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Oberinnentagung im Kloster Mallersdorf

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Das Referat „Orden und Geistliche Gemeinschaften“ hat zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Ordensfrauen im Bistum Regensburg (AGOF) vom 14.-16.11 zu einer Oberinnentagung ins Kloster Mallersdorf eingeladen. Über 40 Oberinnen aus den verschiedensten Ordensgemeinschaften im Bistum Regensburg trafen sich zum Thema: „Gesundheit und Krankheit. Gelegenheiten zu lernen. Chancen, zu sein“. Auf Wunsch der Oberinnen wurde die bislang alle zwei Jahre stattfindende Tagung nach einem Jahr fortgesetzt, um Aspekte des Alterns aus geistlicher und medizinischer Sicht zu vertiefen. Sr. Bernhild Schuster OSF, Dillinger Franziskanerin und Referentin der Tagung, ging in ihren Ausführungen von der Enzyklika Papst Benedikt XVI. „Spe Salvi“ Nr. 36 aus: „Zur menschlichen Existenz gehört das Leiden ebenso wie das Tun“. Sie erinnerte die Oberinnen daran, dass Krankheit und Alter ein Teil des Lebens ist, eine eigenständige Lebensphase, in der der Mensch sich erneut nach dem Sinn des Lebens in anderer Form fragt. Insofern seien alte Ordensmitglieder in der Treue zu ihrer Berufung auch immer Vorbilder für jüngere Mitglieder in ihren Gemeinschaften. Es ginge darum, die Lebensphase des Alters sinnvoll und fruchtbar werden zu lassen. Das sei auch die Erwartung des Schöpfers uns Menschen gegenüber, betonte Sr. Bernhild. Deswegen ist das Wort des Propheten Jesaja eine Ermutigung, sich im Alter in den Gemeinschaften und als Gemeinschaft getragen zu wissen: „Hört auf mich, ihr vom Haus Jakob, und ihr alle, die vom Haus Israel noch übrig sind (….). Ich bleibe derselbe, so alt ihr auch werdet, bis ihr grau werdet will ich euch tragen“(Jes 45,3-4).

Die Referentin ermutigte die Oberinnen die verschiedenen Krankheiten aus dem Blickwinkel des Glaubens zu betrachten, denn darin kommt die Erfahrung der Würde des Menschen zum tragen. Ebenso wies sie die Oberinnen daraufhin, sich fachlich zu verschiedenen Krankheitsbildern und deren oft langsamen Entwicklung zu orientieren.

Die Würde des Menschen ist Geschenk Gottes bis ans Lebens Ende, auch wenn die unheilbar kranke Person dies oft nicht mehr realisieren kann. So müsste gefragt werden, was zur Achtung und zum Schutz getan werden muss, um die Würde des alten und kranken Ordensmitglieds zu bewahren, denn sie ist unabhängig von der persönlichen Einschätzung sowie von der Einschätzung anderer. Endlichkeit und Vergänglichkeit menschlichen Lebens sind Teil des Lebens; dennoch gehört der Umgang mit Schwachheit und Krankheit zu den am wenigsten gelösten Problemen unserer Zivilisation. Schönheit, Kraft, Stärke, Fitness stehen dagegen hoch um Kurs. Ordensgemeinschaften haben in unserer Gesellschaft eine Vorreiterfunktion im Umgang mit Schwachen und Kranken. Hier sieht die Referentin auch eine neue Aufgabe in älter werdenden Gemeinschaften. Dort wo Aufgaben und Häuser aufgegeben werden, beginnt im Umgang mit Schwachen und Kranken in der Gemeinschaft ein „Innenapostolat“ auf das sich die Gemeinschaften auch vorbereiten müssen. Aus diesem Grund sei es in den Gemeinschaften erforderlich ältere Mitglieder mit kleinen aber neuen Anforderungen in die Verantwortung der Gemeinschaft einzubeziehen, in die Pflicht zu nehmen. Dies schenke dem alten Ordensmitglied eine neue Lebensqualität.

An Hand von konkreten Beispielen der verschiedenen Symptome und Stadien der Alzheimer-Erkrankung und deren Therapiemöglichkeiten sowie der Depression, zeigte Sr. Bernhild auf, wie wichtig die Begleitung der Gemeinschaften für ihre kranken und alten Mitschwestern heute ist. Dazu gehören auch immer kleine Veränderungen in Gewohnheiten und Bräuchen im konkreten Alltag der Gemeinschaft, denn „so lange wir uns bewegen, bewegt sich etwas.“

Die Feier der Liturgie und die eucharistische Anbetung haben dazu beigetragen, die Thematik aus dem österlichen Geheimnis zu betrachten. Hwst. Abt emer. Emmeram Geser OSB feierte am Samstag die Hl. Messe mit den Oberinnen und Hwst. Bischof emer. Manfred Müller feierte am Sonntag den Abschlussgottesdienst, der vom Chor der Mallersdorfer Schwestern musikalisch gestaltet wurde. Bischof emer. Manfred Müller ermutigte die Oberinnen in seiner Predigt, ihre Talente in den Dienst zu stellen, denn sie hätten viele Talente erhalten.