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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer weiht Klaus Schülein zum Priester
Jeder Priester handelt in der Person Christi
Regensburg, 27. Juni 2026
Mit Gebet und Handauflegung weihte am heutigen Samstag Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Regensburger Dom St. Peter Diakon Klaus Schülein zum Priester. Musikalisch gestalteten die Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß die Weihefeier. An der Orgel spielte Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber. Die Priesterweihe bildet den Höhepunkt der Wolfgangswoche im Bistum Regensburg.
Bischof Rudolf Voderholzer feierte die Priesterweihe in Konzelebration mit Domdekan Generalvikar Dr. Roland Batz, Regens Daniel Stark, Subregens Christoph Leuchtner, Spiritual Matthias Effhauser sowie den Heimat- und Praktikumspfarrern des Priesteramtskandidaten, Pfarrer Konrad Roider und Dekan Ralf Heidenreich. Auch Weihbischof Dr. Josef Graf nahm in Chorkleidung an der Feier teil.
Als Evangelium zur Weihefeier wurde das Evangelium nach Markus (Mk 1,14-20) gewählt, in dem Jesus seine ersten vier Jünger beruft. Darauf bezog sich Bischof Rudolf auch in seiner Predigt: „… es stellt uns vor Augen, dass der Ruf Jesu in seine Nachfolge nicht eine Einzelkämpferexistenz anzielt, sondern Jesu ruft, hochinteressant, erst einmal zwei Brüderpaare. Die Jüngergemeinschaft ist eine Art neuer Familie, in der man füreinander da ist, sich gegenseitig stärkt und unterstützt, wo man natürlich auch gemeinsam Zeugnis gibt für Jesus, den Herrn“, so der Bischof und weiter an den Weihekandidaten gewandt: „Das gilt auch für Sie, lieber Herr Schülein …“.
Die Weiheliturgie als ganze, erinnert uns daran, sie führt uns vor Augen, dass jeder Priester in ein Kollegium hineingeweiht wird. Die Priesterweihe im Dom ist ein Fest des ganzen Bistums, ein Fest vor allem auch für die Priester und ihr Kollegium. „Pflegen Sie das Miteinander, den brüderlichen Austausch, wo es sein muss auch einmal die Correctio fraterna (Anm.: brüderliche Ermahnung)“, rief Bischof Voderholzer den Priestern zu.
Durch den Dienst der Priester ist der Herr gegenwärtig
Weiter erinnerte Bischof Rudolf Voderholzer, dass 2026 nicht nur das Jubiläum „750 Jahre gotischer Dom in Regensburg“ gefeiert wird, sondern auch der 800. Todestag des heiligen Franziskus von Assisi. Franziskus hielt sich, demütig wie er war, nicht würdig für das Priestertum und wählte für sich das Diakonat. Das, so der Bischof, könnte die Priester fast ermutigen, aber das wäre sicher nicht im Sinne des Heiligen. Franziskus hatte höchste Achtung und Ehrfurcht vor den Priestern. Weit davon entfernt, ihre menschlichen Schwächen zu übersehen, trug er allen seinen Brüdern und überhaupt den Gläubigen auf, die Priester wertzuschätzen und zu achten. Seine Hochschätzung des priesterlichen Dienstes steht in unmittelbaren Zusammenhang mit seiner Christusmystik und seiner eucharistischen Frömmigkeit. Jeder Priester handelt „in persona Christi capitis ecclesiae“ - in der Person Christi, des Hauptes der Kirche. Durch den Dienst der Priester ist der Herr gegenwärtig in allen Kirchen auf der ganzen Erde, hob Bischof Rudolf hervor. „Dieser großen Berufung entspricht, auch darauf hat der heilige Franziskus natürlich gepocht, die Erwartung der ernsthaften Bemühung um Heiligkeit“, so der Bischof.

