passanten, sei es aus Unverständnis oder auch Verwunderung, zeigten, wie wichtig dieses öffentliche Glaubensbekenntnis ist.

"Unter deinem Schutz und Schirm..."

Mit dem Lied "Mutter Gottes, wir rufen zu dir", zog die Prozession in die hell erleuchtete Dominikanerkirche St. Blasius ein und sammelte sich vor dem Gnadenbild der Schutzmantelmadonna. Die spätgotische Darstellung der Gottesmutter zeigt Maria als ein junges Mädchen, die unter ihrem Mantel der Menschheit Schutz bietet. Weihbischof Josef erinnerte daran, dass eben jenes Gnadenbild vor zehn Jahren auch beim Besuch von Papst Benedikt XVI. beim Festgottesdienst auf dem Islinger Feld dabei war. In seiner Predigt legte er das Salve Regina aus, in dem Maria ja auch als "mater misericordiae", als "Mutter der Barmherzigkeit" besungen wird. "Wenn wir liebende und barmherzige Menschen sind, mit Maria als Vorbild", so der Weihbischof, "dann sind wir ein Spiegel der Barmherzigkeit Gottes".

Es habe wohl keinen passenderen Ort zum Abschluss des Abends gegeben, so der Weihbischof weiter, als die Dominikanerkirche. Auf das Engste sei der Orden mit der Verbreitung des Rosenkranzgebetes verbunden. Er erinnerte nicht nur an die legendäre Darstellung der Rosenkranzübergabe der Gottesmutter an den hl. Dominikus sondern auch daran, dass die Dominikaner den Rosenkranz am Ordensgewand tragen, "das für die Volksfrömmigkeit wichtigste Werkzeug". Der Pontifikalsegen und das "Segne du, Maria" schloss den Abend ab, mit dem der Rosenkranzmonat Oktober sozusagen feierlich eröffnet wurde.

 

Stichwort: Rosenkranzfest

Papst Pius V. hatte das Rosenkranzfest im Jahre 1571 gestiftet, als Dank der Kirche für den Sieg der christlichen Flotte bei der Seeschlacht von Lepanto, die Don Juan d´ Austria - Sohn Kaiser Karl V. und der Regensburgerin Barbara Blomberg - angeführt hatte. Papst Gregor XIII. gab 1573 dem fest den Namen "Gedenktag Unserer lieben Frau vom Rosenkranz". Nach einem weiteren militärischen Sieg über das osmanische Heer 1716 wurde das Fest in den Römischen Kalender aufgenommen. Eine politische Bedeutung bekam das Fest im Jahre 1938, als in Wien im Anschluss an eine Rosenkranzfeier im Stephansdom mehr als 6.000 junge Katholiken sich zu ihrem Katholischen Glauben bekannten. Dieses lautstarke Bekenntnis im seit März 1938 nationalsozialistischen Österreich läutete die Verfolgung der Kirche auch in Österreich ein.