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Neuaufbruch im Herzen Europas

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(pdr) Der zweite Tag des Besuchs des Regensburger Bischofs war geprägt von der Begegnung mit Menschen in der Diözese Pilsen. Seit die Diözese aus dem Erzbistum Prag, welches 973 mit Erlaubnis des heiligen Bischof Wolfgang begründet wurde, vor elf Jahren herausgelöst wurde, pflegt das Bistum Regensburg eine intensive Partnerschaft mit Pilsen.

Zusammen mit Bischof František Radkovský (Pilsen) besuchte Bischof Gerhard Ludwig das Katholische Gymnasium der Stadt. Jana Hrbotická, bis Juli 2004 Direktorin, begrüßte zusammen mit ihrem Nachfolger Direktor Daniel Petricek beide Bischöfe: „Es ist uns eine große Freude, dass Sie heute hier sind. Voll Dankbarkeit sind wir für die großartige Unterstützung, die wir durch die Diözese Regensburg erfahren dürfen.“ Bischof Müller stellte sich nach einem Rundgang durch die Schule dem Gespräch mit einer Schulklasse. Vor allem Fragen zum deutsch-tschechischen Verhältnis wurden dabei thematisiert. Besonders erfreut zeigte sich der Bischof über den regen Schüleraustausch zwischen kirchlichen Schulen in den Diözesen Pilsen und Regensburg.

„Es ist besonders schön, dass wir die Arbeit dieses katholisches Gymnasiums weiterhin unterstützten können und damit junge Menschen mit dem christlichen Menschen-, Welt- und Gottesbild vertraut gemacht werden“, betonte Bischof Müller beim abschließenden Mittagessen in der Schule, bei dem er dem Direktor eine Spende über 10.000 Euro zum Ausbau der Schule übergab.

Partnerschaft nicht nur auf Finanzhilfen gründen
Dass Partnerschaft nicht nur auf finanziellen Hilfen beruht, sondern vor allem auf einem geistig-geistlichen und kulturellen Austausch zeigte die nächste Station, das neu eingerichtete Diözesanmuseum im Dompfarrhof in Pilsen. Hier wurde Bischof Gerhard Ludwig vom Leiter des Diözesanmuseums, Jan Soukup, begrüßt und durch die Ausstellung DIALOG 7 geführt, ein Gemeinschaftsprojekt der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg und des Pilsener Diözesanmuseums.

Besonders beeindruckend war der Besuch im Meditationsgarten von Luboš Hruška, den er aus Dankbarkeit angelegt hatte, nachdem er 22 Jahre während der kommunistischen Herrschaft gefangen gehalten wurde. Ein besonderes Zeichen des Neuaufbruchs ist das Stift Tepl, von dem in kommunistischer Zeit nur die Bibliothek und die Kirche verschont blieben. In ehemaligen Wirtschaftsgebäuden haben Trappisten aus Frankreich 1990 ein neues Kloster begründet, in dem heute bereits 18 junge Mönche leben und beten. Für beide Bischöfe war es darum zum Abschluss des zweitägigen Besuches ein besonderes Erlebnis mit diesem sehr jungen und internationalen Konvent zusammen das Abendgebet der Kirche, die Vesper, zu beten.