Äußerst ärmliche Kirche in Nigeria

Nigeria: 177 Gläubige aus Gottesdiensten entführt

Gezielt gegen Christen


Kelkheim / Regensburg, 27. Januar 2026

Am 18. Januar haben unbekannte Bewaffnete drei Kirchen im Süden des Bundesstaates Kaduna in Nigeria angegriffen und 177 Christen während der laufenden Gottesdienste entführt. Das christliche Hilfswerk Open Doors hat Berichte von Augenzeugen gesammelt. Sie geben Einblicke in den Tathergang, das brutale Vorgehen der Entführer sowie die dramatischen Folgen für die Betroffenen und ihre Familien. Weil die Täter islamische Parolen riefen, ergibt sich das klare Bild, dass es sich um gezielte Christenverfolgung handelt.

Nach den Überfällen auf die Ortschaft Kurmin Wali im Regierungsbezirk Kajuru hatten die lokalen Behörden zunächst versucht, die Angriffe geheimzuhalten und die Zugangswege zu dem Gebiet für Ortsfremde abgeriegelt. Schließlich konnte eine lokale Helferin, deren Name sogar hierzulande geheim bleiben muss, denn die Täter haben weltweit Helfershelfer, nach Kurmin Wali vordringen. und die Betroffenen befragen. Einer von ihnen ist Yunana Adauji, Sekretär des betroffenen Kirchenverbandes, der den Entführern entkommen konnte. Er berichtete: „Die Angreifer kamen gegen 9:30 Uhr, während wir unseren Sonntagsgottesdienst abhielten. Sie waren bewaffnet, riefen ‚Allahu Akbar‘, trieben die Gottesdienstbesucher an einen Ort zusammen und drohten, jeden zu erschießen, der zu fliehen versuchte.“ Anschließend seien die Christen in den Busch verschleppt worden, darunter Kinder, Frauen und Männer sowie kranke Menschen, die sich nach einer Operation zu Hause erholten. 

„Wir wissen nicht, in welchem Zustand sich unsere Entführten befinden. Wir brauchen eure Gebete und eure Hilfe, damit diese Angriffe ein Ende finden!“, appellierte Adauji. Die seine Heimat, eine überwiegend von Christen bewohnte Region wurde bereits mehrfach Ziel derartiger Überfälle. Einige Dorfbewohner schlafen deshalb aus Angst vor nächtlichen Angriffen im Busch. Auch die Geschehnisse des vergangenen Sonntags haben einige zu diesem Schritt bewogen. Eine von ihnen ist eine stillende Mutter, deren Ehemann und neun Kinder zu den Entführten gehören. Sie berichtete im Gespräch mit Dauda: „Im Moment ist mein Baby wegen der Kälte und der Mücken krank. Bitte betet für uns.“ Die Mutter hat Schwierigkeiten zu essen, weil sie sich um das Schicksal ihrer Familie sorgt und mutmaßlich traumatisiert ist.

„Wer nicht schnell genug laufen konnte, wurde ausgepeitscht“

Mai Girma Shekarau gehört zu denen, die fliehen konnten. Doch einige Mitglieder seiner Familie sind weiterhin in den Händen der Entführer. Er berichtete: „Nachdem sie uns aus der Kirche verschleppt hatten, mussten wir eine lange Strecke ohne Essen und Wasser zurücklegen. Wer nicht schnell genug laufen konnte, wurde ausgepeitscht und brutal misshandelt. Ich habe schwere Verletzungen am Kopf, und auch andere sind verletzt, aber sie zwangen uns trotz blutender Wunden weiterzugehen. Nach stundenlangem Marsch ließen sie uns in einem verlassenen christlichen Dorf ausruhen.“ Während der Rast habe er sich mit seinem zweijährigen Baby in einem verfallenen Haus versteckt.

Nigeria belegt den siebten Platz auf dem jährlich erscheinenden Weltverfolgungsindex von Open Doors, der am 14. Januar veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um eine Rangliste der 50 Länder, in denen Christen weltweit am härtesten verfolgt werden. Neben Nigeria werden 13 weitere Länder aus der Region Subsahara Afrika dort gelistet, in denen teilweise ein extremes Maß christenfeindlicher Gewalt herrscht. Millionen Christen sind auf der Flucht. 

Text: Open Doors

(sig)

Weitere Infos

Unser Bild zeigt eine Kirchbaracke in Kurmin Wali, Provinz Kaduna, Nigeria. Es handelt sich um eine der drei Kirchen, die am 18. Januar 2026 unter Anrufung Allahs während des laufenden Gottesdienstes angegriffen wurden. Amateuraufnahme mit sehr einfacher Kamera, aber daher authentisch..



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