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Zur Neuigkeit
Neue Klais-Orgel in St. Georg erklingt nach der Weihe erstmals zum Lob Gottes
Kirchenmusik ist wichtiges Element der Glaubensverkündigung
Amberg, 26. April 2026
Das Patroziniumsfest der St.-Georgs-Kirche in Amberg gab in diesem Jahr besonderen Anlass zur Freude. Nach jahrelanger Planung und einer Ausführungsphase seit Jahresbeginn erklang die neue Klais-Orgel nach der Weihe durch Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer erstmals.
Unter Glockengeläut und Orchesterklängen zog der liturgische Dienst zusammen mit den Fahnenabordnungen der kirchlichen Vereine und Verbände feierlich in das Gotteshaus ein. Dort begrüßte Stadtpfarrer Markus Brunner zu Beginn ganz besonders Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer, der bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Amberg gekommen war. Es sei ihm eine große Freude und Ehre, dass der Bischof wieder nach Amberg gekommen sei, um diesen Tag mitzufeiern und die neue Orgel zu segnen. Vorgestern sei der Oberhirte noch mit dem katholischen Hilfswerk missio in Madagaskar gewesen, gestern zur Amtseinführung des neuen Erzbischofs Stanislav Přibyl in Prag und heute in Amberg. „Wir wissen dies zu schätzen“, so Brunner weiter.
Neben zahlreichen Vertretern aus Politik und Diözese, geladenen Gästen sowie den am Orgelbau beteiligten Personen begrüßte er auch den Inhaber der Firma Orgelbau Klais, Philipp Klais aus Bonn, der mit zwanzig Mitarbeitern zu diesem Festgottesdienst gekommen war. Sein besonderer Gruß galt auch Professor Martin Sturm, Dozent für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Musik in Weimar, der nach der Weihe der Orgel das Instrument im Gottesdienst spielte. Nicht zuletzt begrüßte er alle Gläubigen, die zum Festgottesdienst gekommen waren und das Gotteshaus bis auf den letzten Platz füllten.
Bischof Rudolf bedankte sich für die herzlichen Worte der Begrüßung und fügte an, dass die Weihe dieser Orgel auch für ihn etwas ganz Besonderes sei und er sich sehr darauf freue, sie vornehmen zu dürfen. Auch der Bischof dankte allen am Projekt Beteiligten und fügte an, dass auch das Bistum mit fünfundvierzig Prozent der Baukosten beteiligt gewesen sei. Die Kirchenmusik sei der Diözese jedoch so wichtig, dass daran nicht gespart werden solle.
Beeindruckende Weihe auf der Empore
Nach dem Kyrie, das von Orchester und Chor unter der Leitung von Dieter Müller intoniert wurde, war dann der große Moment gekommen. Der Bischof begab sich mit dem liturgischen Dienst auf die zweite Empore der Kirche, wo die neue Orgel in das bestehende barocke Gehäuse eingebaut worden war. Dort sprach er den Segen über das Instrument, damit es zu Gottes Ehre ertöne und die Herzen der Menschen zu ihm emporhebe. Wie die vielen Pfeifen sich in einem Klang vereinen, so sollten wir als Glieder der Kirche in gegenseitiger Liebe verbunden sein, so der Bischof. Mit Weihwasser und Weihrauch vollzog er den Segen für die neue Orgel. Danach erklang das Instrument erstmals feierlich, gespielt von Professor Martin Sturm.