Glaube hat die Kultur geprägt
„Jesus macht die ersten Apostel, die von Beruf Fischer waren, zu Menschenfischern“, erinnerte Bischof Rudolf nochmals an das Evangelium der Weihefeier. Dieses Wort könne man nur richtig verstehen, wenn man es von der Taufe her liest. In der Taufe werden die Gläubigen aus dem Wasser herausgezogen in die Freiheit und Weite der Gottesbegegnung. Im Zusammenhang mit der Taufe, vor allem der Taufe von Erwachsenen, tun sich im alten Europa bemerkenswerte Dinge, erklärte Bischof Voderholzer und blickte dabei nach Frankreich, wo die Bischöfe eine Synode einberufen haben, um darüber zu beraten, wie mit dem unerwartet großen Aufkommen an erwachsenen Taufbewerbern umzugehen sei, ein Andrang, der nicht wenige Pfarreien in große Verlegenheit gebracht und überfordert hat. Der Bischof von Marseille, Jean-Marc Cardinal Aveline, wird mit den Worten zitiert: „Wir hatten die Tore weit geöffnet, doch die Leute kamen durch die Fenster!“ Das heißt, auf ganz anderen unerwarteten Wegen: „Bisher war der Weg so: Man kam über die Kirche zu Christus. Jetzt ist es umgekehrt: die Menschen entdecken übers Internet oder Social Media oder welche Wege auch immer Christus, den Erlöser. Sie werden gewahr: Der Glaube an ihn hat die Kultur geprägt, zutiefst geprägt. Er gehört zu unserer Herkunft“, erklärte der Diözesanbischof.
Bischof Rudolf hofft und betet, dass diese Entwicklung auch bei uns einsetzt. Darauf sollte man vorbereitet sein. Gefragt ist dabei, der unverkürzte, auch die Tradition positiv einbeziehende Glaube und eine schöne Liturgie. „Wir sollten alle bereit sein, Priester, Weltchristen in den Pfarreien, Rede und Antwort zu stehen, bezüglich der Hoffnung, die uns erfüllt. Und bereiten wir uns vor, Räume, Begegnungsräume, Begleitung auch bereitzuhalten, damit Kirche als Gemeinschaft erlebt in Glaube, Hoffnung und Liebe“, so Bischof Dr. Rudolf Voderholzer abschließend.
Die Weihefeier
Zu Beginn der Weihefeier rief der Leiter des Regensburger Priesterseminars St. Wolfgang, Regens Daniel Stark, den Kandidaten bei seinem Namen auf und bat den Bischof um die Erteilung der Weihe, nachdem er die Würdigkeit des Kandidaten bezeugte. Auch die Gemeinde bestätigte ihre Zustimmung. Der Kandidat trat vor den Bischof und bekundete seine innere Bereitschaft zum Dienst an der Kirche in Einheit mit dem Bischof und sagte: „Ich bin bereit!“ Die Weihe erfolgte nach der Anrufung des Heiligen Geistes durch die Handauflegung des Bischofs und das Weihegebet. Auch die anwesenden Priester legten dem Kandidaten die Hände auf, um die Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester zu unterstreichen. Daraufhin folgte das Anlegen der priesterlichen Gewänder, die Salbung der Hände sowie die Überreichung von Brot und Wein durch den Diözesanbischof. Mit der Umarmung des Neupriesters verdeutlichte Bischof Rudolf, dass er Klaus Schülein als neuen Mitarbeiter annimmt. Anschließend feierte der Bischof mit ihm die Eucharistie. Nach dem Schlussgebet durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer spendete der Neupriester den Gläubigen den Segen.
Unser Neupriester:
Klaus Schülein
wurde am 24. Dezember 1994 in Bad Reichenhall geboren. Seine Heimatpfarrei ist St. Nikolaus in Übersee. Sein Praktikum absolvierte er in der Pfarreiengemeinschaft Wald-Zell. Als Primizspruch wählte er sich „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13,34), denn er drückt für ihn die Grundlage christlichen Handelns aus. „Nächstenliebe, die sich aus Christus speist, der sich aus Liebe für uns hingegeben hat, um uns zu erlösen“, so der Weihekandidat.
Text: Jakob Schötz, Fotos: ©altrofoto
(jas)














