Caspar David Fiedrich, Ziehende Wolken

Nachgefragt bei Prof. Gerl-Falkovitz

Ist Kunst ein Gottesbeweis?


Regensburg, 24. Juli 2026

Im Interview spricht die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz über Kunst als Gottesbeweis. Sie weist darauf hin, dass unsere sinnliche Wahrnehmung dem rationalen Denken vorauseilt. Die monotheistischen Religionen eint die Aussage, dass Gott schön ist. Der Begriff Schönheit leitet sich semantisch vom Scheinen ab - etwas, das einleuchtet und evident ist. Laut Thomas von Aquin besteht die Schönheit aus zwei Komponenten: Einerseits einem stofflichen Träger von Schönheit, andererseits dem Schein, welcher darauf liegt. Kunst hat genau diese Qualität des Stofflichen, aber eben auch etwas (Ein)leuchtendes, das darüber hinausgeht. Große Kunst ergreift Gläubige wie Nichtgläubige in der Erfahrung dieser Transzendenz.

 

Frau von hinten vor dem TV mit Fernbedienung

Über die Referentin: 

Univ.-Prof. em. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz ist Philosophin, Sprach- und Politikwissenschaftlerin. Nach ihrer Tätigkeit als Studienleiterin auf Burg Rothenfels/Main, akademische Oberrätin am Seminar für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie der Universität München, sowie als Privatdozentin in Bayreuth, Tübingen und Eichstätt, folgte eine Professur für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten/Bodensee. Von 1993 bis 2011 war sie Lehrstuhlinhaberin für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Seit 2011 ist sie Leiterin des EUPHRat (Europäisches Institut für Philosophie und Religion) in Heiligenkreuz bei Wien. Prof. Gerl-Falkovitz ist u.a. Trägerin des Joseph-Pieper Preises, des Edith-Stein-Preises, sowie des Augustin-Bea-Preises. Die Tagespost beschreibt Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz passend als „ein Leuchtfeuer im Nebel der postmodernen Landschaft“ und „eine der wichtigsten katholischen Stimmen in Europa“.

Video: MAKA - Medienakademie für katholische Apologetik

Bild: Caspar David Fiedrich, Ziehende Wolken (im Riesengebirge), um 1820, Hamburger Kunsthalle (© gemeinfrei)

(SSC)

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