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Ökumenische Donausegnung in Regensburg

Bewahrung der Schöpfung ist elementar

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Regensburg, 8. Januar 2023

Am Fest der Taufe des Herrn fand am Sonntag in Regensburg eine ökumenische Donausegnung in orthodoxer Tradition statt. Mit dieser besonderen Segnung wird an die Taufe Jesu im Jordan erinnert und zugleich auch an die zentrale Bedeutung des Wassers als Quelle allen Lebens für die Schöpfung Gottes. Vor der Segnung der Donau versammelten sich die Gläubigen und Vertreter der evangelisch-lutherischen, der katholischen Kirche und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Regensburg im Dom St. Peter zu einem Vespergottesdienst in ökumenischer Gemeinschaft.

Glauben stärken im gemeinsamen Gebet

Während des Magnificats legten Bischof Rudolf Voderholzer und der evangelische Regionalbischof Klaus Stiegler Weihrauch in eine Schale vor dem Kreuz ein. Die orthodoxen Glaubensbrüder mussten aufgrund von Erkrankungen kurzfristig ihre Teilnahme an der Donausegnung absagen. In Vertretung für Archimandrit Petros Klitsch von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Bayern, legte Bischof Rudolf einen weiteren Löffel Weihrauch in die Schale ein. Als besonderes Zeichen der Verbundenheit blieb der rechte Sitz neben Bischof Voderholzer während der Vesper im Altarraum frei. Im Gebet waren die orthodoxen Glaubensbrüder der Feier verbunden. Die Fürbitten wurden abwechselnd von Pfr. Johannes Poiger, von den Alt-Katholiken, sowie von Prof. Dr. Christoph Binninger, dem Direktor des Studium Rudolphinum, vorgetragen. Ein Männerchor ehem. Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß gestaltete die Vesper musikalisch. Im Chorraum der Kathedrale wurde die Handreliquie des heiligen Johannes Chrysostomus, die im Jahr 1652 nach Regensburg kam, gut sichtbar für alle Mitfeiernden aufgestellt. Zahlreiche Gläubige kamen in den Regensburger Dom, um an dieser besonderen Feier teilzunehmen.

Regionalbischof Klaus Stiegler und Bischof Rudolf Voderholzer legten Weihrauch auf.

Taufe als gemeinsame Glaubensgrundlage

„Von dieser Stelle ein herzlicher Genesungswunsch nach München an Herrn Archimandrit Peter Klitsch und seinen Chor. Mögen sie bald wieder zu Kräften und vor allem zu ihren Stimmen kommen“, so Bischof Rudolf zu Beginn seiner Predigt. Kurzfristig mussten die griechisch-orthodoxen Glaubensfreunde aus München krankheitsbedingt absagen. „Die sinnenhafte Verdeutlichung der Taufe durch die Segnung des Elementes Wasser erinnert uns an die gemeinsame Grundlage aller Ökumene, die gemeinsame Taufe auf den Namen des dreifaltigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“, fuhr Bischof Rudolf fort. Durch die Taufe wird den Menschen das Heil zuteil, das ihnen Jesus Christus erworben hat.

Die Handreliquie des heiligen Chrysostomus wurde vor den Altarstufen aufgestellt.

Er mischte sich unter die Sünder, die zu Johannes an den Jordan gekommen waren, um zu beichten und ihre Sünden abwaschen zu lassen. Jesus verurteilte keinen dieser Sünder, sondern ließ sich selbst von Johannes taufen, um die Sünde für alle Menschen abzuwaschen. Einen zweiten Gedanken lenkte der Regensburger Oberhirte auf die Taufstelle am Jordan. Sie ist „die tiefste Stelle der Erdoberfläche außerhalb der Weltmeere. Der Jordangraben, geologisch gesprochen ein so genannter Grabenbruch, zieht sich vom Norden, dem See Genezareth, hinunter bis zum Toten Meer. Dort ist dann endgültig der Tiefpunkt erreicht“. Für Bischof Rudolf kein Zufall: „Jesus steigt in die tiefste Tiefe hinab, als wolle er sagen: Wie tief ihr gefallen sein mögt, ich bin da“. Der Herr lässt die Menschen nicht ins Bodenlose fallen, sondern fängt sie auf und möchte alle wieder aufrichten.

Schöpfung bewahren ist elementar

Ein weiterer Fokus seiner Predigt richtete sich auf die Schöpfung. Schon lange bevor die ökologische Bewegung aufkam, gab und gibt es in der Liturgie der Kirche ein besonderes Augenmerk auf die Bewahrung der „Vor-Gaben der Schöpfung“, betonte Bischof Rudolf. Besonders deutlich zeigt sich das am Fest der Taufe des Herrn in Bezug auf das Element Wasser. Die Bewahrung der Schöpfung ist elementar, denn „ein von unserem Plastikmüll verdrecktes Meer wird seinen Schöpfer gewiss nicht preisen, es wird zur Anklage für uns“, so Bischof Rudolf. Seine Predigt schloss er mit den Worten: „So wollen wir, in Dankbarkeit für das Geschenk der Taufe, in dem der Herr uns sein neues Leben schenkt, und in der wir uns der Einheit der Kirchen begründet sehen dürfen, auch gemeinsam der Verantwortung um die Bewahrung der Schöpfung stellen und mit der Donau unsere Gewässer, das kostbare Element des Lebens, unter Gottes Segen stellen“.

Auch die Regensburger Oberbürgermeisterin, Gertrud Maltz-Schwarzfischer, nahm an der Donausegnung teil.

Donau als Brücke, Donau als Zeichen der Völkerverbindung

Unter Glockengeläut ging es nach der Vesper in einer liturgischen Prozession hinab zur Donau auf die Steinerne Brücke. Regionalbischof Klaus Stiegler, die Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Dr. Thomas Rigl, der neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Regensburg, hielten dort kurze Grußworte und hoben die besondere Bedeutung dieser Segensfeier hervor. Die Oberbürgermeisterin betonte, wie wichtig die Donau für die Stadt Regensburg sei, aber ließ nicht unerwähnt, welches Leid das Wasser schon über die Stadt gebracht habe. Die anschließende Segenszeremonie, die mit Gesang begleitet wurde, fand ihren Höhepunkt als Bischof Rudolf Voderholzer und Regionalbischof Klaus Stiegler jeweils ein kleines Handkreuz in die Donau warfen. Die beiden Bischöfe warfen anschließend gemeinsam das dritte Kreuz, in Vertretung der orthodoxen Glaubensbrüder, in den Fluss. Mit dem Segen der Gläubigen endete die feierliche Donausegnung.

Text und Fotos: Christian Beirowski/jas