Mit Kirchenmusik geht der Himmel auf, in Madagaskar genauso wie in Amberg
In seiner Predigt spannte der Bischof einen Bogen von der St.-Georgs-Orgel zu seiner achttägigen pastoralen Reise nach Madagaskar. Madagaskar, die viertgrößte Insel der Welt, sei eines der ärmsten Länder der Erde. Andererseits habe er mit seiner Delegation viel Glaubensfreude, Optimismus und Zukunftszugewandtheit in einer ganz jungen Gesellschaft erleben dürfen. Orgeln gebe es auf ganz Madagaskar vielleicht eine Handvoll, meist noch aus der Kolonialzeit der Engländer und Franzosen, in den großen Kirchen der Städte. Allerdings seien diese Instrumente meist in einem sehr schlechten Zustand, weil sie nicht gewartet würden und es dort auch keine Orgelbaukompetenz gebe. Aber was die Kirchenmusik und die Freude am Singen grundsätzlich betreffe, hatte der Oberhirte wunderbare Erinnerungen und Erlebnisse mitgebracht. Bei der Einweihung einer Gefängniskapelle beispielsweise habe ein Häftling auf einem Keyboard die Gesänge begleitet. Die Gläubigen hätten dabei alles auswendig gesungen, teilweise sogar mehrstimmig. Sie hätten dazu getanzt und geklatscht, und plötzlich sei ein Glanz und eine Freude in der dreistündigen Zeremonie dagewesen, an einem ansonsten doch eher trostlosen Ort. Auch von einem Gottesdienst im Rahmen des Besuchs in einer Schule mit mehr als tausend Mitfeiernden hat Bischof Voderholzer ähnlich ergreifende Eindrücke mitgebracht. Alle Verantwortlichen in Madagaskar hätten die Bedeutung der Kirchenmusik und vor allem des Singens für Glaubensverkündigung und Katechese hervorgehoben. Die Erfahrung der Freude an der Musik und die Atmosphäre, dass dabei der Himmel aufgehe, könne man überall auf der Welt machen, in Madagaskar genauso wie in Amberg.
Bischof Rudolf erinnerte an die überragende Leistung der Jesuiten in Amberg, die von hier aus die Oberpfalz wieder katholisch gemacht hätten. Eine der Erbschaften der Jesuiten sei das historische Gehäuse, in das die neue Orgel eingebaut worden sei, ehe der Orden 1773 nach seinem Verbot aus politischen Gründen Amberg habe verlassen müssen.
Hirte sein bedeutet, sich um andere zu kümmern
Der Regensburger Oberhirte erinnerte aber auch an den Sonntag vom Guten Hirten, der jedes Jahr am vierten Sonntag der Osterzeit gefeiert werde. Dabei werde vor allem auch um geistliche Berufe gebetet. Jedoch sei das Hirtenmotiv nicht auf das besondere Priestertum beschränkt, sondern auch auf das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen anwendbar. Hirte sein bedeute nicht, andere zu Schafen zu machen, sondern sich um andere zu kümmern. Auch eine Orgel zu spielen, sei eine Art Hirtendienst, so der Bischof. Der Organist müsse die Möglichkeiten seiner Orgel kennen und die einzelnen Register miteinander zum Klingen und zum Strahlen bringen. Deshalb ermutigte Bischof Voderholzer vor allem die jungen Menschen, sich mit der Kirchenmusik und dem Orgelspiel zu befassen.
Dank für ein gelungenes Orgelprojekt
Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Markus Brunner zunächst beim Bischof für die Feier des Gottesdienstes und für den großzügigen Zuschuss der Diözese. Danach dankte er auch allen an der Umsetzung des Projekts Beteiligten. Zwei Personen dankte er in besonderer Weise. Dr. Markus Lommer habe das Projekt erkennbar „gepusht“, nicht zuletzt auch als einer der Autoren der Festschrift. Peter Donhauser könne „mit Fug und Recht“ als Motor des Orgelprojekts bezeichnet werden. Er habe mit seinem breiten, auch historischen Wissen über die Orgel und seinem Engagement sowie seinen guten Kontakten zur „Orgelwelt“ dazu beigetragen, dass man ein Instrument mit besonderem Stil und Charakter bekommen habe. Der letzte Dank galt der Firma Klais aus Bonn. Ein renommiertes Unternehmen, das auch den Markusdom zu Venedig oder die Elbphilharmonie in Hamburg mit einer Orgel ausgestattet habe, habe ein ehrliches Interesse an dem Auftrag für die St.-Georgs-Orgel in Amberg gehabt und diesen perfekt umgesetzt. Das Mitarbeiterteam habe ein von gegenseitiger Harmonie getragenes Arbeiten ermöglicht. Es sei ein schönes Miteinander gewesen, bestätigte Pfarrer Brunner.
Mit dem gemeinsamen Pfarrfest zum Patroziniumstag und einem festlichen Orgelkonzert mit Professor Martin Sturm ging ein ereignisreicher und gelungener Tag der Orgelweihe am Nachmittag zu Ende.
Text und Fotos: Wolfgang Schöpf
(jas und SG)









